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Kreisliga B2 Lemgo

Bollwerk-Report – Kreisliga B2 Lemgo

Hier geht es um den Aufstieg in das Kreisoberhaus. Lippe-Kick schaut sich einmal die besten Abwehrketten etwas genauer an.

„Voelzke lehrt so manchem Stürmer das Fürchten”

Kreisliga B2 Lemgo (hk). Wenn es in der Kreisliga B2 Lemgo denn überhaupt weitergeht, dann verspricht der Aufstiegskampf um das A-Liga-Ticket eine ganze Menge Spannung. Aus den Top-Vier verfügen mit dem Klassenbesten TuS Lockhausen (19 Gegentore), dem Dritten TuS RW Grastrup/Retzen (23) und dem viertplatzierten TuS Asemissen II (25) über die besten Abwehrreihen. Einzig die Reserve vom TuS Lipperreihe tanzt mit 31 Einschlägen etwas aus der Reihe. Wir haben die drei sichersten Bollwerke analysiert, mit den Vereinen gesprochen, eruiert, über welche Stärken die Abwehr verfügt. Schaut mal etwas genauer hin. Das könnte durchaus aufschlussreich werden.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

TuS Lockhausen, 18 Spiele, 19 Gegentore.

Die TuS Lockhausen- Abwehr glich in einigen Partien einer absoluten Sperrzone für die Kontrahenten. So etwa bereits zum Pokal-Auftakt beim 3:0-Sieg beim RSV Schwelentrup. Mit dem gleichen Ergebnis ist der Nachbarverein TuS Ahmsen II zum Liga-Start in die Knie gezwungen worden. Auch gegen Yunus Lemgo (5:0), den FC Union Entrup (1:0), den TuS Bexterhagen II (3:0), den TSV Schötmar (1:0),  die TSG Holzhausen/Sylbach (5:0) und den  TuS Leopoldshöhe II (1:0) kassierte der TuS Lockhausen keinen gegnerischen Einschlag. „Wir haben natürlich sehr ordentlich in der Defensive agiert“, findet auch Coach Stefan Braunschweig. Bei den vier Saisonpleiten wurden elf der 19 Gegentreffer geschluckt, womit in den übrigen 14 Partien nur schlappe achtmal der Gegner jubeln durfte.

 

Braunschweig favorisiert das „kollektive Verteidigen“

Auch im Sektor Verteidigung des eigenen Gehäuses führt der Klassenbeste TuS Lockhausen das Ranking an. Wer denkt, dass beim Team von Chefcoach Stefan Braunschweig die defensive Sorgfaltspflicht erst ab dem defensiven Mittelfeld ihren Anfang nimmt, stolziert auf einem brüchigen Holzweg. Für den Ex-Arminen Braunschweig kann man als Offensivspieler viele Beliebtheitspunkte absahnen, wenn man im gegnerischen Abwehrdrittel die Gegenspieler zuläuft, sie attackiert, deren Passwege zustellt. „Da haben wir mit Jan Krügler (Bild links unten), Kai Krutzsch (links oben) und Anto Rados unheimlich fleißige Leute“, adelt Braunschweig dieses Offensivtrio. Das „kollektive Verteidigen“ sorgt für gute Stimmung beim Übungsleiter, „was im Idealfall im Sturm beginnt.“ Als Staubsaugervertreter, die die gegnerischen Aktionen meist bereits in der Entstehung bereinigen, fungieren Marco Höcker und Jan Sundermann (Bild rechts), die gut aufeinander abgestimmt wirken, miteinander harmonieren. Höcker gilt als „gnadenloser Abräumer“, der um jeden Zentimeter auf dem Spielfeld fightet. Sundermann checkt frühzeitig die erforderliche Eingreifsituation, ist ein Zweikampfmonster par exzellence, reibt sich hier auf und ist stetig mobil.

