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Kreisliga B1 Lemgo

FC Donop/Voßheide – Leben im luftleeren Raum

Beim FC Donop/Voßheide wird der Fußball mit jedem Molekül gelebt. Die Anhänger begeistern sich am fröhlichen Kick des Tabellenfünften der Kreisliga B1 Lemgo. Coach Sebastian Milde hat sich bei Lippe-Kick zur aktuellen Situation geäußert.

„Es ist wie im Film“

 

Kreisliga B1 Lemgo (hk). Kurz wollen wir sportlich bleiben: Natürlich hat der FC Donop/Voßheide dem Aufstiegs-Express längst Lebewohl gesagt. Dennoch wollte der langjährige Lemgoer A-Ligist mit einem hurtigen Endspurt den einen oder anderen besser platzierten Rivalen schlucken. Man muss sich nicht einmal kneifen. Die Tabellennachbarn wie SG Lüdenhausen/Talle/Westorf und SG Extertal/LaSi liegen noch in Sichtweite. Realität ist, dass aus der angestrebten Aufholjagd nichts wird, denn das Corona-Virus hat für ein vorzeitiges Saisonende gesorgt. Wir müssen es konstatieren: Der Einschnitt war wirklich massiv für das tägliche Leben.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

 

Von Henning Klefisch

 

Sebastian Milde

Das Leben von FC-Coach Sebastian Milde strahlt in königsblau. Ob sein Team aus Donop/Voßheide im Kreis-Unterhaus oder sein FC Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga, Milde lebt und träumt in diesen Farben, begehrt den Fußball, ist dieser doch sein Lebenselixier. Normalerweise. Fußballtechnisch ist derzeit nämlich alles mausgrau schattiert. Die Schalker bekommen wohl bald eine Stippvisite von Peter Zwegat und Don/Voß ist zur Bewegungslosigkeit verdammt. Bei Lippe-Kick klagt er mit viel Wehmut in seiner Stimme: „Mir fehlt der Fußball sehr, meine Wochen waren geprägt von Fußball und ich kann es kaum abwarten, bis es wieder ein großer Teil meiner Woche ist.“ Ein Umdenken hat bei ihm stattgefunden, erklärt er doch im Lippe-Kick-Gespräch: „Ich habe mich zwar mit der Fußball-Theorie beschäftigt, was auch gut ist, aber so ohne die Mannschaft ist das nicht dasselbe.“ So fühlt sich der 32-Jährige in diesen Tagen als Alleinunterhalter, vermisst er die Matches, die Übungseinheiten, das Verweilen in der Kabine, um seinen Spielern beim Plausch zu lauschen. Auch Milde hat die Situation Anfang März wohl unterschätzt, falsch bewertet, denn nur wenige Tage nach seiner sicherlich polarisierenden Aussage bei Lippe-Kick hat die Corona-Pandemie wie eine Bombe eingeschlagen. Milde wurde ebenfalls aus allen glückseligen Wolken gerissen, gesteht er im Lippe-Kick-Gespräch ein: „Ich glaube, niemand von uns hätte gedacht, dass es so kommt, wie es gekommen ist.“ Baldige Besserung ist bereits in Sichtweise, versichert er: „Aber ich glaube, jetzt können wir langsam wieder Normalität ins Leben bringen und wieder zusammen in Bars sitzen oder einfach mal wieder mit der Mannschaft einen Grillabend machen.“

 

Leichte Kontaktaufnahme zu Spielern

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Das gilt selbstredend auch für den Jungvater, der einen erst drei Monate jungen Sohn hat: „Ich achte schon darauf, wer mir zu nahekommt und wem ich die Hand gebe. Ich bin da vorsichtig. Ich versuche auch aufzupassen, aber man merkt schnell, dass einige sich jetzt freier verhalten und nicht mehr auf den Abstand achten, aber den Leuten kann man das nicht verübeln. Für mich persönlich ist es gerade schwer, da meine Umschulung zum Produktdesigner stoppt wegen der Beschränkungen und ich wahrscheinlich sechs Monate verlängern muss, was nicht so toll ist.“ Sein Wunsch ist enorm, dass diese Schreckensgeschichte schon in Bälde beendet sein wird. „Es ist schon wie im Film. Aber meiner Meinung nach haben wir ja als Gesellschaft die Zahlen jetzt dahin bekommen und ich finde, jetzt sollten drastisch die Regeln gelockert werden, denn für viele steht einiges auf dem Spiel! Und die Zahlen sprechen für sich. Trotzdem sollte die Gesundheit im Vordergrund stehen, das ist ganz klar“, reiht er die richtigen Prioritäten aneinander. Der Kontakt zur Mannschaft ist nicht gänzlich abgerissen. Durch die existierenden Kontaktbeschränkungen wurde über die sozialen Netzwerke geschrieben, zudem fanden auch einige Telefonate statt. Dass immer mehr im Alltag gelockert wird, freut ihn, doch veranlasst ihn nicht dazu, bereits jetzt mit dem Training zu beginnen. „Weil es einfach keinen Sinn ergibt, so zu trainieren. Aber so denken ja auch viele Vereine und stellen den Betrieb selbst ein“, behält hier wohl die Vernunft die Oberhand.

