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Kreisliga A Lemgo

TuS Brake – „Die Jungs vermissen die Zweikämpfe“

Ein echter Fachmann zur Thematik Fußball und Covid-19 ist Michael Berge – hobbymäßig und von Berufs wegen. Wir haben den Geschäftsführer im Inside-Report über seinen TuS Brake befragt.

 

 

„Persönlich würde ich die Saison zu Ende spielen.“

 

Kreisliga A Lemgo (hk). Normalerweise würde in diesem Saisonstadium innig um jeden Ball gekämpft, die Spannung im Kampf um den Aufstieg oder gegen den Abstieg wäre spürbar. Doch was ist in diesen Tagen schon normal in Zeiten der Corona-Pandemie, der damit einhergehenden Stilllegung auch vom lippischen Fußball-Betrieb. Selbst der TuS Brake, nach sechs mageren Pünktchen aus 19 Partien extrem abstiegsbedroht, setzt nachvollziehbar andere Prioritäten, geht es zuvorderst darum, ganz einfach gesund zu bleiben. Inmitten der kollektiven Unklarheit leuchtet allerdings ein Hoffnungsschimmer durch die dunkle Wolkendecke. Sehr gut möglich, dass das Lemgoer A-Klassen-Urgestein in dieser Saison überhaupt nicht absteigen muss.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

Berge ist nicht nur Geschäftsführer bei den Walkenfeld-Jungs. Er ist beruflich auch im Gesundheitswesen aktiv, hat sich deshalb in den letzten Wochen eingehend mit dieser Thematik beschäftigt. Gegenüber Lippe-Kick gibt er unumwunden zu: „Das Corona-Virus bestimmte sozusagen meinen Tagesablauf. Im März Überstunden en Masse und auch Wochenendarbeit“, musste der Familienvater in der letzten Zeit viel malochen. Auch deshalb verrät er völlig offenherzig im Lippe-Kick-Gespräch: „Das war schon sehr heftig und anstrengend und geht an die Substanz.“ Da sich die Situation durch die Kontaktbeschränkungen zumindest zeitweise ein wenig entspannt hat, kann er nun etwas durchatmen, sich auch mal mit seinem TuS Brake etwas tiefergehend beschäftigen. So hat Berge in Erfahrung gebracht, dass Chefcoach Andreas Ridder seinen Jungs empfohlen hat, Individualmaßnahmen zu ergreifen, um den erforderlichen Fitnesszustand zu erlangen. Läufe durch die Lemgoer Umgebung eignen sich besonders dafür. „Da ist aber jeder einzelne Spieler für sich selbst verantwortlich“, appelliert Berge an die Eigenverantwortung. Ein Begriff, der während der aktuellen Krise häufig verwendet wird. Was beim Kontaktsport Fußball nicht gänzlich zu unterschätzen ist: „Natürlich vermissen die Jungs die Zweikämpfe im Training, aber was will man machen?“, hätten die Kicker sonst Golf, Tennis oder Darts als favorisierte Sportart ins Auge gefasst.

 

„Es kann nur eine Annullierung der Saison stattfinden“

 

Es wird emotional und ausschweifend im lippischen Fußball gestritten und diskutiert. Auch Lippe-Kick fragt Michael Berge direkt: Welches Szenario ist das fairste im Amateur-Fußball in diesen schwierigen Zeiten? Berge quittiert: „Wenn du mich persönlich fragst, würde ich sagen, die Saison zu Ende zu spielen, aber das wird aufgrund der akuten schwierigen Sachlage, da uns allen auch die Zeit davon läuft, nicht passieren.“ Der Alternativplan: „Also kann nur eine Annullierung der Saison stattfinden. Das ist natürlich bitter für die Vereine, die aufsteigen können und wollen. Für uns im TuS Brake ergo das Gegenteil, das würde bei allen Beteiligten Begeisterung und Wohlgefallen auslösen.“ Hier würde der Traditionsverein aus dem altehrwürdigen Walkenfeld den Klassenerhalt demnach durch äußere Einflüsse erreichen. Kurzum: Ein Profiteur sein. Wer das schnelllebige Fußball-Geschäft aber durchblickt, weiß, dass bereits nach zwei Begegnungen schon kein Hahn mehr danach kräht, ist die oftmals als schönste Nebensache der Welt verschriene Sportart bekanntlich vom Ergebnis abhängig, vor allem auf Fakten basierend, zumindest, was Tore und Tabellen betrifft.

