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Kreisliga B2 Lemgo

TSG Holzhausen/Sylbach – Aus dem Windschatten heraus

Eine sehr ordentliche Saison spielt bislang die TSG Holzhausen/Sylbach. Trotzdem ist der Abstand gewaltig, denn Dominator TSV Schötmar performed bisher die perfekte Saison. TSG-Trainer Jörg Koring hat sich bei Lippe-Kick dazu geäußert.

 

Zielführende und vertrauensvolle Zusammenarbeit

 

Kreisliga B2 Lemgo (hk). Das Leben ist auch für die Sportreporter in diesen Tagen kein Ponyhof. In dieser für alle so tristen Zeit zermartert man sich natürlich den Kopf, überlegt hin und her, wie die Klicks aufrechterhalten werden können. Die Fanbase der TSG Holzhausen/Sylbach ist treu, weshalb die Blau-Weißen aus der B2 Lemgo durchaus als eine Konstante gelten, wenn es um das Thema einer annehmbaren Reichweite geht. Der vierte Tabellenplatz, mittendrin im eifrigen Verfolgerfeld, ist eine gute Ausgangslage, um voll durchzustarten, wenn irgendwann einmal wieder der Ball im Spielbetrieb rollen darf. Zudem gilt Coach Jörg Koring als ein Mann der klaren Rhetorik, der nicht bloß schwammig um den heißen Brei herumredet.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

Von Henning Klefisch

 

19 von 27 potenziellen Punkten gesammelt zu haben, ist eine „stimmige“ Bilanz, wie es Koring Lippe-Kick in den Notizblock diktiert. Dies trotz eines Hemmschuhs mit einer unberechenbaren Verletzungsproblematik, was für eine signifikante Kader-Schwächung gesorgt hat. Die Inkonstanz war auffällig, gab es drei Begegnungen, in denen nicht maximal gepunktet wurde. Das 1:1 beim TuS Bexterhagen II ist kein Grund zum Rotwerden, schmerzhafter wiegen da schon das herbe 3:6 beim TBV Lemgo III und das 2:4 gegen den FC Union Entrup. Es war beileibe kein Einzelfall, dass auf eine vollständige Elf verzichtet werden musste. Was für eine unsägliche Hypothek. Korings Stirnfalten gleichen dem Zweistromland, wenn er sich intensiv mit dem Torabschluss beschäftigt. In dieser Disziplin hat er erkannt, dass noch deutlich mehr möglich gewesen wäre. Zu viel Konjunktiv. Exemplarisch zieht er den Vergleich mit den Johannfunke-Jungs heran: „Dort mussten wir in eine 2:4-Niederlage einwilligen. Wir haben ein richtig starkes Spiel abgeliefert, waren überlegen und wurden brutal ausgekontert. Mit der falschen Herangehensweise begegneten die Blau-Weißen den physisch und kampferprobten Bexterhägern. Zunächst wollte man mit der spielerischen Klinge zum Erfolg kommen, erwies sich diese doch alsbald als zu stumpf, als unbrauchbar, um den gewünschten Ertrag zu manifestieren. Die TSG-Jungs lernten immerhin schnell genug: „Als wir dann den Kampf angenommen haben, konnten wir wenigstens den mehr als verdienten Punkt noch mitnehmen.“ Es gibt so Tage, da wäre man am liebsten überhaupt nicht aufgestanden. Der 4. Oktober 2020 war ein solcher, als die Blau-Weißen vom TBV Lemgo III fußballerisch auf links gezogen wurden. Koring murmelt von einem „rabenschwarzen Tag“, will sich die aber ansonsten „richtig starke Saisonleistung“ durch einen solchen Aussetzer nicht vermiesen lassen. 29 Tore in neun Partien bedeuten nach Schötmar (69 Tore), Lipperreihe II (36), Grastrup/Retzen (31) und dem TBV Lemgo III den fünftbesten Wert in der gesamten B2 Lemgo. Fabian Rönicke (Bild links) ist mit acht Toren bester TSG-Schütze, es folgt Moritz Simon (Bild rechts) mit einer Handvoll Treffern.

