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Bezirksliga Staffel 3

Post TSV Detmold – Bringt die Landgruppe den Aufstieg?

Man muss kein Post TSV-Mitglied sein, um zu wissen, dass der Kader der Brokmänner wohl der beste aller lippischen Fußballteams ist. Lippe-Kick hat mit Manager Michael Grundmann über die Situation vor dem Start gesprochen.

Luxuskader animiert zum Träumen

Bezirksliga 3 (hk). Den ersten Erfolg hat der Post TSV Detmold bereits vor dem Anpfiff der neuen Saison eingefahren. Nachdem es mehrmals nicht gelungen ist, den begehrten Sprung in die dritte Bezirksligastaffel zu realisieren, hat es nun geklappt. Der letztjährige Tabellendritte der Bezirksliga 2, der mutmaßlich stärksten ihrer Art in dieser Region, strebt in der als Landgruppe verschrieenen dritten Bezirksklasse den Sprung in die Landesliga an. Während es in der abgelaufenen Serie gleich vier lippische Derbys gegen Teams aus Oerlinghausen, Lemgo, Asemissen und Augustdorf gegeben hat, wird es zukünftig einzig gegen den Türkischen SV Horn ein Lokalduell geben. Ansonsten kann man nur hoffen, dass die Postler mit Diesel tanken, warten doch einige Fahrten in das Höxteraner und Paderborner Land. Dennoch gibt sich Post TSV-Manager Michael Grundmann überzeugt, dass es einige Nachahmer gegeben hat: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir nicht der einzige Verein aus Lippe gewesen sind, die das versucht haben“, meint er damit die Ligaversetzung.

Von Henning Klefisch

 

Als „schade“ empfindet es Grundmann, dass der ewige Rivale und Aufsteiger SV Eintracht Jerxen/Orbke in der Bielefelder Staffel das fußballerische Tagwerk verrichtet. Das Niveau in der zweiten Bezirksliga ist spielerisch anspruchsvoller, gibt es dort doch bis zu acht Spitzenteams, die auf einem hohen Leistungslevel agieren. Der Unterschied zur neuen Spielklasse? „In der Staffel III ist die Spitze auch sehr gut, aber es gibt eher nur zwei, drei Teams von diesem Niveau. Aber auch die Staffel III wird ein sehr hartes Stück Arbeit, gerade die Teams im unteren Drittel kommen sehr viel über den Kampf und Geschlossenheit“, hebt der Obmann mahnend den Zeigefinger. Noch vor ein, zwei Jahren hätte Grundmann prophezeit, dass seine Truppe in der kampferprobten Landgruppe eher schlechte Karten auf der Hand haben würde. Vor allem die jüngste Rückserie hat aber zu einem epochalen Umdenken bei ihm gesorgt: „Die ganzen Spiele in der Rückrunde haben wir sicherlich nicht alleine durch unsere spielerischen Klasse gewonnen, sondern wir haben gekämpft bis zum Umfallen.“ Eindrucksvoller Beleg dieser neuen Qualität an Mentalität und Einstellung sind die zahlreichen gedrehten Partien, dessen Basis die primären Tugenden gewesen sind. Auch für den Macher des Post TSV gibt es einige Variable, die vorherrschen, erklärt er doch via Lippe-Kick: „Ich selber bin total gespannt, wie wir uns in der Staffel machen.“ Bis auf über die altbekannten Horner, die man noch gut aus dem LZ-Cup-Finale kennt, ist vieles Neuland für die Postkutsche. Grundmann wünscht sich aber eine Kontinuität in der sportlichen Leistungsfähigkeit, wenn er sagt: „Egal in welcher Staffel wir spielen, ich will, dass wir da anfangen, wo wir in der Rückrunde aufgehört haben, dann können wir einiges erreichen und jeden Gegner in der Staffel II oder III schlagen.“