 

„Wir wissen jetzt, was passieren kann“

 

Transferaktivitäten sind beim FC Donop/Voßheide in diesen Tagen nahezu zum Stillstand gekommen. Nach den Winterneuzugängen wie Jan-Hendrik Bergmann vom FC Unteres Kalletal und Christian Pörtner, der vom FC Union Entrup zum FC wechselte, möchte man derzeit den aktuellen Kader wie gewünscht formen. Trotzdem werden Augen und Ohren stets offen gehalten. Möglich, dass auch der eine oder andere Kicker aus der eigenen Reserve nach der Pause seine Chance erhält. Es muss abgewartet werden, wie die individuellen Leistungen in der Vorbereitung aussehen. Rechnet der ehemalige Coach vom TuS Bexterhagen und vom SV Wüsten denn damit, dass diese unfreiwillige Unterbrechung für eine Veränderung im bundesweiten Fußball sorgen wird? „Ich glaube, im Amateurbereich wird es kaum Veränderungen geben. Ich glaube, man muss einfach gucken, wie das weiter geht und ob man überhaupt dieses Jahr wieder spielen darf, aber ich hoffe, dass es im August wieder ganz normal alles losgeht“, ist solch eine optimistische Grundeinstellung durchaus hilfreich für die mentale Verfassung. Für den Spitzenfußball erhofft sich Milde eine reinigende Wirkung: „Im Profibereich werden hoffentlich die Summen der Spieler heruntergeschraubt und eine Gehaltsgrenze für Spieler erhoben. Aber jeder Verein sollte umdenken und Geld an die Seite packen, da wir ja jetzt wissen, was passieren kann.“ Fortan kann nichts mehr ausgeschlossen werden. Dass grundsätzlich mehr mit- als gegeneinander agiert wird, das wäre ganz in seinem Sinne.

 

Die richtigen Stellschrauben drehen

 

Milde hat einiges in sein Pflichten-Heftchen geschrieben, zeigt er sich strebsam und hofft auf viel Steigerung, die sein Team im fußballerischen Sektor vollzieht. Seine frohe Botschaft ist klar: „Wir wollen die neue Saison mit viel Selbstvertrauen angehen und unsere Spielidee verbessern und an den bestimmten Schrauben drehen, um besser zu werden.“ Der Star ist die Mannschaft. Dieser Slogan besitzt auch für den FC Donop/Voßheide Gültigkeit, sagt Milde doch beim Fußball-Portal seines Vertrauens: „Als Ziel für die neue Saison habe ich die gesamte Mannschaft mit ins Boot geholt und jeder soll seine Meinung sagen, was er sich und der Mannschaft zutraut. Es soll realistisch bleiben, aber es sollen schon Ziele sein, die unser Niveau widerspiegeln.“ Einen A-Liga-Aufstieg als Marschroute zu deklarieren, „wäre für mich persönlich zu übertrieben.“ Frühestens erst ab dem Winter sollte ein ambitioniertes Ziel ausgerufen werden, sollte vorher Demut eine wesentliche Tugend bei den Königsblauen sein. „Aber“, setzt er sein Team einem gewissen Wettbewerb aus, „die Mannschaft sollte sich Gedanken machen und ich frage das jetzt nach und nach ab. Ich persönlich wünsche mir eine gute Platzierung, aber auch das Torverhältnis sollte man dazuziehen. Um die 80 Tore zu schießen und hinten um die 30 bis 35 Gegentore zu kassieren, wäre für mich wichtig. Dann winkt eine Top 3-Platzierung.“

 

Milde plant Trainingslager in Kaserne

 

Dem fußballerischen Inhaltsstoff ordnet er eine hohe Wertigkeit zu, soll zudem eine taktische Schläue vorherrschen, um den Kontrahenten stets und ständig ein Schnippchen zu schlagen. Flexibilität im eigenen Angriffsspiel, zudem ein gutes Ballbesitz- und Positionsspiel, all das könnte den FC Donop/Voßheide zu einem unangenehm zu bespielenden Team werden lassen. „Man sollte die Mannschaft bei der Zielsetzung mit ins Boot holen, denn so haben alle ein Ziel, was sie sich gemeinsam gesetzt haben.“ Auch die psychologische Trickserei darf hier nicht zu kurz kommen, möchte man für jede Aufgabe eine Lösung parat haben. Selbst bei einem schnöden Einwurf oder dem meist gefahrlosen Anstoß. Er wird zum Drill instructor, verspricht Sebastian Milde schon via Lippe-Kick: „Aber das werden wir im Trainingslager in der Kaserne in Augustdorf genau besprechen und bei den Testspielen uns bis zum Serienstart in den Kopf prügeln.“ Faktoren wie Zucht, Ordnung und Disziplin sind nämlich auch auf dem Fußball-Feld sehr nachgefragt, um zum Serienstart so etwas wie Alltag herzustellen, wenn dieses Wort in geraumer Zukunft überhaupt in den Mund genommen werden darf.

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