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Post TSV Detmold — SuS Neuenkirchen

Spielbericht

Der verdiente Überraschungscoup

 

(hk). Die Postler haben es wieder getan. Nach einem 3:1-Sieg stehen sie in Runde zwei. Nach zwei Toren von Bomber Felix Buba und einer berauschenden und leidenschaftlichen Vorstellung schmeißt der Post TSV Detmold den klar favorisierten Westfalenligisten SuS Neuenkirchen aus dem Westfalenpokal. Bereits vor zwei Jahren haben sich die Residenzler als Favoritenkiller erwiesen, eliminierten Rot-Weiß Ahlen mit 5:4 nach Elfmeterschießen. Für die Brokmänner geht die spannende Reise im Westfalen-Pokal nunmehr weiter. Es kommt in der zweiten Phase zum Duell mit dem Landesligisten Spielvereinigung Steinhagen, die im Duell mit dem Oberligisten Westfalia Rhynern mehr Nervenstärke vom Punkt beweisen und mit 5:4 triumphieren. „Mega, ich würde von einem verdienten Sieg sprechen“, jubiliert ein hemmungslos erfreuter Post TSV-Manager Michael Grundmann. Als Erfolgsfaktor für diesen Coup benennt er die Verteidigung: „Sie stand sehr gut.“

 

 

Von Henning Klefisch

 

Mehr als 350 begeisterte Zuschauer sind am Aqualip Zeitzeugen, wie der lippische Bezirksliga 3-Vertreter dem Fast-Oberligisten SuS Neuenkirchen ein Beinchen stellt. Beim jüngsten Remis im Ligamatch gegen den RSV Barntrup (1:1) fehlte der letzte Punch – das gewisse Etwas – im Spiel der Post-Kutsche, die im Pokalfight besser unterwegs ist. Vier neue Spieler hat Coach Ralf Brokmann im Vergleich zum letzten Spiel aufgeboten. Diese Umstellungen sind hilfreich. Aber: Eine Stammkraft aus dem Barntrup-Spiel geht ab. Vor allem der Torjäger vom Dienst, Felix Buba, beweist erneut seine Spürnase, markiert in der 25. Minute das Führungstor. Abwehr-Recke Tobias Stork bedient per Langholz seinen Sturmführer. Dieser freut sich diebisch, dass Neuenkirchen-Fänger Marvin Wiesmann einen Ausflug aus seinem Strafraum unternimmt, weshalb Buba lässig zur Führung einschiebt. Die Folge: Ekstase bei den Postlern – gefühlt bei allen Lippern. Die Chance auf das wohl

M. Rüskaup

vorentscheidende 2:0 vergibt Marco Rüskaup nach Zuspiel von Jan Hilbrink etwas leichtfertig, fehlt ihm die Präzision im Torabschluss. Diese Nachlässigkeit wird bitterböse bestraft, gleicht nur wenig später Malte Niewelker aus. Dieser betätigt sich als Scharfschütze, haut einen Freistoß kompromisslos in die gegnerischen Maschen hinein. Der Favorit hat im ersten Abschnitt mehr vom Spiel, doch der Post TSV investiert sehr viel Herz und Leidenschaft – kniet sich in dieses Spiel regelrecht hinein.

 

„Großer Respekt an die Truppe“

 

Joker Fynn Luca Vollmer, dieser kleine Wirbelwind, sticht, als er in Spielminute 56 vom wuchtigen David Ayena gekonnt in Szene gesetzt wird. Es kommt noch besser für die Post-Kicker, die eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff die Entscheidung besorgen. Philip Wichmann macht es wie einst Lothar Matthäus in seinen besten Zeiten, läuft gut gelaunt von hinten nach vorne, mutiert zum kostenlosen Lieferhelden für Buba (Bild links). Der macht das, was er am besten kann: Tore schießen. „Beeindruckend“ findet der Architekt Grundmann, dass sein Team im zweiten Abschnitt auch viel Charakterstärke beweist, sich leistungsmäßig sogar gesteigert hat. „Ich fand uns besser“, erklärt er im Lippe-Kick-Gespräch. Ergo: „Großer Respekt an die Truppe. Sie hat alles rausgehauen. Wir wussten, dass wir heute nur mit einer überragenden Leistung den Gegner schlagen können. Die haben wir heute gezeigt“, haben sich die Postler das Detmolder Siegerpils redlich verdient. Ein spürbar enttäuschter Neuenkirchen-Kicker Julian Knocke hadert gegenüber Lippe-Kick: „Verdiente Niederlage. Wir haben keine Lösungen gefunden – gegen deren kompakte Abwehr.“ Ein weiteres Manko: „Wir hatten ein schlechtes Umschaltverhalten.“ Auf die Frage, ob die Postler denn so stark gewesen seien, antwortet Knocke: „Fand ich jetzt persönlich nicht. Gegentore sind auch aus individuellen Fehlern passiert“, sieht er eigene Aktien als höherwertig an.

 

 

Fazit: Ein hochverdienter Überraschungscoup, der gar nicht mal so überraschend daherkommt, wenn man auf das Spiel blickt. Sogar weitere Tore sind für den Underdog möglich, doch hochpreisige Möglichkeiten vergeben sie. Die Postler sind galliger, williger, auch fußballerisch stärker, kurzum: Sie nehmen diesen Westfalen-Pokal mehr an. Und: Stehen nun vor einer keineswegs unüberwindbaren Hürde mit Steinhagen, dem Team aus dem Kreis Gütersloh. Allerdings: Wer Rhynern schlägt, 2017/18 immerhin als viertklassiger Regionalligist aktiv, der muss einiges auf dem Kasten haben.

 

Tore:

1:0 Felix Buba (25. Min.)

1:1 Malte Niewelker (41. Min.)

2:1 Fynn Luca Vollmer (56. Min.)

3:1 Felix Buba (75. Min.)

 

Details

Datum Zeit Liga Saison Spieltag
14. August 2019 90' Westfalen-Pokal 2019/20 1. Runde

Spielort

Werresportplatz
Georg-Weerth-Straße 19A, 32756 Detmold, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
Post TSV Detmold123Win
SuS Neuenkirchen101Loss

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