Connect with us

Kreisliga B2 Lemgo

Yunus Lemgo – Renovierungsmaßnahmen sollen Erfolg bringen

Das Verlangen ist beim Verein von der West-Alm groß: Bitteschön eine Spielzeit ohne gravierende Abstiegsangst, das wäre prima. Mit dem Neu-Coach Mehmet Anat fühlt man sich für diese Aufgaben hervorragend prädestiniert.

 

 

„Bei Yunus bin ich schwach geworden“

Kreisliga B2 Lemgo (hk). Realismus ist Standard bei Yunus Lemgo. Die Delphine mussten sich in der neuen Spielklasse zunächst einmal zurechtfinden. Ein völlig legitimer Vorgang. Nach dem Aufstieg als Vizemeister 2017 war gleich dreimal der Klassenerhalt das höchste der Gefühle, was mit dem 14., dem 12. und dem 15. Platz auch meist auf eindrucksvolle Art und Weise gelang. Selig sind die Erinnerungsfragmente an die letzte A-Liga-Phase, die von einer zweijährigen Dauer von 2012 bis 2014 war. Nun übernimmt der Trainerfuchs und Talente-Entwickler Mehmet Anat das Kommando bei Yunus, möchte die Hansestädter in eine sorgenfreie Zukunft führen. Lippe-Kick unterhält sich mit dem neuen Coach, checkt zudem die Neuzugänge der Grün-Weißen.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

Für den 51-Jährigen ist Fußball nicht nur ein Hobby oder eine unspektakuläre Freizeitbeschäftigung. Nein, bei ihm, dem Fußball-Liebhaber, spielt eben auch der romantische Aspekt eine gewichtige Rolle, bezeichnet er die für viele schönste Nebensache der Welt doch als „Liebe“, die er schon seit seinem fünften Lebensjahr empfunden hat. Anat sieht sich als Entwickler, als Fußball-Lehrer, wie er im Buche steht, möchte er den jungen Akteuren wichtige Inhalte vermitteln, sie gleichermaßen unterstützen und beanspruchen. Zudem hat er sich zum Ziel gesetzt, „Werte zu vermitteln.“ Selbst kickte Anat einst für die Delphine, will er nun „dem Verein etwas zurückgeben.“ Auch deshalb ist er der Charme-Offensive erlegen: „Bei Yunus bin ich schwach geworden“, lehnte er in den vergangenen Jahren einige lukrative Offerten dankend ab. In der Unterredung mit den Vereinsverantwortlichen deckten sich die Vorstellungen der beiden Parteien, sieht er sich in dieser Aufgabe widergespiegelt. „Sie waren sehr überzeugend“, so lobt Mehmet Anat im Lippe-Kick-Gespräch vor allem die Verhandlungsführer Cüneyt Kurt, Erdin Erdem und Levent Sen. Er gilt etwa als Disziplin-Fanatiker, Verfechter von wichtigen Werten, möchte Aufbauarbeit leisten, Unterstützer von jungen, willigen Akteuren sein. Eine Truppe mit Überraschungspotenzial zu betreuen, die das eine oder andere Schwergewicht düpiert, das würde ihm sehr gefallen. „Dass sich die Vorstellungen deckten, hat dafür gesorgt, dass ich sagte: Ich komme zu euch, ziehe mit euch mit“, so der erfahrene Fußball-Lehrer, der sich der neuen Aufgabe mit Haut und Haaren verschrieben hat.

 

Anat träumt von höherklassigem Fußball

 

Auf ein kurzweiliges Intermezzo, darauf verspürt Mehmet Anat überhaupt keine Lust, möchte er doch langfristig als Entwickler in Erscheinung treten, einen Prozess anstoßen. So setzt er sich stringent dafür ein, dass auf längere Sicht bei Yunus auch wieder Jugendfußball angeboten wird, um selbst Seniorenspieler zu entwickeln. Aus dem eigenen Nachwuchs sich zu bedienen, die Früchte der Jugendarbeit zu ernten, so lautet sein propagiertes Ziel. „Wir wollen nicht unsere eigenen Kinder bei anderen Vereinen ausbilden lassen, sie in den Senioren dann dort wegholen“, ist diese Personalpolitik doch auch mit mehr Kosten verbunden, die den kleinen Verein finanziell ganz schön ächzen lässt. Den jungen Fußballern eine Perspektive zu bieten, Tugenden für das Leben zu vermitteln, sie auch partiell zu erziehen, davon träumt Mehmet Anat. Die logische Folge, die für den Verein durchaus profitabel erscheint: Durch eine eigene Jugendabteilung wird die Identifikation deutlich gestärkt, mehr Zuschauer kommen, auch die Sponsoren werden angelockt. Ein Schritt, der viele Vorteile beinhaltet. Das ist derzeit allerdings noch alles Zukunftsmusik, heißt die Gegenwart B2-Liga mit dem einzigartigen Seniorenteam. Anat möchte seinen Schützlingen „beratend zur Seite stehen.“ Er verfolgt allerdings auch die Sehnsucht: „Ich hoffe, dass es irgendwann einmal eine Mannschaft wird, die wir auch in der Kreisliga A oder Bezirksliga sehen werden. Egal in welcher Funktion, ich werde meinen Teil dazu beitragen.“ Dass der Sport verbindet, das verdeutlicht der erfahrene Coach nachdrücklich. Dies hat er nicht nur während seiner Jugendtrainer-Zeit beim SC Paderborn bewiesen. Und: „Wir müssen allen zeigen, dass eine ausländische Mannschaft wie Yunus diszipliniert ist und vernünftigen Fußball spielen kann. Wir wollen unsere Deutschen, Türken und Araber zu einer Einheit formen.“

