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Kreisliga C2 Lemgo

TuS RW Grastrup-Retzen II – Großer Fleiß trotz Zwangspause

Die Rot-Weißen waren trotz Pandemie fleißig. Zwar nicht auf dem Platz, dafür aber rundherum. Und im Hintergrund, wie Coach Timo Drechshage erzählt.

 

 

Beim TuS bewegt sich was

Kreisliga C2 Lemgo (ab). Ganz wichtig: In Sachen Corona-Infektion gibt es über den TuS Rot-Weiß Grastrup-Retzen nichts zu berichten, zumindest kann Timo Drechshage, Coach der zweiten Mannschaft, bestätigen, dass innerhalb des Vereins niemand infiziert gewesen ist. Aufgrund der derzeitigen Lage hatte Drechshage viel Zeit, sich mit seinem Kader und dem ein oder anderen Sorgekind zu beschäftigen, hat den Kader für die neue Spielzeit schon beisammen. Auch abseits des Platzes zeigte man sich Umtriebig. Sagen wir es mal so: Viele bunte Farben prangen nun an den Banden.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

Von André Bell

 

Und auch, wenn auf dem Platz derzeit nichts erlaubt ist, hat sich Timo Drechshage selbstverständlich mit Fußball befasst. Seiner Mannschaft ist er regelmäßig auf die Füße getreten. „Ich war im Wochen-Rhythmus mit der Mannschaft in Kontakt, weil ich den Kontakt auch nicht verlieren wollte und ich wollte auch, dass die Mannschaft sich gegenseitig nicht aus den Augen verliert.“ Sehen konnte und durfte man sich nicht, deshalb beschränkte man sich auf soziale Medien, kommunizierte fleißig in WhatsApp-Gruppen, hielt dort die Laune hoch. Ersatz für das allseits vermisste Mannschaftstraining und die Arbeit mit dem Ball ist das natürlich nicht.

 

Mannschaft soll fit sein für Tag X

Allerdings ging es dem Coach auch darum, seiner Mannschaft Alternativen aufzuzeigen und den Jungs klarzumachen, „dass sie sich fit halten sollen“ für den Tag X: „Damit, wenn der Restart kommt und wenn es die Möglichkeit gibt, wieder zu trainieren und zu spielen, dass sie nicht bei null starten. Ich weiß, dass es die C-Liga ist, aber es geht ja auch darum, dass man sich für sich fit hält, aber auch der Mannschaft zeigt, wenn es dann wieder losgeht, dass es nicht an einem selber liegen soll, dass da Sand im Getriebe ist, sondern dass man dann derjenige ist, der vorangeht und sagt, ich habe was getan.“ Und dafür hat Drechshage seinen Jungs „natürlich Möglichkeiten aufgezeigt, was man machen kann, um sich fit zu halten.“ Individuell angepasst, denn „der eine ist ein bisschen fitter, der andere noch nicht, der eine ist laufstark, der andere war noch nie so das Konditionswunder.“

 

Drechshage führt viele Einzelgespräche

Ein weiterer Punkt auf der Agenda ist der Kader insgesamt. Dem Coach war es wichtig, „dass die Mannschaft zusammenbleibt.“ Nicht nur in Bezug auf eine mögliche Rückrunde beziehungsweise Aufstiegsrunde, sondern „auch schon über den Sommer hinaus.“

Timo Drechshage

So gab es nach den ersten Spielen „natürlich unzufriedene Spieler, die zu wenig Einsatzzeiten hatten, die sich in Anführungsstrichen ungerecht behandelt fühlten, was die Einsatzzeiten angeht und dafür war die Zeit natürlich Gold wert, das alles aus dem Weg zu räumen und das auch zu argumentieren und zu besprechen.“ Mit jedem Spieler seines Kaders hat Timo Drechshage Kontakt aufgenommen, jedem einzelnen „ein Feedback gegeben über die Hinrunde und auch über das ganze letzte Fußballjahr. Warum ich wie gehandelt habe. Da weiß jeder Spieler von mir Bescheid, jeder durfte sich äußern, jeder durfte auch sagen, was er da anders sieht und wie er vor allen Dingen die Zukunft sieht, dass ich da auch planen kann.“

 

