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Bezirksliga

Bezirksliga 3 – Wall of fame

Ehre, wem Ehre gebührt. Das denkt sich auch Lippe-Kick und schaut sich einige fangsichere Fänger aus der dritten Bezirksliga-Staffel an. Die O-Ton-Geber liefern das Porträt ihrer Schnapper. Klickt euch tiefer hinein.

 

 

Zimmer, eine große Luft- und Land-Nummer

Bezirksliga 3 (hk). Was werden doch nur für Jubel-Arien über Goalgetter angestimmt. Über die schönsten Tore etwa. Es wird hier oft vom Salz in der Suppe euphorisch wie bedeutungsvoll philosophiert. Auch Lippe-Kick bietet den besten lippischen Tormaschinen mit dem Goalgetter-Report einen angemessenen Rahmen. Diesen bereits seit der ersten Stunde. Aber: Die Basis für große Erfolge liefert meist eine wohlfunktionierende Abwehr, kommt es auf den Rückhalt an. Dieser Akteur besetzt die Sonderrolle im Team, ist er doch der Einzige – mit Ausnahme der Spieler beim Einwurf – der seine Hände im Spiel benutzen darf. Wenn er tatsächlich einen Fehler macht, liegt der Ball meist im Netz. Es ist längst überfällig, den Schlussleuten in einem Extra-Report die Ehre zu erweisen, die sie seit Langem verdient haben.

 

Ihr wollt Fahren lernen, eure Fähigkeiten auffrischen? Dann ab zu:

 

 

Von Henning Klefisch & André Bell

 

Marcel Zimmer, Post TSV Detmold, acht Gegentore in sieben Spielen. 31 Jahre alt. Kam 2015 vom TuS Horn-Bad Meinberg. Davor beim Blomberger SV, Berlebeck/Heiligenkirchen.

 

Wenn man sich die Spiele vom Post TSV Detmold so anschaut, möchte man gar nicht glauben, dass Marcel Zimmer nicht zur Gattung der Krake zählt. Vielhändig fischt er scheinbar unhaltbare Bälle aus seinem Aluminiumgehäuse. Donnerwetter, was für eine Bärenruhe er dabei verkörpert. Ob zu Land oder in der Luft, Zimmer liebt das direkte Eins-gegen-eins-Aufeinandertreffen mit dem gegnerischen Kantonisten. Im Spielaufbau herrscht noch Optimierungsbedarf. Das aufmerksame Adler-Auge Patscha gibt via Lippe-Kick zu Protokoll: „Er hat, wie viele Torhüter, sein eigenes Aufwärmen! Sehr interessant,  gerade das Dehnen! Wir haben dieses Jahr einen Torwarttrainer mit Mario, der das überragend macht und man sieht, dass es den Jungs richtig was bringt. Mario fordert und fördert die Jungs unglaublich gut und das spiegelt sich in den Spielen und Trainingseinheiten wider“, lobt Patscha den ehemaligen Torwarttrainer vom TuS Horn-Bad Meinberg und vom TSV Horn. Dass Zimmer für die Postler pariert, erfüllt Patscha mit reichlich Pathos. Weil: „Zimmer ist für mich seit Jahren der beste Torhüter in Lippe! Und wir sind froh, ihn zu haben. Er wird unseren anderen Torhütern viel weitergeben können“, dient Marcel Zimmer als Vorbild für die anderen Schlussmänner.

 

Wichtige Parade: Dass die Postler in der letztlich bedeutungslosen, weil annullierten Saison souverän ohne Punktverlust das Ranking anführen, ist zu einem großen Teil auch sein Verdienst. Den knappen 3:2-Auswärtssieg beim SV Dringenberg sicherte er mit einem parierten Penalty. Das ewig junge Prestige-Duell beim SV Eintracht Jerxen/Orbke gewannen die Postler mit 3:1. Unvergessen war der sagenhafte Reflex bei einem SVE-Abschluss aus sieben Metern.