 

Gute Mischung bei den Neuen

 

Yunus Lemgo zieht die richtigen Konsequenzen aus dem Vorjahr, als der Kader sehr schmal bestückt war. Das hat auch dazu geführt, dass die Ausfälle nicht angemessen kompensiert werden konnten, wodurch sich auch die eine oder andere Niederlage erklären lässt. Um auch personelle Vakanzen besser aufzufangen, hat man in der sportlichen Leitung dieser Thematik ganz viel Wertschätzung geschenkt, gleich sieben Neuzugänge verpflichtet. Diese sollen dem Kader künftig eine bessere Balance bescheren. Zu den sieben Neuen gesellen sich zwei weitere aus dem Winter hinzu, die durch die Corona-Krise ihren Wert noch nicht ausreichend zeigen konnten, da sie kein Pflichtspiel bis dato für ihren neuen Verein bestritten. Die Rede ist vom 32-jährigen Cihan Deniz, der sich auf den Abwehr- und Mittelfeldpositionen besonders gut aufgehoben fühlt. Anat lobt: „Er ist ein wahrer Kämpfer auf dem Platz, der bis zum Schluss wirklich alles gibt. Er soll die jungen Spieler antreiben.“ Gleich mehrere Spielzeiten setzte der Routinier aus, der zuvor für ostwestfälische Fußball-Schwergewichte wie den TBV Lemgo, den TSV Schötmar, auch den FC Stukenbrock in höheren Ligen wichtige Erfahrungswerte sammelte. Davon möchten auch die Delphine profitieren, so der Wunsch der Verantwortlichen. Deutlich jünger mit seinen 23 Jahren ist Mittelfeld-Mann Ethem Demirkol, der sich allerdings auch flexibel auf den verschiedenen Sturmpositionen zeigt, sich zwischen den verschiedenen Räumen geschickt zu bewegen weiß. Der Bosporus-Maradona hat die TBV Lemgo-Schule durchlaufen, kickte in den vergangenen Jahren sogar in der A-Klasse für den TuS Lüdenhausen, bevor ihm ein Wechsel auf die West-Alm schmackhaft gemacht wurde. „Demirkol ist ein junger und ruhiger Spieler, der eine starke Ballführung hat und das Spiel lenkt“, so sein neuer Coach.

 

 

„Sie wollen jetzt durchstarten“

 

 

Noch ein Teenager ist der erst 19-jährige Tayfun Ergün (Bild links). Der Stürmer verfügt über tolle Anlagen, ist schnell wie ein Windhund, hat eine gute Übersicht, ist durch seine Beidfüßigkeit zudem unberechenbar. Ergün, der trotzdem noch viele Erfahrungswerte sammeln muss, entstammt der TBV Lemgo A-Jugend. Cüneyt Kurt prophezeit: „Aufgrund seines Potenzials werden wir ihn über kurz oder lang in der Kreisliga A oder Bezirksliga sehen.“ Als Spielmacher oder als Angreifer kann der 25-jährige Hamza Yalcin (Bild rechts) eingesetzt werden. Der flinke wie heißblütige Ball-Liebhaber war zuletzt beim SuS Lage fußballerisch verortet. „Man muss schauen, dass man seine Emotionen in die richtigen Bahnen lenkt“, hofft Kurt, bezeichnet er dies als die „größte Hürde“, woran angesetzt werden sollte. Einen echten Sturmhünen mit seinen 196 Zentimetern Gardemaß stellt der gerade einmal 18-jährige Ajdin Alikadic dar, erzeugt der Tanker vor allem bei hohen Bällen eine chronische Torgefahr. Alikadic hat sein Handwerk in der TBV Lemgo-Jugend gelernt, zuletzt allerdings eine Schaffenspause eingelegt. Cüneyt Kurt warnt: „Er muss zunächst einmal richtig fit werden. Wir sind aber zuversichtlich, dass er das packt.“ Ebenfalls erst 18 Lenze zählen Halil Kocakok und Mehmet Balcin. In der Jugendzeit haben sie strebsam gekickt, dann aber vor einigen Jahren dem Vereinsfußball auf Wiedersehen gesagt. „Sie wollen jetzt durchstarten, haben bei uns wieder begonnen. Wir werden sehen, wohin die Reise geht“, gelten die beiden als vielversprechende Wundertüten. Für die Mittelfeldpositionen ist der 30-jährige Muhlis Yildirim hervorragend zu gebrauchen. Ein Jahr später auf die Welt gekommen ist Tolga Duru (Bild links unten), der Inhaber der Fahrschule Duru in Lemgo ist, zugleich Sponsor bei Yunus Lemgo.

Stadtwerke Bad Salzuflen

Swiss Life Select

More in Kreisliga B2 Lemgo

%d Bloggern gefällt das: