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Bezirksliga

TBV Lemgo – Historisch: Die perfekte Saison

Fußballer hochleben lassen, das machen wir doch gerne. Wie etwa in unserer unvergesslichen Rubrik Historisch. Heute im Blickpunkt: Die herausragende Serie 2015/16 vom TBV Lemgo.


Wamser-Elf stürmt sich in die Geschichtsbücher

Historisch (hk). Man muss nicht mit der Bibel unter dem Kopfkissen einschlafen, um zu wissen: Der Prophet im eigenen Land zählt wenig bis nichts. In Fußball-Lippe ist das sehr stark ausgeprägt. Um in das bundesweit, pah, sogar in ganz Europa erscheinende 11 Freunde-Magazin zu gelangen, muss man etwas leisten. Täglich werden die Macher von diesem Fußball-Hintergrund-Medium zigfach mit Themen konfrontiert. Wenn man es tatsächlich in dieses einzigartige Heft schafft, darf man durchaus mit breiten Schultern, einem Dauergrinsen und einer Brustmuskulatur a la Dwayne “The Rock” Johnson durch die lippischen Fußgängerzonen stolzieren. Die Meistermannschaft des TBV Lemgo aus der Spielzeit 2015/16 könnte dieses Selbstbewusstsein ohne Gewissensbisse zur Schau stellen. Immerhin schafften sie nach der perfekten Saison mit ausschließlich Siegen einen kleinen Eintrag in das 11 Freunde-Magazin. Allein dafür Chapeau vom Team Lippe-Kick. Ehre, wem Ehre gebührt, dachte sich auch der Verfasser dieser Sätze und hat sich mit einem Protagonisten dieser Wundermannschaft, Benjamin Rawe, über diese glorreiche Zeit unterhalten.

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Von Henning Klefisch

 

Für viele Ah’ s und Oh’ s sorgte diese Wundermannschaft, orchestriert vom Trainer-Fuchs Peter Wamser. 30 Siege aus 30 Spielen, all das bei einer Tordifferenz von 136:25. Unnormal, mehr geht nicht. Wie ein Wirbelsturm fegten die Hansestädter über die Konkurrenz hinweg. Man muss bedenken, dass die Motivation bei den Rivalen von Spiel zu Spiel stieg, dem Dominator endlich ein Bein zu stellen. Zudem schafft der Erfolg auch Neider. Ergo: Neben der sportlichen Höchstleistung ist den Akteuren vor allem auch mental enorm viel abverlangt worden. Es klingt vielleicht abgedroschen, andere würden sogar den Begriff schnulzig verwenden, doch das Miteinander stand trotz all der herausragenden Solisten klar im Vordergrund. Das Fußball-Orchester schwang sich auf, bot Ergebnis- und Erlebnis-Fußball. Man munkelte sogar zwinkernd, dass auf dem Jahnplatz noch eine zusätzliche Vergnügungssteuer entrichtet werden sollte, so viel Unterhaltung wurde geboten. Die Übungseinheiten fanden mit 40-köpfiger Beteiligung statt. Dies war eine Gemeinschaftsveranstaltung für Team A und B.

 

 

Eine toxische Mischung

 

 

Zum Kader der Erstvertretung gehörten 18 Akteure. Zwischen den Pfosten standen Heiko Langer und Roman Spieß, wodurch Rawe, aktuell Coach vom Lemgoer A-Liga-Team, den Meister „sehr stark aufgestellt“ sah. Für innere Angelegenheiten in der Defensive verteidigten vielbeinig, spiel- wie zweikampfstark Patrick Günther, Matthias Golla, Lars Vetter und Luca Stracke. Außendienstler waren Dennis Reichert, Thomas Stirz, Kristian Wolf und Tim Krüger. „Vier richtig starke Läufer“, schwärmt Rawe noch heute von diesen Kilometerfressern mit Kreide an den Schuhen. Im Maschinenraum, dem defensiv-zentralen Mittelfeld, verrichteten Capitano Patrick Siebert und Rawe voller Pflichtbewusstsein ihre Aufgaben. Veritable Kreativ-Künstler, die die Kugel mehr streichelten als malträtierten, waren Edel-Techniker wie Hamo Marhosevic, Ali Celik, Gennadi Krieger, Engin Eroglu und Fraidun Sadeq. Sie waren instinktsicher, technisch stark, mit ordentlich Speed ausgestattet, erkannten zudem die richtigen Räume, waren fußballschlau. „Im offensiven Mittelfeld waren wir überragend besetzt“, funkeln Rawes Augen dabei wie Smaragde. Aus einer tollen Mannschaft stachen Jan Ehlert (Goalgetter), Hamo Marhosevic und Ali Celik (technisch starke und torgefährliche Offensivspieler), Patrick Siebert (Antreiber und torgefährlicher Sechser), Patrick Günther (torgefährlicher Verteidiger), Matthias Golla (zweikampfstarker Innenverteidiger) und Heiko Langer (starker Torwart) noch heraus. Die Mischung war toxisch für die Gegner. Unglaubliche 25 Punkte hatten die TBV-Künstler Vorsprung auf den ersten Verfolger TuS Asemissen, der den Spitzenreiter relativ zügig nur noch per Fernglas beobachten durfte.