Drechshage geht voran, die Mannschaft folgt ihm

Und das Ergebnis spricht für sich: Alle vier Torhüter und alle 31 Feldspieler haben ihre Zusage auch über den Sommer hinaus gegeben. Natürlich vorbehaltlich der familiären und beruflichen Situation, wo sich immer mal etwas ändern kann. Und das ist die eigentliche positive Nachricht für Timo Drechshage: „Das ist für mich zum Arbeiten sehr, sehr wichtig, dass die Perspektive erstmal stimmt.“ Der Coach selbst ist um die Weihnachtsfeiertage herum selbst schon vorangegangen, hat das Gespräch mit dem Vorstand gesucht und sich schnell geeinigt, dass Drechshage auch über den Sommer hinaus Trainer der zweiten Mannschaft des TuS bleibt. „Somit habe ich der Mannschaft ein Zeichen gegeben, dass ich unabhängig von Corona, unabhängig vom Aufstieg oder Nicht-Aufstieg, dass ich auf jeden Fall diese zweite Mannschaft weiter unter meinen Fittichen haben möchte.“ Auch daraus resultierend sind sehr viele Spieler sofort nachgezogen und haben ihre Zusage gegeben.

 

Rot-Weiß will für alle Fälle vorbereitet sein

Wir müssen aber doch noch einmal zurück zum Thema Corona. Wann und ob es für den TuS RW Grastrup-Retzen II und alle anderen lippischen Teams noch einmal weitergeht, weiß derzeit niemand. Einen Saisonabbruch hat der FLVW mittlerweile schon mehrfach ausgeschlossen, weil die Statuten das nicht zulassen würden. Trotz dieser Ungewissheit wollen die Rot-Weißen aber dennoch „vorbereitet sein auf alles, was dann kommt bis zum 30. Juni.“ Denn darüber hinaus wird die Saison nicht verlängert werden, das hat der FLVW auch schon klargemacht. Was sportlich dann für den TuS „dabei rauskommt, weiß ich nicht. Aber ich will am 30.06. sagen, dass wir gut vorbereitet waren, wir alles dafür getan haben und wir in den Spiegel gucken können. Wenn es am Ende dann nicht für das große Ziel reicht, dann wird uns keiner den Kopf abreißen.“

 

Aufstieg wäre mittlerweile „verdient“

„Verdient“ hätte die Mannschaft über die letzten Jahre gesehen den Aufstieg schon, findet Timo Drechshage, „wenn es dann aber andere Mannschaften gibt, die besser sind oder mehr Glück oder einen besseren Tag hatten, dann ist das auch okay. Damit müssen wir dann leben. Aber wie gesagt, wir wollen in den Spiegel gucken können und sagen können, dass wir alles dafür getan haben. Und dafür bin ich zuständig und dafür werde ich alles geben. Und nach dem Sommer werden wir in der Liga, für die wir dann qualifiziert sind, wieder alles geben, um unsere Ziele zu erreichen.“ Und das auch in Zusammenarbeit mit der ersten Mannschaft. Der Austausch mit deren Coach Sebastian Brosch ist gut, hier wird man vielleicht auch nochmal Möglichkeiten besprechen, wie Spieler in der einen oder anderen Mannschaft aushelfen können. „Das hat ja auch sehr gut funktioniert und das wird auch in Zukunft weiter funktionieren, auch ligaunabhängig.“

 

„Jeder kann sich bei uns melden“

Ein anderes Thema, das Timo Drechshage beschäftigt, sind Gerüchte: „Man hört immer wieder Namen, die Interesse hätten, nach Retzen zu kommen und die bei anderen Vereinen unzufrieden sind. Das kriegt man auch immer so mit. Da kann ich nur zu sagen, dass die Leute sich natürlich gerne melden können. Wir haben immer wieder gerne neue Leute im Verein und die sollten sich nicht davon abschrecken lassen, dass die Karten so groß sind in der ersten und zweiten Mannschaft. Verstärkungen sind immer gerne gesehen in Retzen, wenn sie menschlich und sportlich natürlich in unseren Laden reinpassen. Aber das sollte nicht das Problem sein.“ Ein wichtiges Thema für den Coach, wie er noch einmal bekräftigt: „Man hat es immer wieder mitgekriegt über Dritte, da gibt es Interesse von dem und dem und dem. Die Leute sollen sich einfach melden. Das ist auch kein Problem, dann kann man über alles reden.“

 

Hassan kehrt zurück

Einer, der seit Ende der letzten Saison nicht mehr zum Kader gehörte war Aras Hassan.