 

Interessante Mischung mit reichlich Perspektive

 

 

„Es steckt eine Menge Potenzial in der Mannschaft“, so die hohe Meinung von Jörg Koring über seine Mannschaft. Was ihm wahrlich sehr wichtig ist: „Wir wollen auf keinen Fall bolzen, das Mittelfeld vernachlässigen und einfach die Bälle nach vorne schlagen. Das ist so überhaupt nicht unser Anliegen.“ Vielmehr lanciert er eine kultivierte Spielweise, die von einer „guten Mischung“ aus vielen jungen Spielern und den wichtigen erfahrenen Spielern“ auf das Spielfeld transportiert werden soll. Elemente wie eine angemessene Körpersprache, Mentalität, das Praktizieren von Grundtugenden, in der Defensive eine Kompaktheit und Robustheit, das wünscht sich der lässige, dennoch motivierte Coach. Dem eigenen Nachwuchs mit dosierter Spielzeit eine Perspektive zu bieten, dies favorisiert auch Jörg Koring, der via Lippe-Kick zu dieser Thematik erklärt: „Jetzt schon werden Spieler aus der A-Jugend langsam in die Mannschaft involviert, da sind ein paar richtig gute Jungs dabei, mit Cederic Stille (Bild rechts) gehört ja quasi schon ein Jugend-Spieler zur Stammelf.“ Nach seinem Bundeswehr-Einsatz wird Alexander Potanin künftig wieder in das TSG-Team zurückkehren. Für den Fall der Fälle sind die Blau-Weißen ausgezeichnet prädestiniert, wie es Koring hoffnungsfroh kommuniziert: „Wenn es jetzt wieder losgehen würde, wären wir auch in der Breite bestens aufgestellt, aber da machen wir uns ja nichts vor. Dass es im Februar wieder losgeht, ist eher unwahrscheinlich, aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben“, stirbt diese bekanntlich zuletzt.

„Man fühlt sich wohl.“

 

Die Füße hochlegen, die Seele baumeln lassen, eine vollständige Fußballfreiheit genießen, das strebt die TSG Holzhausen/Sylbach verständlicherweise nicht an. Immerhin soll doch nicht aus der kalten Hose heraus gestartet werden, wenn wirklich wieder der Anpfiff erfolgt. Neben einer Team-App, auf der die Wettkampfsituation mit reichlich Kilometern von den Spielern gesteigert wird, hat sich die TSG sogar eine eigene Fitness-Trainerin gegönnt. Diese hält über einen Video-Chat „sehr anstrengende Workouts“ ab, ist der Umgang mit den Widrigkeiten absolut vorbildlich. Auch an diesem Beispiel wird deutlich, dass das Miteinander entscheidend ist, der gesamte Verein vertrauensvoll und zielführend zusammenarbeitet. Vom Vorstand bis hin zur Jugendarbeit bescheinigt Koring allen Akteuren „einen tollen Job.“ Die angenehme Wirkung: „Man fühlt sich wohl und es wird alles dafür getan, damit man sich weiterentwickelt und in allen Bereichen professioneller wird, beziehungsweise sich verbessert.“ Ein weiteres Zeichen für die stetige Professionalisierung ist die Inthronisierung von einem Torwart-Trainer, „der ihnen alles abverlangt und sie noch besser macht.“

 

„Für die Zukunft ist der Weg geebnet.“

 

Welche Fußballidee ist für den langjährig aktiven Jugend-Trainer spannend? „Wir arbeiten viel daran, mit viel Ballbesitz, genauem Passspiel und einstudierten Laufwegen zum Ziel zu kommen. Wichtig ist der Teamgeist, denn, wenn es im Team stimmt, dann ist alles möglich, weil es diese gewissen Prozente sind, die einem fehlen würden, wenn es nicht stimmig ist in der Truppe.“ Bei der TSG Holzhausen/Sylbach herrscht eine echte Wohlfühlatmosphäre, werden doch die Grundlagen dafür gelegt, dass ein erfolgreiches Arbeiten ermöglicht wird. Die Seniorenteams machen sich untereinander reichlich Feuer unter dem Hintern. Somit wird eine leistungsfördernde Atmosphäre erzeugt, die sich letztlich auf dem Spielfeld auswirken soll. Dass „für die Zukunft“ dadurch „der Weg geebnet ist“, davon zeigt sich der Familienvater „überzeugt.“ Der Tabellenvierte scharrt bereits mit den Hufen, kann es kaum erwarten, dass nach dem 4:1-Heimsieg über die TuS Helpup am 25. Oktober 2020 endlich das nächste Kapitel einer möglichen Erfolgsgeschichte geschrieben wird. „Natürlich wollen alle so schnell es geht wieder an den Ball treten und wenn es losgeht, sind wir bereit, aber da sind wir bestimmt nicht die einzigen”, wird Koring nach diesem Satz bestimmt nicht der dreisten Lüge überführt.

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