 

 

 

„Alle haben einen geilen Job gemacht“

Hinter diesem gut eingespielten Duo verrichtet der Abwehrverbund seinen Dienst, der zumeist als Viererkette fungiert und aus den Akteuren Dennis Brackhage (Bild links oben), Bastian Eickmeier, Marcus Frenzel, Philipp Bexten, Jonas Weege (Bild rechts) und Edgar Tissen besteht. Letzterer ist über weite Strecken der Hinserie konstant von Verletzungen heimgesucht worden, weshalb die Vorbereitung ohne ihn stattfinden musste. Braunschweig adelt seine Jungs: „Egal, wer da gerade angespielt hat. Alle haben einen geilen Job gemacht und sich mit unterschiedlichen Fähigkeiten sehr gut ergänzt.“ Einen Verteidiger mit einem Sonderlob besonders hervorzuheben, würde die Leistung der anderen Akteure schmälern. Deshalb unterlässt dies Braunschweig tunlichst. In der Schachtel ist Fänger Florian Stuke (Bild links) beheimatet. Braunschweig offenbart: „Da haben sich mit viel Licht und ab und zu mal ein bisschen Schatten etwas schwankende Leistungen eingestellt“, besitzt jedoch auch der Schnapper seinen Anteil daran, dass der Verein vom Sepp die stärkste Abwehr der B2 Lemgo stellt. Als die „Parade der Saison“ bezeichnet Braunschweig Stukes entschärften Freistoß vom Standard-Fachmann Ilker Siviloglu. 98 Minuten waren im Spiel gegen den TSV Schötmar gespielt und Siviloglu hätte beinahe das 1:1 markiert. Mit einer wirkungsvollen Flugshow hielt Stuke allerdings seinen Kasten sauber.

 

 

„Man benötigt ein funktionierendes Kollektiv“

Der erfahrene Coach stellt im Lippe-Kick-Gespräch klar: „Man benötigt ein funktionierendes Kollektiv, gepaart aus Leistungsbereitschaft und Kameradschaft, um zu solchen Leistungen fähig zu sein, sowohl defensiv als auch offensiv.“ Er hebt lobend hervor: „Genau das schreiben wir uns stolz auf unsere TuS Lockhausen-Fahne, solche Jungs in unseren Reihen zu haben, die genau diese Attribute mitbringen, immer wohlweislich, in welcher Liga wir uns bewegen“, nämlich in der zweittiefsten Kreisliga. Stillstand bedeutet Rückschritt, hat Stefan Braunschweig trotz einer aufstrebenden Entwicklung dennoch erkannt, dass noch mehr möglich ist. Zunächst einmal müssen allerdings die Füße still gehalten werden, sagt auch Braunschweig voller Demut: „Genau daran werden wir arbeiten, wenn wir wieder dürfen.“

 

 

TuS RW Grastrup/Retzen, 16 Spiele, 23 Gegentore.

Der Start in die neue Spielzeit verlief extrem verheißungsvoll für die Rot-Weißen. Nach dem 4:1-Erfolg gegen den FC Union Entrup folgten in den weiteren zwei Spielen jeweils Siege zu null. Beim Tabellen-Nachbarn TuS Asemissen II ist mit 1:0 und gegen die Reserve aus Bexterhagen sogar mit 5:0 gewonnen worden. Auch gegen den A-Liga-Absteiger TSV Schötmar schluckte man beim 3:0-Triumph keinen Gegentreffer. Für Rot-Weiß-Kicker Salvatore Völkel (Bild rechts) war dieser Erfolg einer der Höhepunkte in der Hinserie. Weil: „Wir haben gegen ein spielerisch starkes Team fast keine Torchancen zugelassen.“ Sehr teuer hat sich der Tabellenvierte zudem im Kreispokal gegen den Bezirksligisten TSV Oerlinghausen verkauft. Nach 120 Minuten stand es 1:1, haben sich die Eitner-Männer den Gang in das Elfmeterschießen redlich verdient. „Da hat jeder, vom Stürmer bis zur Abwehr, für den anderen gekämpft. So konnten wir trotz der Niederlage erhobenen Hauptes aus dem Pokal-Wettbewerb ausscheiden“, klatscht Völkel innerlich Beifall für diesen couragierten Auftritt. Der 9:0-Heimsieg über den TuS Ahmsen II war vorne berauschend und hinten stabil. Das 4:0 bei Yunus Lemgo war der fünfte und somit letzte gegentorlose Beweis. In vier Partien war die rot-weiße Defensive allerdings eher vogelwild. Beim 3:3 beim TBV Lemgo III, am folgenden Spieltag mit dem gleichen Ergebnis in Holzhausen und ebenso die beiden Niederlagen in Lockhausen (1:3) und bei der TSG-Reserve (2:3) haben deutlich zu verstehen gegeben, dass gegen Mitte der Hinserie in der Verteidigung eher liberal verteidigt wurde.