 

„Es ist schwierig, Spieler zu begeistern“

 

Da aktuell die sportliche Situation so undurchsichtig ist wie Nebel am frühen Oktobermorgen in den schottischen Highlands, hat sich der Turn- und Sportverein aus Brake bisher im Personalsektor auffällig zurückgehalten, trübt die vorherrschende Pandemie die Aussichten. Bevor Mitte März die Corona-Krise an Fahrt aufnahm, galt der TuS Brake quasi als feststehender Absteiger, denn neun Punkte Differenz zum rettenden Ufer und dem TuS Sonneborn sind ein dickes Brett, was gebohrt werden muss. Zumal die Sonneborner noch die Nachholspiele gegen den BSV Leese und den TBV Lemgo II in der Hinterhand haben. Die Braker hätten eine geschichtsträchtige Siegesserie durchziehen müssen, um dem erhofften Wunder vom Walkenfeld tatsächlich realistische Züge zu verleihen. „Wie jeder weiß, ist es dann besonders schwierig, Spieler zu verpflichten, beziehungsweise zu begeistern für die Kreisliga B“, sehen sich die meisten Kicker doch – zumindest laut ihrem eigenen Anspruchsdenken – klar im Kreis-Oberhaus beheimatet. Mit welchen Trümpfen kann denn der TuS Brake aufwarten? „Wir können natürlich mit unserer Top-Sportanlage grüßen, vor allem mit dem neuen Kunstrasenplatz, das ist schon à la bonne heure.“

 

Beweist der TuS Brake wieder eine Stehauf-Mentalität ?

 

In der Zukunft soll der eigenen Jugend eine Perspektive aufgezeigt werden, auch im Seniorenbetrieb weiter für ihren Heimatverein zu spielen. Michael Berge verpackt dieses Wunschdenken in Worte: „Wir verfolgen den Plan, das ist die Vorstellung und die Philosophie der Abteilung, in Zukunft auf unsere Jugend zu setzen.“ Bereits im Mini-Kicker-Alter kicken viele Jungs für den TuS Brake, beinhaltet dies auch ein hohes Maß an Bodenständigkeit, was den Verein auch dauerhaft auszeichnen soll. Sich diese Tugend zu erhalten, sie weiter auszubauen, das würde die Schloss-Kicker schon ein erhebliches Stück weiterbringen. Notfalls wird dies auch über den Umweg Kreis-Unterhaus getan, sagt der zudem als leidenschaftlicher 1. FC Köln-Anhänger bekannte Berge gegenüber Lippe-Kick: „Dann ist es eben so, dass wir in die Kreisliga B absteigen, obwohl das für mich schon absolut bitter wäre. Das muss ich einmal in aller Deutlichkeit betonen.“ Für den TuS Brake wäre dieser Gang aber kein absolutes Neuland, haben sie immer wieder bewiesen, dass sie eine Stehauf-Mentalität an den Tag legen können. Seit 2008 verkörpern die Jungs, nahe vom Wasserschloss aus der Weserrenaissance beheimatet, allerdings den Evergreen in Lemgos Kreisoberhaus. Michael Berge vertraut den Verbänden, auch den einzelnen Fußball-Kreisen, dass möglichst schnell und gerecht eine Lösung gefunden wird. Grundsätzlich darf man gespannt darauf blicken, ob und wie der lippische Amateur-Fußball mit dem Thema Geisterspiele umgeht. Bekanntlich genießen die Zuschauer bei den meisten Spielen reichlich Bewegungsfreiheit. Einzig bei Pokalendspielen, den lippischen Hallenmeisterschaften und Auf- und Abstiegs-Matches wird es meist ein wenig kuscheliger rund um den Sportplatz. Die Ungewissheit ist nämlich aktuell der größte Gegner für die lippischen Vereine. Schlussendlich Michael Berge: „In diesem Sinne. Bleibt alle gesund und fit, sodass wir uns demnächst auf der einen oder anderen Sportanlage wiedersehen“, stirbt die Hoffnung zuletzt.

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