 

Besonderes: Zimmer mit Bayern München-Torhüter Manuel Neuer oder Manchester City-Schnapper Ederson zu vergleichen, hinkt nicht nur aus optischen Gesichtspunkten. Sein Coach Andre Patscha stellt vielmehr mit einem Lächeln im Gesicht fest: „Jeder Torhüter ist auf seine Weise besonders und ein bisschen bekloppt! Immer. Sie lassen sich gerne mal abschießen“, benötigt jeder Schnapper dafür eine Menge “cojones.”

 

(ab). Simon Danne, TuS Lipperreihe, acht Gegentore in sieben Spielen. 20 Jahre alt, Eigengewächs des TuS Lipperreihe

 

Wenn einer einen Torhüter beurteilen kann, dann ist das sein Torwarttrainer. Die Position bekleidet beim TuS Lipperreihe Timo Kapale. Und der begleitet Simon Danne bereits seit der C-Jugend, mit einer kleinen Unterbrechung. „Bereits relativ früh konnte man sein Talent auf dieser Position erkennen und die Entwicklung ist Jahr für Jahr beachtlich“, gerät Kapale über seinen Keeper schnell ins Schwärmen. Förderlich für das Torwartspiel sind sicherlich auch die körperlichen Voraussetzungen von Danne, der an die zwei Meter groß ist und somit eine enorme Spannweite, aber trotz der Größe eine gute Athletik besitzt. Hinzu kommt sein „Ehrgeiz, sich durch regelmäßiges, nachhaltiges Training zu verbessern“, so Kapale. Bemerkenswert: Nach dem spektakulären 4:5 zum Saisonauftakt gegen den SV Eintracht Jerxen-Orbke, wo Danne den Ball gleich fünfmal aus seinem Kasten holen musste, kassierte er in den folgenden sechs Partien nur noch drei Gegentore. Gegen BW Weser und Barntrup blieb er zuletzt zweimal in Folge ohne Gegentreffer.

 

Training: Und wie der Fußball im Allgemeinen, so entwickelt sich auch das Torwarttraining, „da man als Trainer ja auch nicht immer auf dem gleichen Stand bleibt.“ Kapale bezeichnet die Zusammenarbeit mit Simon Danne als „Glücksfall“, denn: „Er ist ein sehr pflegeleichter Torhüter, der neuen Ideen offen gegenübersteht, aber durchaus auch mal kritisch hinterfragt und eigene Ideen mit einbringt. So profitieren am Ende alle Seiten.“ Danne hat den „natürlichen Biss sich weiterzuentwickeln und so muss man ihm im Training immer was bieten.“ Und nach all der Zeit weiß Kapale auch, „welche Hebel man bei ihm ansetzen muss, wenn es mal nicht so läuft. So sind alle Wettkampfformen sein Steckenpferd, wo er selbst an schlechteren Tagen schnell auf Temperatur kommt und auch alle anderen Torhüter im Training mitzieht und pusht.“

 

Stärken: Neben den torhüterspezifischen Fähigkeiten gehören auch die fußballerischen Fähigkeiten zu denen, „die ihn in unserem Spiel zum ersten Aufbauspieler machen“, ebenso wie „seine Spielübersicht und dass er insgesamt eine ruhige, besonnene Ausstrahlung hat.“ Auch „die ein oder andere Schwäche hat er sicher noch, aber die bearbeiten wir lieber intern.“

 

Wichtige Parade: In der abgelaufenen Saison hat Simon Danne „einige gute und vor allem wichtige Paraden“ für den TuS Lipperreihe gezeigt. „Spontan ist sicher die Parade am ersten Spieltag gegen Jerxen-Orbke im Gedächtnis geblieben“, meint Kapale und führt weiter aus: „Nach einem Eckball kam Kevin Pietsch zentral 16 Meter vor dem Tor an den Ball, trifft ihn volley exzellent, wo du von außen eigentlich sofort sagst, scheiße, der kommt verdammt gut, aber irgendwie bekam Simon noch die Hand an den Ball und lenkt diesen über die Latte. Großartige Aktion von beiden.“

 

