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Kreisliga A Lemgo

SV Werl-Aspe – Wechselhafte Auffälligkeiten

Nach einer unbeständigen Saison schien der SV Werl-Aspe so langsam Fahrt aufgenommen zu haben. Dann kam die Vollbremsung mit Corona. Lippe-Kick analysiert die Goncalves-Elf etwas genauer.

„Möchten uns im oberen Drittel festbeißen“

 

Kreisliga A Lemgo (hk). Wer kennt das nicht? Es ist ein Totschlagargument, wenn es um die abendliche Freizeitgestaltung geht. Meist wird in diesem Zeitspektrum das Fernsehschauen präferiert. Film oder Fußball? Man muss nur den Klassiker hinausposaunen, dass Fußball spannender als jeder Film ist und man erstickt jegliche Diskussion mit dem weiblichen Geschlecht bereits im Keim. Zudem lässt man den Beteiligten noch den Klassiker ins Ohr säuseln: „Der Fußball schreibt die schönsten Geschichten”, und das Duell ist pro Fußball entschieden. Ergo: Unberechenbar ist die schönste Nebensache der Welt definitiv, so schwer zu greifen wie ein nasses Stück Seife obendrein. Diese Erkenntnis muss auch SV Werl-Aspe-Cheftrainer Marcio Goncalves machen, denn frohgestimmt ging es in die neue Spielzeit, die zunächst zum Stimmungskiller wurde.

 

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Von Henning Klefisch

 

Fleißig wie die Honigbienen malochte das kickende Personal vom SV Werl-Aspe in der langen Vorbereitung. Diese trug erste Früchte, als im Kreispokal-Halbfinale die aufstrebende SG Bega/Humfeld mit einem 5:1 in die Schranken verwiesen wurde, ehe man sich in der lippischen Fußball-Chronik verewigte – einem 4:3-Erfolg nach Elfmeterschießen im Endspiel gegen den Bezirksligisten RSV Barntrup sei Dank. Goncalves (Bild links) sieht sein Ensemble in diesem Saisonstadium auf einer „Erfolgswelle“ schwimmend, strömt die pure Zuversicht aus ihm heraus. Die Kehrseite der Medaille: „Leider mussten wir den Kreispokalsieg teuer bezahlen. Es fielen einige Schlüsselspieler aus und der Kader wurde relativ dünn.“ Mit einer 1:3-Auswärtsniederlage beim TBV Lemgo II begann die Spielzeit desillusionierend. Die Saison entwickelte sich in der Folgezeit zu einem Wechselbad der Gefühle. Die Pflichtaufgaben gegen die Kellerkinder SG Leese/Hörstmar/Lieme (5:1) und TuS Brake (3:2) wurden gelöst, doch bei der SG Bega/Humfeld stolperten die Schwarz-Weißen beim 0:1.

 

„Mussten uns reinbeißen“

 

Die Berg- und Talfahrt ging weiter. Nach einem mühseligen 1:0-Sieg über Lockhausen, setzte es ein 1:3 in Asemissen, dem ein 1:1 gegen Sonneborn/Alverdissen folgte. Mit 1:5 wurden den Aspern in Ahmsen die Leviten gelesen, schloss sich der Energiespender in Form des überraschenden 3:0-Sieges gegen Lüerdissen schnell an. Mit einem überragenden 6:0-Triumph in Oerlinghausen verabschiedeten sich die Goncalves-Jünger in die erneute Corona-Pause. Temporär vermisste Goncalves die erforderliche Breite im eigenen Kader, weshalb sogar Spieler aus der B-Liga-Reserve zu Einsatzzeiten kamen. Als einige Leistungsträger wieder zurückkehrten, brachten sie den Erfolg mit, wie sich an den zwei Siegen in Serie zuletzt eindrucksvoll feststellen ließ. „Wir mussten uns reinbeißen und nicht in Lethargie verfallen“, betont Goncalves darauf Bezug nehmend. Mit diesen Siegen im Rücken zeigte sich der lippische Tedesco felsenfest davon überzeugt, dass auch gegen den favorisierten Münsterländer Landesligisten SV Drensteinfurt im Westfalen-Pokal die Perspektive nicht aussichtslos gewesen wäre. „Jetzt sind so langsam wieder alle an Bord und damit auch die spielerische Klasse. Da wollen wir uns weiter verbessern“, so der Wunsch von Marcio Goncalves, den er bei Lippe-Kick postuliert.