 

TBV funktionierte wie ein Schweizer Uhrwerk

 

Die Melange aus Personal, Glück und Können ist dafür ursächlich, dass der Start-Ziel-Sieg wahrhaftig realisiert wurde. Ein Rädchen griff in das andere. Coach Wamser beherrschte fachlich und emotional das richtige Werkzeug, um sein Team mit einer Kombination aus Zuckerbrot und Peitsche zu Höchstleistungen zu pushen. „Pit Wamser kannte die Stärken und Schwächen von uns Spielern sehr genau und wusste dadurch, wer auf dem Platz gut harmonierte“, galt Dr. Wamser – neben seiner außerordentlichen Expertise – auch als exzellenter Menschenfänger. Im Hintergrund war Manager Ingo Sperlich der Strippenzieher, sorgte der chronisch gechillte Iceman im TBV-Lager für die nötige Ruhe, fädelte clevere Transfers ein. Jaja, der lippische Reiner Calmund war die gute Seele und der Macher in einer Person. Wie ein Schweizer Uhrwerk funktionierte dieser TBV Lemgo vor einem halben Jahrzehnt. Dies im vollen Bewusstsein: Erfolg ist nur gemietet. Es muss ständig etwas dafür getan werden, um auf der Erfolgswelle weiter zu surfen.

Lüerdissen-Spiel als „Tüpfelchen auf dem I“

 

 

Welche Begegnungen sind unvergessen, möchte Lippe-Kick wissen. Benjamin Rawe’ s Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Da fallen mir vor allem die knappen Siege in Brake mit 1:0 (14. Spieltag) und in Asemissen mit 4:3 (27. Spieltag) ein. Die Siegtreffer fielen jeweils in der Nachspielzeit durch einen Elfmeter bzw. ein Eigentor. Das braucht man selbstverständlich auch für so eine Serie“, ist indes häufig beanspruchtes Glück auch eine Sache von Können. Hansestadt-Derbys gegen den VfL Lüerdissen verströmten besonders viel Flair. Rawe schmunzelt, bekommt fast feuchte Augen, als er sich an diese Duelle zurückerinnert: „Die Highlights waren allerdings die Spiele gegen Lüerdissen. Zu Hause konnten wir ein 1:0 trotz 60 Minuten Unterzahl halten. Und dass wir am letzten Spieltag in Lüerdissen die 90 Punkte mit einem 2:0 perfekt gemacht haben, war natürlich das Tüpfelchen auf dem I“, hätte sich kein Hollywood-Drehbuch-Autor dies besser ausdenken können.

 

Wattenscheid vor Probleme gestellt

 

Im Kreispokal ist der starke Bezirksligist TSV Schötmar mit einem 3:1 nach Verlängerung bezwungen worden. Im Westfalen-Pokal betrieben sie beste Werbung für den lippischen Fußball. Dies hätte wohl keine PR-Agentur der Welt besser hinbekommen. Gegen DJK Wacker Mecklenbeck gab es in der 1. Runde einen furiosen 4:1-Erfolg. Es kam noch besser: Auch der zweite Bezirksligist, SuS Langscheid/Enkhausen, hatte beim 1:5 keine Chance. In der dritten Runde stattete der Regionalligist und ehemalige Bundesligist SG Wattenscheid 09 den Lemgoern einen Besuch auf dem Jahnplatz ab. In der regulären Spielzeit waren die Wamser-Jünger sogar besser, doch in der Verlängerung hatten die Lohrheide-Jungs mehr Puste, siegten mit 3:0. „Da waren wir der großen Überraschung sehr nah und haben uns verdammt teuer verkauft“, ist Benjamin Rawe auch mit spürbarem Abstand noch stolz wie Oskar.

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