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Kreisliga C2 Detmold

Bollwerk-Report – Kreisliga C2 Detmold

Eine stabile Defensivreihe ist außerordentlich wichtig für den Aufstiegskampf. Lippe-Kick analysiert etwas präziser das Abwehrverhalten.

 

„Beobachte sein Spiel gerne mit einem Schmunzeln“

Kreisliga C2 Detmold (hk). Auch im FuL-Kreis Detmold ist eine stabile Defensive extrem entscheidend für das fußballerische Wohlergehen. Ein vorbildliches Indiz: Die besten Abwehrreihen belegen allesamt die vorderen Ränge in der C2 Detmold-Spielklasse. Wir haben mit dem FC Fortuna Schlangen II die Verteidigung vom Spitzenreiter im Porträt. Die Rennekamp-Jungs haben 19 Gegentore geschluckt, stellen somit den drittbesten Wert hinter dem Vierten SG Brakelsiek/Wöbbel II (11) und den Sportfreunden Berlebeck/Heiligenkirchen II (18). Die SF Oesterholz/Kohlstädt II haben 22 mal die Kugel aus dem eigenen Netz holen müssen. Auch hier blicken wir etwas genauer darauf. Ehrlich gesagt: Was jedoch ein wenig verzerrend wirkt: Die Anzahl der absolvierten Partien differiert erheblich. Die Schlänger haben schon 18 mal eingegriffen, während Bra/ II erst 13 Partien und Oesterholz/Kohlstädt II 14 Spiele auf dem Konto haben.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

SG Brakelsiek/Wöbbel II, 13 Spiele, elf Gegentore.

Neun Siege stehen für die Zweitvertretung aus Brakelsiek/Wöbbel insgesamt zu Protokoll. Vorzüglich, dass bei sechs Dreiern die Mannschaft ohne Gegentor blieb. Der Reihe nach: Bei der SG Belle-Cappel III (2:0), bei der SG Istrup/Brüntrup II (4:0), bei der FSV Pivitsheide II (3:0), beim SV Diestelbruch/Mosebeck III (2:0), gegen Fortuna Schlangen II (2:0) und gegen den TuS Horn-Bad Meinberg II (7:0) erfolgten die Siege mit weißer Weste. Besonders anfällig erwies sich die Abwehr von Cheftrainer Jörg Nolte beim 0:3 in Heiligenkirchen. Förderlich, dass der Tabellen-Vierte auf drei starke Fänger setzen konnte, „die allesamt einen top Job gemacht haben“, lobt Vereins-Ikone und Mitspieler Julian Kriete. Beim 2:0-Hinspiel-Erfolg und beim 1:1 im Rückspiel gegen den Klassen-Streber FC Fortuna Schlangen II hat Schnapper Gianluca Del Fauero (Bild rechts) „wichtige Punkte festgehalten“, wie Kriete anmerkt. Allerdings haben auch Jannic Stohlmann und Luca Ernst mit starken Leistungen aufgetrumpft. Im Defensivbereich stehen in zentraler Position Florian Fasse (Bild links) und Christoph Gehlen (Bild rechts) ihren Mann, könnten sie allerdings etwas mehr Torgefahr entwickeln, erzielten sie in gemeinsamen 26 Begegnungen nur einen eigenen Treffer. Kriete lobt vor allem die primäre Aufgabe vom Bollwerk-Duo: „Sie sind eingespielt und das tut der Stabilität echt gut.“ Variantenreich sind die defensiven Schienenspieler auf Tour, erklärt er via Lippe-Kick dazu schließlich: „Bei den Außen können wir auf sehr viele Möglichkeiten zugreifen, sodass wir da eigentlich nie einen Schwachpunkt haben, auch wenn mal jemand ausfällt.“ Ein Grund für die enorme Stabilität der Spielgemeinschaft aus Brakelsiek/Wöbbel: „Die Grundausrichtung der Abwehrreihe ist nicht auf unbedingte Offensive ausgelegt.“ Die Räume zum Mittelfeld sind eng, auch auf den Flügelpositionen wird nicht erbarmungslos bis zur gegnerischen Grundlinie marschiert, ist die defensive Disziplin so stark verinnerlicht, dass die Defensive extrem selten in Unterzahl agieren muss. Kriete hat allerdings auch noch etwas Luft nach oben erkannt, erklärt im Lippe-Kick-Gespräch bezüglich dieser Thematik doch: „Besser werden kann es immer, aber wir sind schon zufrieden. Ein besseres Zusammenspiel mit der Offensive über die Außen und mehr Ruhe in Drucksituationen sind wohl etwas, was jedem Trainer gefallen würde.“

FC Fortuna Schlangen II, 18 Spiele, 19 Gegentore.

