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Frauenfussball

LZ-CUP 2018/19 – Nachberichte Endrunde der Frauen

Kurzweilige Fußballunterhaltung gibt es in der K.-o.-Phase der Frauen bei den lippischen Hallenmeisterschaften. Lippe-Kick hat die Spiele ausführlich im Rückblick.

FC Donop/Voßheide untermauert Favoritenstellung

Frauenfußball (gb). Keine allzu großen Überraschungen erleben die zahlreichen Zuschauer in der Phoenix Contact Arena beim Final Four der Damenteams. Der FC Donop/Voßheide holt sich erwartungsgemäß den Sieg. Der TSV Sabbenhausen wird im Endspiel bezwungen. Zuvor haben im Halbfinale der VfL Hiddesen und die SG Alverdissen/Extertal das Nachsehen, verkaufen sich aber teuer.

Von Gerrit Barthelmeus

 

Halbfinals

FC Donop/Voßheide vs. SG Alverdissen/Extertal 2:0

Charlotte Meier schießt Don/Voß ins große Finale

Auf dem Papier eine klare Angelegenheit, zeigt sich in dem Spiel, dass in der Halle wirklich alles möglich ist. Dennoch setzt sich der Titelverteidiger am Ende souverän mit 2:0 gegen den A-Ligisten SG Alverdissen/Extertal durch.

Durch ein schnelles Spiel will man den Abwehrriegel der SG durchbrechen und so zum Torerfolg kommen. „Uns war klar, dass die SG eng stehen würde, wollten deshalb mit schnellem Passspiel und der gesamten Breite des Feldes zum Erfolg kommen“, gibt FC-Trainer Mario Gottschalk Einblicke in die taktische Ausrichtung für das Halbfinale. „Alles, was ich meiner Mannschaft gesagt habe, haben diese umgesetzt.“ Einziges Manko: Die schlechte Chancenverwertung. Dies liegt vor allem an der wirklich sehr gut aufgelegten SG-Torhüterin, die einige gute Chancen von Voßheide mit schönen Paraden entschärft. Aber auch sie ist irgendwann machtlos. Nach einer schönen Kombination schießt die erst 17-jährige Charlotte Meier mit einem schönen Distanzschuss gegen die Laufrichtung ihr Team mit 1:0 in Front. Dennoch steckt die SG nicht auf und verteidigt konzentriert und mit voller Leidenschaft ihr Tor. „Wir wollten aus einer sicheren Defensive über ein schnelles Umschaltspiel zum Erfolg kommen. Leider hat das nicht so funktioniert, wie noch in der Vorrunde“, sagt SG-Trainer Daniel Düwel, der trotzdem sehr stolz auf seine Truppe ist. „Ich kann meinem Team keine Vorwürfe machen, sie haben alle aufopferungsvoll gekämpft und mit allem verteidigt, was sie haben“, zeigt er sich mit der gesamten Leistung mehr als zufrieden. Dass harte Defensiv-Arbeit auch Kraft kostet, ist klar und so kommt es, wie es muss. Durch eine schöne spielerische Kombination wird der Abwehrriegel geknackt und wieder steht Charlotte Meier goldrichtig und erhöht auf 2:0. Gleichzeitig auch der Endstand. „Ein mehr als respektables Ergebnis gegen die absolute Nr. 1 im lippischen Frauenfußball“, gibt sich Daniel Düwel zufrieden über den größten Erfolg der Vereinsgeschichte und gratuliert gleichzeitig dem FC zum verdienten Einzug ins Finale. Für den FC Donop/Voßheide geht es anschließend ins große Finale. Düwel und den Seinen bleibt nur das Zuschauen. Dennoch zeigt er sich angetan vom LZ-Cup, wünscht er sich aber in Zukunft mindestens noch ein Spiel um Platz drei in der ehemaligen Lipperlandhalle. Verliert man das Halbfinale, spielt man lediglich zwölf Minuten, was seiner Meinung nach „zum Aufwand in keiner Relation steht.“ Ein Aspekt, worüber die Ausrichter sicherlich einmal drüber nachdenken sollten.