 

Hüter Brandenburg macht Sprung nach vorne

Fänger Andre Brandenburg (Bild links) weist in gut einem Drittel seiner Spiele eine weiße Weste auf, machte leistungsmäßig zudem einen Sprung nach vorne. Am ehemaligen Bad Salzuflen-Fänger führt derzeit kein Weg dran vorbei. Er ist einer von den Unantastbaren im Team vom TuS RW Grastrup/Retzen. Dass er eine Leistungssteigerung vollzogen hat, hat seine Gründe, wie sein Mitspieler Salvatore Völkel gegenüber Lippe-Kick erklärt: „Ich denke, das liegt an dem Zuspruch und der Motivation, die er vom Coach und der Mannschaft bekommt. Er trainiert sehr viel, fehlt fast nie beim Training und das alles hat sich in dieser Saison bezahlt gemacht.“ Annähernd in den Status einer Kultfigur ist er gerückt, als er beim 10:9-Pokal-Krimi nach Elfmeterschießen gegen den BSV Leese mit einer bemerkenswerten Leistung aufwartete. Das Weiterkommen gegen den A-Liga-Aufsteiger war eines der Highlights in dieser Spielzeit für die Rot-Weißen.

 

„Voelzke lehrt das Fürchten“

In der Verteidigung musste schnell gelernt werden. Vor der Spielzeit hat Ex-Coach Thore Eitner einige Sachen im taktischen Bereich verändert, vollzog eine andere Herangehensweise. Völkel meint dazu: „Ich denke, hier bemerkt man am meisten unseren Systemwechsel. Er verleiht uns mehr Optionen im Spielaufbau, der dann sehr offensiv ausgerichtet ist, ohne jedoch die defensive Stabilität zu verlieren. Doch so ein System braucht auch Zeit und so haben wir einige Gegentore selbst verschuldet“, sind es individuelle Aussetzer, die bei einigen Gegentoren begünstigend waren. Der chronisch coole Sören Krack (Bild links) steht sicher, verteidigt extrem souverän, verfügt über das Auge, um zu schauen, wann er wie eingreifen muss. Neben dem Routinier agiert in den meisten Spielen Joel Losch (Bild rechts), der solide seine Arbeit verrichtet, über den nötigen Speed verfügt, um in der zentralen Abwehrreihe auch in den wichtigen Laufduellen als Gewinner herauszugehen. Nicht verachtet werden sollte der „alte Haudegen“ Sebastian Voelzke (O-Ton: Völkel), bringt dieser doch eine hohe Grundaggressivität mit, „lehrt so manchem Stürmer das Fürchten“, wie das neue Sprachrohr von Grastrup/Retzen erkannt hat.

 

 

„Man kann sich unsere Spiele fast immer gut anzuschauen“

Die Außenverteidiger-Positionen sind nominell und qualitativ sehr gut besetzt. Links verteidigen Jannis Lorenz (Bild links; 7 Tore) und Max Rosenberg (1), rechts Jakob Kreie (0), Julien Rohmann (1) und Leon Beckmann (0). Im neu konstruierten System besetzen sie entscheidende Aufgabenfelder, sind sie doch gefordert, mehr Offensivdrang an den Tag zu legen, zugleich defensiv sicher zu stehen. „Das bedeutet, sie müssen Spiel für Spiel einen hohen läuferischen Aufwand abspulen. Das bekommen sie bisher sehr gut hin und sind deswegen noch dazu sehr torgefährlich“, erklärt Salvatore Völkel im Lippe-Kick-Gespräch. Neun Tore haben die fünf Außenverteidiger insgesamt erzielt. Im defensiven, zentralen Mittelfeld fühlen sich Patrick Martin, Stanislav Kibernik (Bild links unten), Nico Bösener, Lynus Lenz (Bild rechts) und Völkel beheimatet. Jeder Spielertyp im Maschinenraum vom TuS RW Grastrup/Retzen ist einzigartig, rühmt Völkel bei Lippe-Kick: „Hier stimmt die Mischung aus Erfahrung, Technik, Kreativität, Aggressivität und Laufbereitschaft auch sehr gut.“ Trotzdem: „Aber im Grunde genommen funktioniert eine gute Defensive nur als ganzes Team. Auch all unsere Offensiv-Spieler sind sich nie zu schade, nach hinten mitzuarbeiten“, ist es schließlich außerordentlich wichtig, dass das gesamte Team die Priorität zunächst auf die Verteidigung vom eigenen Gehäuse legt. Selbst wenn der perfekte Zustand noch längst nicht erreicht ist, so meint der Routinier trotzdem: „Man kann sich unsere Spiele fast immer ganz gut anschauen.“

 

 

TuS Asemissen II, 18 Spiele, 25 Gegentore.