Wow, in sieben der 18 Partien blieb die Fortuna ohne einen Gegentreffer. Im Detail war man gegen diese Gegner ohne jeglichen Einschlag: SG Istrup/Brüntrup II (3:0, 14:0), TuS Horn-Bad Meinberg II (0:0, 4:0), SF Oesterholz/Kohlstädt II (5:0), SG Kollerbeck-Rischenau II (8:0) und BSV Müssen III (3:0). Der Höchstwert an Gegentoren war gegen den TuS WE Lügde II zu bedauern, der durch den 6:5-Sieg den Blau-Weißen immerhin eine Handvoll Tore einschenkte. Trotz des drittbesten Wertes in dieser Statistik klagt der gestrenge FC II-Coach Andre Jesse (Bild rechts) bei Lippe-Kick: „Es sind 19 Gegentore, die wir in 18 Spielen bis jetzt auf dem Konto haben. Wir finden, dass es immer noch zu viele Gegentreffer sind.“ Mit einem Mehrwert an „cleverer Defensiv-Arbeit und der Kommunikation oder dem Quäntchen Glück beim Abschluss des Gegners“ hätten diese Tore tatsächlich nicht fallen müssen. Sehr konzentriert agieren die Fortunen auf dem heimischen Rennekamp, was die nur fünf Gegentreffer belegen. Die Abwehr agiert hier vielbeinig, diszipliniert und konzentriert, lässt nur wenig gegnerische Entfaltungsmöglichkeiten zu.

 

Bailman hat das Sagen“

Die Basis für eine stabile Defensive sind die beiden Schnapper Thorben Bruns (acht Einsätze/ 676 Minuten; Bild links) und Mathias Tofall (elf Einsätze/ 821 Minuten). Beide kommunizieren ausgiebig mit den eigenen Abwehrleuten, überzeugen mit einer starken Übersicht, sind geschickt im Stellungsspiel, sorgen durch ihre Individualität für Ruhe und Souveränität. Davor steht die zentrale Verteidigung mit Andreas Schweitzer (Bild rechts; elf Einsätze/ 874 Min./zwei Tore) und Simon Liu (Bild links mittig; 17 Einsätze/1446 Min./zwei Tore) sehr stabil. Jesse schwingt sich zu einem Sonderlob auf: „Die beiden finde ich persönlich als das stärkste Defensiv-Duo in der Liga.“ Als einen „intelligenten Spieler“, der zeitig den ballführenden Gegner attackiert, zudem viel Lufthoheit demonstriert, charakterisiert der Coach „Schweiz“, wie er mit Spitznamen gerufen wird. Liu erlebt seine Premierenspielzeit in der Fortuna-Reserve, hat er sich schnell an die neuen Gegebenheiten akklimatisiert. „Er spricht im Spiel viel mit seinem Team, motiviert seine Mitspieler, rüttelt auch wach, wenn es sein muss“, erklärt Jesse, der weiter fortführt: „Ich beobachte sein Spiel gerne mit einem Schmunzeln.“ Weil: „Befreiungsschläge oder Pässe landen manchmal an unvorhersehbarer Stelle.“ Es macht ihn ganz speziell, dass er per Fuß, Kopf oder Knie immer noch die Kugel so erwischt, obwohl dies für viele Beobachter unerwartet kommt. Erfahrung pur strahlen unterdessen Eugen Bailman (sieben Einsätze/ 305 Min.) und Artur Strohmaier (neun Einsätze/ 373 Min.) aus. Andre Jesse weiß bei Lippe-Kick zu berichten: „Eugen hat, sobald er den Platz betritt, das Sagen.“ Äußerst hilfreich ist seine Autorität: „Das Team und der eigentliche Kapitän hören auf ihn.“ In der jüngeren Vergangenheit musste er sich allerdings mehr um seine juvenile Familie kümmern, doch im Fall der Fälle ist er auf dem Sportplatz zugegen, auch bei Partys stets dabei. Vom Nachbarverein BV Bad Lippspringe kam Strohmaier zu den Blau-Weißen. Auch er fand sofort Anschluss, ist er vor wenigen Monaten operiert worden, weshalb er aussetzen musste.

