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Historisch

Unvergessene Vereine – Spielvereinigung Bavenhausen

Ehre, wem Ehre gebührt. Die neue Serie beginnt mit der Spielvereinigung Bavenhausen, die gute Zocker und legendäre Feiern erlebt hat.

 

„Es waren die drei geilsten Jahre“

Unvergessene Vereine (hk). Immer wieder überlegen wir uns bei Lippe-Kick, speziell in dieser ewig andauernden Corona-Pause, wie wir die Leser für unsere Plattform neu begeistern können. Zuletzt hatten wir etwa die Rubrik Bollwerk-Report, die sehr gut angekommen ist. Nun geht das nächste neue Spezialgebiet an den Start, was durchaus klickträchtig sein könnte. Die Rede ist von „Unvergessenen Vereinen.“ Das sind Vereine, die über einen eigenen Sportplatz verfügen, jedoch in keiner Spielgemeinschaft weiterleben, nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen. Wie etwa die Spielvereinigung Bavenhausen, die 1924 ins Leben gerufen wurde, 2018 mangels Masse im Fußball den Spielbetrieb einstellen musste.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

 

Beachtlich: Noch in der Spielzeit 2017/18 gingen die Mühlenkicker sogar mit zwei Mannschaften an den Start. Die Reserve musste als Neuner-Mannschaft letztlich in der Serie zurückziehen, während die Erstvertretung als Tabellenneunter einlief, dann der Stecker gezogen wurde. Die Schulz-Brüder Marian und Marvin spielten einst für die Kicker aus dem knapp 900-Seelen-Ort, oder auch Dominik Horstmann, der Sturmtank. Ebenso der im gesamten Kalletal bekannte Ali Al Fahad gab sich einst die Ehre, auch wenn die Trennung nicht mit dem Friedensnobelpreis belohnt wird. Für Marvin Schulz war ein Höhepunkt „der Wechsel von Marian Schulz, wo uns ein absoluter Transfercoup gelungen ist.“ Unmittelbar vor dem Stichtag, dem 30. Juni 2014, ist der sportlichen Leitung dieses Transfer-Meisterwerk gelungen. Sein Bruder ruft sich ins Gedächtnis: „Das war so circa nachts um 4.00 Uhr im Lindenkrug, auf einem Bierdeckel.” Gleich zweimal wurde mit den Schulz-Brothers knapp der Aufstieg verpasst, als jeweils der vierte Rang in der C-Liga im Endklassement stand. In der Verteidigung räumte der kompromisslose Abwehrhüne Marian rigoros ab, stellte den Stabilisator im hinteren Bereich der Bavenhäuser. Die zeichneten sich lange Zeit durch eine extreme Gemeinschaft aus, haben doch die Kicker der beiden aktiven Seniorenteams „legendäre Abende“ gefeiert, erinnert sich Marvin Schulz glückselig an diese schöne Zeit zurück: „Bavenhausen war ein riesengroßer Freundeskreis, der sich dreimal die Woche zum Kicken getroffen hat und mehr oder weniger etwas erfolgreich war.“ Coach dieser Mannschaft war Jörg Schigat (Bild rechts unten), bei dem sich Marvin Schulz im Lippe-Kick-Gespräch recht herzlich bedanken möchte: „Ein riesen Dank geht an ihn, der das ausgehalten hat mit uns Banausen.“

 

 

„Viele haben die sportliche Perspektive in die Hand genommen“

Im Kalletal vor zwei Jahren gab es noch so einige Derbys. Ob gegen die Reserve-Mannschaft aus Bentorf/Hohenhausen, gegen die SG Talle/Westorf II oder den TuS Lüdenhausen II, selbst gegen die Zweitvertretungen aus Kalldorf und Lüerdissen. Schulz löscht nicht aus seinem Gedächtnis, dass diese Ortsderbys „immer sehr geil waren, gegen die Jungs zu zocken, mit denen man vielleicht mal zusammen gespielt hat oder auch mit denen man sonst freitags oder samstags das eine oder andere Kaltgetränk zu sich genommen hat.“ Die Kalletaler zeichnen sich ganz speziell dadurch aus, dass sie extrem zusammenhalten, ein verschworener Haufen sind – inmitten der ländlich geprägten Region. Bis zu 30 Schlachtenbummler pilgerten zu den Heimspielen zum Sportplatz „Zum Fischteich.“ Warum wird in Bavenhausen denn aktuell kein Fußball im Verein mehr gespielt? Marvin Schulz liefert dafür die Erklärung: „Leider haben dann viele Spieler, unter anderem mein Bruder und ich, noch einmal die sportliche Perspektive in die Hand genommen, um sich in den höheren Ligen, in dem Fall Kreisliga A oder B, zu versuchen.“ Die folgenreiche Konsequenz: „Und dadurch hat sich der Verein dann auflösen müssen, da keine oder kaum Spieler zum Verein gestoßen sind. Schade, wie ich finde.“ Weil: „Es waren die geilsten drei Jahre.“

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