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Historisch

Historisch – VfL Lüerdissen

 

Einen Rückblick in die glorreiche Vereinshistorie vom derzeitigen Tabellenzehnten der A Lemgo, den präsentiert euch Lippe-Kick hier. Klickt mal hinein.

 

„Hatten eine fußballerische Klasse, ein tolles Teamwork“

 

Historisch (hk). Schön war es. Ein Jahr nach dem Sommermärchen 2006, als die Welt zu Gast im freundlichen Deutschland war und Kaiser Franz mit der Sonne um die Wette strahlte, erlebte auch der VfL Lüerdissen sein ganz persönliches Sommermärchen. Unter Coach Wolfgang Wächter, dem Langen, gelang der erstmalige und bis dato einzigartige Sprung in die Landesliga. Der langjährige 1. Vorsitzende Jobst Bekemeier hat sich an diese erfolgreiche Zeit rund um die Jahrtausendwende zurückerinnert, benennt die Gründe für diesen Aufschwung, moniert allerdings auch, warum der Amateurfußball im Allgemeinen und der lippische Fußball im Speziellen vor keiner einfachen Zeit steht.

 

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Von Henning Klefisch

 

Der Boden für die erfolgreichen Nuller-Jahren aus Sicht vom Verein für Leibesübungen war eine exzellente Jugendarbeit, auf die sich Bekemeier schon ein klein wenig stolz zeigt. Die älteren Jahrgänge etwa waren überkreislich aktiv, freut sich auch Bekemeier: „Neben dem TBV Lemgo und dem SV Eintracht Jerxen/Orbke hatten wir damals die beste Jugend in ganz Lippe.“ Man stieg immer weiter auf. Bis 1992 gab es in Lüerdissen nur B-Liga-Fußball zu sehen. Es folgten sechs Jahre im Lemgoer Kreisoberhaus, ehe 1998 unter der Lüerdisser-Trainerlegende Ivan Maros der Sprung in die Bezirksliga gelang. Von 1993 bis 2004 stand der „Magier“ Maros an der Seitenlinie, ehe ihn Wolfgang Wächter ablöste, der 2007 mit seinen Mannen sensationell mit einem Punkt Vorsprung vor dem Post SV Detmold in die Landesliga aufstieg. Jobst Bekemeier verrät die Gründe für den temporären Höhenflug: „Wir hatten eine fußballerische Klasse. Dazu eine eingeschworene Mannschaft, ein tolles Teamwork, einen großen Kader. Die Früchte wurden in diesen Jahren geerntet“, meint er damit die herausragende Lüerdisser-Jugendarbeit, die mit viel Akribie, Weitsicht und Fachkenntnis geführt wurde. Was in dieser Zeit ausgesprochen beeindruckend war: „Wir haben häufig Busse zu Auswärtsspielen eingesetzt. Wir hatten in der Fremde teilweise mehr Zuschauer dabei als der Gastgeber.“ Wächter beendete aus privaten Gründen vorzeitig schon im Sommer 2007 seinen Dienst. Für ein vierteljährliches Gastspiel kam der A-Lizenz-Inhaber Peter Kuckelkorn in das Waldstadion, verließ er die Lüerdisser jedoch bereits im November 2007. Es folgte Thomas Johannfunke im Dezember des gleichen Jahres. In der neuen Liga hingen die Trauben aber zu hoch. Die Himmelsstürmer stiegen zusammen mit dem FC Türksport Bielefeld und dem SV Enger-Westerenger direkt wieder ab.  „Die Nummer war für uns zu groß“, meint der langjährige Vereinsboss damit das Abenteuer Landesliga.

 

 

 

 

 

 

„Die Spielgemeinschaften sprießen aus der Erde“

 

Nach dieser erlebnisreichen Gast-Spiel-Reise mit vielen neuen Eindrücken folgten mehrere Spielzeiten unter Thomas Johannfunke (Bild links; Dezember 2007 bis Ende 2010) erst in der besagten Landesliga Staffel 1 Ost, dann in der Bezirksliga Staffel 3. Im ersten Bezirksliga-Jahr spielten sie als Tabellenzweiter im Endklassement lange Zeit aussichtsreich mit im Kampf um die direkte Landesliga-Rückkehr. Auch in der zweiten Saison war es einstellig, mit dem neunten Rang. Dann folgte Willi Wollbrink im Februar 2011 und Rang 13. Ein Jahr später gab es nach der gleichen Platzierung das Comeback im Kreisfußball nach einem neunjährigen überkreislichen Gastspiel.  Wollbrink schwang in Summe über sechs Jahre das Zepter, belegte einmal einen dritten (2016), dreimal einen vierten (2013, 2015, 2017) und einmal einen fünften Rang (2014). Seit 2017 bekleidet der langjährige VfL-Außenverteidiger Tim Steffen (Bild rechts) das Amt als Spielertrainer. Der 37-jährige Familienvater kann seiner Mannschaft viel beibringen, kickte er doch einst für den FC Bad Oeynhausen erfolgreich in der Landesliga. Nach einem fünften Rang im Vorjahr steht derzeit die zehnte Position als Zwischenbilanz. Das ist nicht nach dem Geschmack von Jobst Bekemeier, der hadert: „Aktuell dümpeln wir ein bisschen herum“, hat sich der Ur-Lüerdisser wohl mehr von dieser Saison versprochen. Er sieht keine rosige Perspektive auf den hiesigen Fußball zukommen. Die Entwicklung trifft nicht seine Geschmacksnerven, verdeutlicht er doch vehement bei Lippe-Kick: „Das gesamte Freizeitverhalten hat sich verändert. Der Fußball ist nicht mehr die Nummer eins. Das Spielerpotenzial wurde geringer.“ Ebenso die Verhaltensweisen der Fußballer haben sich massiv im Vergleich zur goldenen Ära des VfL Lüerdissen geändert. Jobst Bekemeier spricht es offen an: „Nach dem Spiel haben wir früher länger zusammengesessen, haben über verschiedene Themen miteinander gesprochen. Heutzutage hauen viele Spieler kurz nach dem Duschen bereits ab.“ Und, was ihm ebenfalls aufgefallen ist: „Die Spielgemeinschaften sprießen aus der Erde. Viele Mannschaften müssen aufgrund von Spielermangel fusionieren.“

 

Bildquelle: Jobst Bekemeier, Oliver Westerhaus.

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