Das erste gegentorlose Spiel gab es für den TuS Asemissen II in der vierten Runde beim 3:0-Erfolg über die Reserve vom SV Werl-Aspe. Auch beim TuS Leopoldshöhe II (1:0), gegen Yunus Lemgo (5:0), und beim FC Union Entrup (2:0) war der Asemisser Kasten nach 90 Minuten unberührt. Mit dem 2:4 beim SV Wüsten kassierten die Blau-Weißen ihre meisten Gegentore. Insgesamt stimmt aber der Defensiv-Vortrag der Westlipper. Im Gehäuse kann sich Coach Florian Meerkötter auf seine beiden Schnapper Alexander Klassen (Bild rechts) und Lutz Jonaitis hundertprozentig verlassen. „Alex ist für mich einer der besten Hüter unserer Liga. Er hatte sich im letzten Spiel der vorherigen Saison den Finger gebrochen und brauchte wieder etwas, um in Form zu kommen.“ Beim besagten Erfolg in Entrup attestiert Meerkötter seinem Fänger Klassen sein „bestes Spiel“ bestritten zu haben. Schließlich und endlich steht für ihn fest: „Mit beiden zusammen sind wir auf der Torwartposition gut besetzt.“

 

„Brühl gibt niemals auf“

Über ein Sextett an Akteuren verfügt der Tabellendritte für die Viererkette. Hier kann der Coach wechseln, ohne erhebliche Einbuße an Qualität hinnehmen zu müssen. Sowohl rechts als auch links außen kann Niklas Brühl (Bild links) verteidigen. Auf rechts fühlt sich Kai Johannes Bullock (Bild rechts) pudelwohl, auf der linken Seite Lucas Wöstenfeld (Bild links). Brühl ist für eine geraume Zeit verletzungsbedingt ausgefallen. „Er zeichnet sich aber durch seine robusten Zweikämpfe aus. Er gibt niemals auf“, attestiert ihm Meerkötter. Nach Brühls Ausfall ist Bullock, nicht verwandt oder verschwägert mit der Hollywood-Schauspielerin Sandra Bullock, von seiner angestammten Mittelfeldposition zum Rechtsverteidiger umgeschult worden. Meerkötter ist davon angetan: „Er ist einer meiner zuverlässigsten Spieler. Er verpasst kaum eine Trainingseinheit und ist immer mit 100 Prozent dabei. Lucas zeichnet sich durch sein enormes Tempo aus und ist von seinen Anlagen sehr gut für die Außenverteidiger-Position geeignet.“

 

„Gröschl ist bereits extrem weit“

In der Defensivzentrale kicken Manuel Kesting (Bild links), Timo Spitzer Bild links) und Tobias Gröschl. Kesting und Spitzer bilden ein „sehr starkes Innenverteidiger-Duo in unserer Liga“, meint Meerkötter. Er vertieft sich etwas mehr in seine Analyse: „Manuel ist aufgrund seiner Erfahrung und Geschwindigkeit sehr wichtig für uns. Timo hat sich in den letzten ein, zwei Jahren enorm weiterentwickelt und spielt eine sehr stabile Saison.“ Gröschl (Bild rechts), der Azubi-Verteidiger, ist gerade der A-Jugend entwachsen, performed äußerst stark. „Für seine erste Saison bei den Senioren ist er bereits extrem weit“, lobt Florian Meerkötter und hat ein Beispiel-Match parat, das für einen seriösen Defensiv-Vortrag steht: „Ein sehr gutes Spiel meiner Abwehrreihe hatten wir in Entrup. Bei sehr schlechten Bedingungen haben wir 2:0 in Unterzahl gewonnen. Alex Klassen hält einen Elfmeter und auch ansonsten ebenso alles weitere an diesem Tag und die restlichen Jungs fighten in der Defensive bis zum Schlusspfiff.“

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