Besonderes: Der Student der Universität Bielefeld ist eingefleischter Schalke 04-Anhänger und entsprechend leidgeprüft. Vor Corona war Danne „mit einigen Spielern aus der Mannschaft regelmäßiger Gast auf Schalke“ und wird dort auch in der 2. Bundesliga aufschlagen. Das Lipperreiher Eigengewächs ist im und um den Verein herum fest verwurzelt, „so dass man hoffen kann, noch viele Jahre Freude an ihm zu haben. Trotz seines jungen Alters ist er absoluter Führungsspieler und gehört meiner Meinung nach zu den stabilsten Torhütern in der Bezirksliga.“ Für Kapale gehört Danne neben Marcel Kickert, der früher in Leopoldshöhe, Augustdorf und Lipperreihe und zuletzt beim SV Brilon gespielt hat, „zu den stärksten Torhütern, die ich in den letzten 15 Jahren begleiten durfte.“

 

Tim Bukowski, SG Hiddesen/Heidenoldendorf, sieben Gegentore in fünf Liga-Spiele. 25 Jahre alt. Kam 2016 vom SC Verl II, spielte davor beim VfL Hiddesen.

 

Durchaus darf man den zweimaligen Team Detmold-Auswahltorwart Tim Bukowski als den Stammfänger bezeichnen, stand er immerhin in fünf der sieben Saisonspielen der Spielgemeinschaft zwischen den Pfosten. Höherklassige Weihen und eine exzellente Ausbildung genoss der Hüne mit den Mords-Reflexen beim SC Verl in der dortigen Zweitvertretung. Zuverlässigkeit ist eine Tugend vom Mittzwanziger. Sein Coach Markus Rüschenpöhler lobt seinen Schlussmann: „Er hat nur sehr wenige Fehler in seinem Spiel, ist ein wichtiger Faktor in unserem Spiel.“

 

Wichtige Parade: Fußball-Nerd Rüschenpöhler, der grundsätzlich über ein fotografisches Gedächtnis verfügt, muss in diesem Zusammenhang passen. Allerdings hat er vor allem die famose Vorstellung seines Rückhalts beim Torlos-Spiel in Höxter im Hinterkopf. Mit glänzenden Paraden sicherte Bukowski Hiddesen/Heidenoldendorf einen Punktgewinn im komplizierten Gastspiel.

 

Besonderes: Die Professionalisierung bei der Spielgemeinschaft schreitet immer weiter voran. Hans-Peter Karsten ist der Torwarttrainer der SG, ist somit für ein spezielles Coaching der Fänger verantwortlich. Falls Karsten abwesend war, übernahm diese Aufgabe der Assistenztrainer Noah Kükenhöner, weshalb die Torhüter stets voll auf ihre Kosten kamen.

 

 

André Swoboda, SG Hiddesen/Heidenoldendorf, zwei Gegentore in einem Spiel. 30 Jahre alt. Seit 2019 im Verein. Davor beim BSV Müssen und beim RSV Hörste.

 

Bei der 1:2-Heimniederlage gegen den RSV Barntrup stand Swoboda im SG-Gehäuse. Der sprungstarke und fußballerisch starke Swoboda bot aber eine starke Vorstellung. Dank seines einnehmbaren Wesens ist er für die Teamchemie außerordentlich bedeutend. Die joviale Stimmungskanone ist dann zur Stelle, wenn er gebraucht wird. „André  ist ein sehr sicherer Rückhalt und ein sehr wichtiger Teil unseres Teams. Auf ihn können wir uns jederzeit verlassen.“

 

Besonderes: Mit ihm, auch mit Tim Bukowski, ist Rüschenpöhler während der Pandemie-Zeit im Einzeltraining involviert. Mit Abstand sind diese torwartspezifischen Übungen absolut möglich. „Sie werden somit gefordert, Bälle zu halten und zu fangen”, veranschaulicht der SG-Coach gegenüber Lippe-Kick. Nicht zu verachten: Beim 2:0-Sieg über Borgentreich stand Niklas Hampe im SG-Tor. In der Winterpause ist er zum Türkischen SV Horn gewechselt.

Fahrschule Duru

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