Startelf ist kein Selbstläufer

In der aktuell stattfindenden Vorbereitung wird es darum gehen, dass die Post TSV-Kicker alles in die Waagschale werden, um die für den Start erforderliche Fitness zu erlangen. Das anvisierte Ziel ist ligaunabhängig. Bereits in der Frühphase wollen sich die Residenzler in der Spitzengruppe festsetzen. Möglichst wenige Verletzungen und andere Ausfälle werden aber die Grundlagen dafür bilden. Über die Trainingsintensität vom Trainerduo Ralf Brokmann (Bild links) und Christoph Zimmermann gibt Grundmann zu Protokoll: „Sie machen grundsätzlich ein sehr anspruchsvolles Training und legen viel Wert auf Disziplin und Einsatz.“ Denn: „Jedem Spieler muss klar sein, dass es um Stammplätze geht und es wird bei einem 24er Kader plus Torhüter kein Selbstläufer sein, in der Startelf zu stehen.“ Daher wird es darauf ankommen, dass in diesem Kader, gespickt mit Klassespielern, jeder Kicker alles investiert, um sich den lukrativen Platz in diesem Edelkader zu sichern. Daher setzt Grundmann auch ein Stück weit auf Eigenverantwortung: „Für mich ist jeder Spieler für sich selbst verantwortlich und entscheidet durch seinen Einsatz und fußballerisches Können, wo und wann er spielt.“ Auch die Trainingsleistungen spielen eine bedeutende Rolle. Durch diese luxuriöse Situation mit Blick auf die Zusammenstellung der Mannschaft wird automatisch auch der eine oder andere Spieler Kreisligaluft in der Zweitvertretung atmen. Dort können die Spieler Spielpraxis sammeln, zugleich Eigenwerbung betreiben. Grundmann erinnert sich: „Es gab einige Spieler, die diesen Weg letztes Jahr gehen mussten und dann wieder ihre Chance bekommen haben und sich auch danach in der ersten Mannschaft festgespielt haben.“ Michael Grundmann zeigt ein Stück weit auch Empathie, wählt aber klare Worte, falls egoistische Gedankengänge Überhand gewinnen: „Ich kann verstehen, wenn Spieler erstmal enttäuscht sind, das ist auch gut so, aber wer dann meint, sein Ego in den Vordergrund zu stellen, wird erst recht keine Chance mehr in der 1. Mannschaft und im Verein haben.“

Mischung aus Erfahrung und Jugend

Die Liste der Neuzugänge ist lang: Daniel Unrau (SC Enger), Fabio Cucchiara (Istrup-Brüntrup, Bild rechts), Haris Marhosevic (Erkeln), Kosta Trantafillidis (Erkeln), Sergej Hamm (Blomberg), Diego Igrek (Lippspringe), Marco Jöstingmeier (TBV Lemgo) und Mesut Demir (TSV HORN). Für Michael Grundmann ist ganz entscheidend, dass die Mischung aus routinierten Akteuren und „blutjungen Spielern“ gegeben ist. Es sollen neue Reizpunkte ganz bewusst gesetzt werden, ist auch entscheidend, dass die Qualität in der Breite nunmehr zugenommen hat. Die Verletzungsprobleme aus den Vorjahren haben diesbezüglich für ein Umdenken gesorgt. „Es darf einfach nicht sein, dass ich mich selber noch auf die Bank setzen muss“, stellt er treffend fest, schickt zugleich ein Stoßgebet gen Himmel, wenn er postuliert: „Ich denke, das wird dann dieses Jahr auch hoffentlich nicht passieren.“ Klar ist aber auch, dass der harte Wettbewerb mit 24 Akteuren, die wohl bei fast allen anderen Bezirksligisten unangefochten Stammspieler sein würden, für den Chefcoach Ralf Brokmann zu einer anspruchsvollen Aufgabe wird. Er muss auch die Reservisten bei Laune halten, die nicht immer leichte Situation vernünftig moderieren. Grundmann zeigt sich jedoch überzeugt, dass jeder der 24 Akteure seinen Wert für die Mannschaft in dieser Saison nachweisen kann und wird.

„Für Philip kommt der Wechsel definitiv zu früh“

Die Gebrüder Wichmann Manuel und Philip (Bild links) spielen zukünftig wieder mit ihrem Bruder Daniel für ihren Heimatverein SuS Pivitsheide. Nette Worte zum Abschied wählt Grundmann für die Wichmänner, die er mehrere Jahre begleiten durfte: „Natürlich finde ich es schade, dass beide den Verein verlassen haben. Das sind menschlich und fußballerisch 1 A Jungs!“ Konkret: „Sie haben uns in den letzten Jahren viel Qualität gegeben. Ich kann bei Manuel verstehen, dass er in seinem Alter einen Gang zurückschalten möchte und eher mit seinen Freunden spielen will“, folgt das große Aber im nächsten Satz: „Für Philip kommt es definitiv zu früh, er ist im besten Alter und eigentlich habe ich ihn auch als sehr ehrgeizig kennengelernt, aber auch in seinem Fall spielen natürlich seine Brüder Daniel und Manu eine große Rolle, was völlig verständlich ist.“ Dennoch präsentiert er sich „gespannt“, was denn eintreten wird, wenn seine älteren Brüder ihre Fußballkarriere beenden. Die Qualitätsverbesserung für die Pivitker sieht er als gegeben an. So wünscht er den Wichmann-Brüdern „wirklich großen Erfolg“, glaubt, dass die Lila-Grünen in der kommenden Saison um den Bezirksliga-Aufstieg mitspielen können. Mit Blick auf die Aufstiegskonkurrenz rechnet er mit Teams wie Neuenbeken, SV Heide Paderborn, Atteln und Nieheim. Einen weiteren Kandidaten gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft: „Zudem darf man den TSV Horn nicht vergessen, die sind sicherlich immer ein Geheimfavorit, wenn sie ihre Leistung über eine komplette Saison abrufen“, glaubt Grundmann abschließend.

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