 

 

 

Goncalves predigt Geduld

 

Nun also die erneute Pause, dessen Ende noch längst nicht in Sichtweite ist. „Ich sehe es als richtig an, dass man nun auch mit dem Fußball pausiert, denn die Zahlen gehen rapide hoch. Wäre ja dumm, wenn der Fußballsport nicht für eine Verbesserung der Zahlen sorgen würde. Ich denke, dass wir dieses Jahr nicht mehr auf den Sportplatz zurückkehren werden.“ Was er spürbar bedauert: „Es ist zum einen schade, da die Jungs die Bewegung brauchen und sich auch gut an die Maßnahmen gehalten haben, aber zum anderen geht die Gesundheit und der Schutz aller vor. Bleibt nur zu hoffen, dass es bald ein Ende mit der Pandemie hat“, soll es wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis der erwünschte Wirkstoff tatsächlich zur Geltung kommen wird. Wie nutzt der SV Werl-Aspe die aktuelle Zwangs-Pause? „Im letzten Lockdown haben wir wenig gemacht. Jetzt biete ich aber meiner Mannschaft ein Online-Fitness-Training an, was sehr gut angenommen wird. So bleiben wir in Kontakt und halten uns fit! Tolle Einstellung der Jungs“, die nach Bewegung lechzen. Der Hintergrund: Das laufintensive Vorgehen mit einem feschen Pressingsystem und einem veritablen Umschaltspiel benötigt eine ansprechende Physis als Grundlage. Etwas Glück im Unglück: „Jetzt können die ganzen angeschlagenen Spieler wieder zu Kräften kommen und dann gestärkt die Saison fortführen.“ Ein unschätzbarer Wert, der immer weniger Anwendung findet: Die Charakterfrage muss Marcio Goncalves nicht stellen, denn seine freshe Truppe hat richtig Bock auf Fußball. Motivationsprobleme sind auch während der abermaligen Corona-Zwangspause nicht zu befürchten.

 

 

 

Neuzugänge entfachen einen Konkurrenzkampf

Mit Blick auf die wenigen Neuzugänge fällt das Urteil von Goncalves gemischt aus. Der wuchtige, dennoch technisch beschlagene, vor allem abschlussstarke Ibrahim Sory Camara plagt sich mit Adduktorenproblemen herum, weshalb er sein vollständiges Repertoire noch nicht zur kompletten Entfaltung hat kommen lassen. Im Kreispokal und in den Vorbereitungsbegegnungen konnte er seine Fähigkeiten immerhin mehr als nur andeuten. Luca Kopsieker und Niklas Lindemann schwammen sich schnell frei, „sind kaum mehr wegzudenken“, so die Erkenntnis vom Coach. Wie Phönix aus der Asche kam Student Luca Tovitovic (Bild links). Dank der Online-Seminare war er wieder verfügbar. Er stand gegen Lüerdissen in der Startformationen und überzeugte seither mit vorzeigbaren Leistungen. Dennis Niehaus (Bild rechts) hat sich zum Trainingsweltmeister gemausert, besticht mit einer vorbildlichen Motivation und viel Eifer. Fortan wird er in der abstiegsbedrohten Reserve Spielpraxis sammeln. Timo Höke, das vorbildliche Mädchen für Alles beim SV Werl-Aspe, switcht regelmäßig zwischen den Teams und den Spielklassen. Er gilt als der Dietrich im Werkzeugkasten von Goncalves, der ihn situationsbedingt einsetzt. Zuletzt konnte Höke im Mittelfeld seine Fähigkeiten gewinnbringend praktizieren. Es bleibt zu konstatieren: Die eigene Jugend ist gierig und talentiert. Zudem nervenstark, wie Julian Hennemeier (Bild links unten) mit einem verwandelten Elfmeter gegen den TSV Oerlinghausen II eindrucksvoll unterstrich. „Das macht Hoffnung“, funkeln die Augen von Goncalves dabei wie Diamanten.

 

 

 

Gesundheit als oberste Priorität

 

Was muss passieren, damit Marcio Goncalves mit einem Lächeln im Gesicht auf die bisherige Spielzeit zurückblickt? „Ich bin zufrieden mit der Saison, wenn wir alle gesund und munter zu Ende spielen können“, so seine Priorisierung, um sogleich auch sportliche Themen in Augenschein zu nehmen: „Wichtig ist mir in diesem Jahr, dass wir uns spielerisch stets verbessern, effektiv vor dem Tor werden und stabil in der Abwehr. Ich denke, dass wir in diesem Jahr den Grundstein für viele weitere erfolgreiche Jahre in unserem Verein legen werden, denn hier bauen wir uns was Schönes zusammen und der Erfolg wird ganz von alleine kommen.“ Entwicklung ist hier das Stichwort, bei dieser perspektivreichen Mannschaft, die vor überbordendem Talent nur so strotzt. Aktuell rangieren die Asper an sechster Position. Goncalves fühlt sich in diesen Tabellengefilden ausgesprochen heimisch, prognostiziert daher selbstbewusst: „So rechne ich damit, dass wir uns so langsam im oberen Drittel festbeißen können.“ Mit Blick auf die „brandgefährliche Offensive“ benennt der junge Coach den TuS Asemissen als Aufsteiger. „Als Überraschung wäre noch Leopoldshöhe zu erwähnen“, könnte auch der SV Werl-Aspe in die keineswegs zu großen Fußstapfen treten.

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