Aras Hassan

Er kehrt nun zu den Rot-Weißen zurück: „Wir hatten schon vor dem Lockdown Gespräche bei unseren letzten zwei Heimspielen. Da hat er schon geschnuppert und wollte gucken, ob die Tür noch auf ist. Und das ist sie selbstverständlich auch. Aras ist Vater geworden, hat einen Umzug gehabt, hat sich beruflich umstrukturiert und will jetzt auch fußballerisch wieder angreifen und das finde ich gut. Und da bin ich einer, bei dem immer die Türen auf sind.“ Nach guten Gesprächen gehört Hassan nun wieder zum Kader und könnte bereits in der restlichen Saison wieder auflaufen. „Er wird uns bestimmt eine Hilfe sein, er wird den Kader bestimmt nochmal verstärken und wird bestimmt auch nochmal Druck aufbauen im Offensivbereich und das ist auch gut so“, freut sich der Coach.

 

Drechshage fürchtet, dass Tore im Winter „wieder zugehen“

Der Coach muss mittlerweile aber zugeben, dass er zu 95 % schon nicht mehr davon ausgeht, diese Saison nochmal gegen den Ball treten zu dürfen. Zu gerne würde er das fehlende Vorrundenspiel gegen Lockhausen II noch austragen, einfach, damit die Tabelle geradegerückt ist. Auch die Aufstiegsrunde würde Drechshage gerne noch mitnehmen. Allein der Glaube daran schwindet mehr und mehr. Er fokussiert sich bereits auf 2021/2022, wobei auch da die Angst im Nacken sitzt, dass die Spielzeit nicht „normal“ gespielt werden kann. „Was passiert dann im November, im Dezember? Ich will jetzt nicht den Politiktisch aufmachen, dass es dann am Impfen liegt oder an den Bürgern oder sonst irgendwas. Ich will beim Sportlichen bleiben und da habe ich einfach nur die Angst, dass dann wieder die Tore zugehen und wir wieder nur eine halbe Saison spielen oder wir wieder nicht richtig trainieren können.“

 

Ungeschlagene Vorrunde möglicherweise nichts wert

Auf dem Instagram-Account des TuS sieht man eindrucksvoll, was man trotz Corona-Pause alles geschafft hat in Sachen Werbung.

Was bleibt ist die Erinnerung an eine starke Vorrunde. Der TuS ist ungeschlagen Tabellenführer, hat die zweitmeisten Treffer erzielt und die drittwenigsten Gegentore kassiert. Wenngleich die Herbstmeisterschaft „für den knallroten Sack“ ist. „Nichtsdestotrotz nehmen wir das als Erfolg natürlich mit, tragen das in unserem Herzen. Wir sind ungeschlagen erster und das nehmen wir natürlich dann gerne mit und werden das auch für uns so in Erinnerung behalten, dass wir diesen Erfolg haben, was uns aber im Endeffekt nichts bringt.“ Und damit geht der Blick auch wieder nach vorne: „Wenn dann die neue Saison anfängt, werden wir uns dementsprechend darauf wieder vorbereiten.“

 

Drechshage staunt, „wozu man fähig sein kann, wenn man sich kümmert“

 

Und auch abseits des Platzes wurde viel getan. Sascha Oelrichs und „Pablo“ Perner haben sich sehr um neue Bandenwerbung und Werbung allgemein gekümmert. „Wenn man jetzt den Sportplatz so betrachtet, wird man staunen, wozu man fähig sein kann, wenn man sich kümmert. Der Sportplatz ist nicht wiederzuerkennen, was die Werbung angeht.“ Und auch die „Grünen“ im Verein, also die Leute, die für den Rasen zuständig sind, waren fleißig und haben sich im Rahmen der Möglichkeiten um das Grün gekümmert. „Da sind Sachen passiert, da habe ich auch mit den Ohren so ein bisschen geschlackert“, so Drechshage. „Da war auch im Verein die Bereitschaft von den Spielern sehr groß, mitzuhelfen, etwas zu tun, dass es da auch vorangeht. Die Zeit hatten wir natürlich auch dafür. Das war auch bemerkenswert, das muss ich ganz ehrlich sagen.“ Fazit: Trotz stillstehender Welt geht es beim TuS voran.

 

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