 

„Wichtig, dass die komplette Elf verteidigt“

Als defensive Schienenspieler fungieren Louis Möllenbernd (elf Einsätze/ 822 Min./ zwei Tore; Bild links) und Dennis Becker (17 Einsätze/1399 Min./ sechs Tore; Bild rechts). Möllenbernd fällt durch seine außerordentliche Lautstärke auf, ist kein Leisetreter, erledigt seine Aufgabenliste mit Bravour, kann auch offensiv für Akzente sorgen. Zudem überzeugt er mit viel Trainingspräsenz und Eifer. Becker gilt als weißer Brasilianer. Er ist ein technisch versierter Linksfuß, Spezialist für ruhende Bälle und bei Torabschlüssen brandgefährlich, wie seine sechs Treffer belegen. Jan-Patrick Kübler (Bild links; 14 Einsätze/ 1044 Min./ drei Tore) ist ein Eigengewächs aus der A-Jugend, verdient sich seine ersten Meriten im Seniorenfußball. „Die richtige Einstellung und sein Fußball haben ihm oft einen Startelf-Platz gesichert“, attestiert ihm Andre Jesse. Ebenfalls zuletzt bei den A-Junioren war Iwo Witalinski (13 Einsätze/ 1039 Min./ein Tor) aktiv. Er fühlt sich auf der linken Außenposition besonders heimisch, führt temporär wahre Kunststücke mit dem Ball auf. Defizitär war zunächst seine ganz eigene Wurf-Technik. Diese hat er auch ohne Einwurf-Trainer Thomas Grönnemark behoben. Mit viel Fleiß und Akribie lernte er die richtige Herangehensweise beim Training. Gut kicken und viel laufen kann Julian Haag (fünf Einsätze/238 Min.). Aus Verletzungsgründen hat er in dieser Spielzeit oft passen müssen, weshalb seine Matchanzahl noch im mittleren einstelligen Bereich anzusiedeln ist. Was allgemein gilt: Für Andre Jesse beginnt die Verteidigung allerdings sehr weit vorne, bekräftigt er bei Lippe-Kick: „Wichtig ist bei unserer Spielweise, dass die komplette Elf verteidigt und im Angriff auch alle dabei und wach sind.“ Und, wichtig in diesen Ostertagen: „Die zweite Mannschaft aus Schlangen wünscht allen Mannschaften im Kreis Gesundheit und viel Durchhaltevermögen, damit wir uns bald wieder auf dem Platz zum Spiel treffen und Spaß haben dürfen am Fußball.“

 

SF Oesterholz/Kohlstädt II, 14 Spiele, 22 Gegentore.

In vier von 14 Begegnungen haben die Sportfreunde kein Gegentor geschluckt. Gegen die FSV Pivitsheide II (1:0, 0:0), die SG Belle-Cappel III (3:0) und den TuS Horn-Bad Meinberg II (1:0) blieb die Abwehr von Coach Frank Warachewicz völlig dicht. Ausgesprochen porös wirkte die Sportfreunde-Defensive beim 0:5 im Derby beim FC Fortuna Schlangen II. Sein Leader René Nowak (Bild rechts) hebt positiv bei Lippe-Kick hervor: „Unsere Stärke in der Abwehrreihe ist Ruhe und das Stellungsspiel.“ Er schränkt ein: „Auch wenn wir nicht die schnellsten Innenverteidiger haben (mich eingeschlossen), können wir auch gegen deutlich schnellere Sturmreihen durch ein konsequentes Stellungsspiel mithalten.“ Wer wann wo die Räume besetzen muss, das wird vorab und auch kurzfristig im Spiel geklärt, läuft die Abstimmung untereinander hervorragend wie vertrauensvoll. Da ist es doch nur ergiebig, dass meist die gleiche Viererkette aufläuft, funktionieren die Mechanismen untereinander daher. „Jeder kennt seine Rolle im Defensiv-Verbund“, erklärt Nowak. Die defensiven Mittelfeldspieler sind die Staubsaugervertreter, bereinigen brenzlige Situationen schon im Ansatz. In der letzten Reihe sind Fabian Seefeld (Bild links), Jannik Schlüter (Bild links unten) und René Nowak positioniert. „Jeder von uns hat hinten die Ruhe am Ball, daher können wir uns aus vielen Situationen spielerisch lösen, wenn es sein muss, aber auch mal einfach den Ball heraushauen“, erklärt Nowak. Seefeld verkörpert für ihn eine „Maschine im Zweikampf.“ Für mächtig Druck auf den Flügeln sorgen die Außenverteidiger, übernehmen sie jedoch häufig Sonntagsausflüge im Angriffssektor, weshalb bei Ballverlusten die Abwehr in Unterzahl und damit in Schwulitäten gerät. Galionsfigur René Nowak hebt den Zeigefinger: „Daran müssen wir arbeiten“, appelliert er, vermisst er zudem die Dynamik in der Verteidigung. Er möchte aber auch nicht als Mecker-Onkel daherkommen, weshalb er versöhnlich mitteilt: „Sonst bin ich extrem zufrieden mit unserer Defensiv-Arbeit. Auch unser Torwart Tim Luca Wolf (Bild rechts unten) gehört dazu. Seine Stärke ist ganz klar das Eins-gegen-eins.“ Hier kann Wolf sein Rudel mit tollem Stellungsspiel, einer feinsinnigen Intuition und tollkühnen Reflexen oft retten.

 

Edeka Wiele

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