Fazit: Es sind sich alle einig, dass Donop/Voßheide verdient in das Finale einzieht. Die SG kann die sichere Defensive aus der Vorrunde leider nicht ins Finale übertragen und am Ende zeigt sich die Nervosität der noch jungen Truppe. Ein 2:0 ist aber mehr als beachtlich gegen einen Landesligisten, der bei konsequenter Chancenverwertung sicherlich auch hätte höher gewinnen können.

 

TSV Sabbenhausen vs. VfL Hiddesen 2:0

Titelträger von 2017 zeigt keine Nerven und zieht verdient ins Finale ein

Im zweiten Halbfinale gibt es das Wiedersehen zwischen dem TSV Sabbenhausen und dem VfL Hiddesen. Schon in der Vorrunde trafen diese beiden Teams aufeinander. In der Vorrunde konnte sich der TSV mit 3:0 durchsetzen, auch dieses Mal siegt er mit 2:0.

Beide Teams haben sich viel vorgenommen. Sabbenhausen will ihrer Favoritenrolle gerecht werden und Hiddesen will die Revanche für die Pleite aus der Vorrunde und mit einem Sieg gegen den Bezirksligisten für eine Sensation sorgen. Dementsprechend merkt man in den ersten Sekunden an, dass beide in der Offensive ihr Glück suchen. „Wir wollten Hiddesen in Zweikämpfe verwickeln und so unsere körperliche Überlegenheit ausspielen“, so Trainer Jürgen Hasse über die taktische Ausrichtung seines Teams. Hiddesen hingegen fokussiert sich auf eine konzentrierte Defensiv-Arbeit, um „hinten erstmal nichts reinzubekommen und dem TSV die Angriffe so schwierig wie möglich zu machen“, verrät Hiddesen-Spielerin Anna-Lena Hinder, die sich die starke Leistung ihrer Mädels aufgrund einer Knie-OP von der Tribüne aus anschaut. Nach wenigen Sekunden dann der Schock für Hiddesen. Mit einem sehenswerten Heber überwindet Faye Oakley die überraschte Torhüterin von Hiddesen und stellt den Spielstand nach nicht einmal einer Minute auf 1:0. Doch der VfL Hiddesen steckt nicht auf und spielt nun etwas mehr nach vorne, erspielt sich so auch die eine oder andere Torchance, welche allerdings entweder knapp verschossen oder von der gut aufgelegten Torhüterin des TSV entschärft wird. Aber auch der TSV hört nicht auf nach vorne zu spielen und bringt immer wieder die körperliche Überlegenheit zum Vorschein. Auch spielerisch ist der Bezirksligist besser aufgelegt und kombiniert sich gekonnt über die starke Faye Oakley nach vorne. Nach schöner Kombination kommt dann Vanessa Tölle an den Ball. Diese fackelt nicht lange und überwindet die machtlose Torhüterin zum vielumjubelten 2:0. Nach der Sirene hält sich der Jubel von Sabbenhausen in Grenzen, zu groß scheint der Respekt vor der Leistung von Hiddesen zu sein. Hasse lobt: „Hiddesen ist eine Mannschaft, der man ansieht, dass sie sich weiterentwickeln möchte. Respekt an eine so junge Mannschaft, die sich vor über 3000 Zuschauern wirklich gut verkauft hat.“ Auch Anna-Lena Hinder ist mehr als zufrieden mit der Leistung ihrer Teamkolleginnen und gratuliert dem TSV Sabbenhausen zum verdienten Finaleinzug. „Am Ende hat sich der Klassenunterschied bemerkbar gemacht.“

Fazit: In einem ansehnlichen Halbfinale, in dem beide Mannschaften spielerische Akzente setzen wollen, setzt sich am Ende die spielerisch und physisch bessere Mannschaft verdient mit 2:0 durch. Der frühe Führungstreffer ist der Dosenöffner für Sabbenhausen, die das Spiel mit Cleverness zu Ende bringen, noch auf 2:0 erhöhen und somit verdient ins Finale einziehen.

 

Finale

FC Donop/Voßheide vs. TSV Sabbenhausen 3:0

Don/Voß mit verdienter Titelverteidigung

Im Finale kommt es zur Wiederauflage des Endspiels von 2017, welches der TSV Sabbenhausen überraschend mit 1:0 gewinnen konnte und somit die Premiere der LZ-Cup Endrunde der Frauen in der Phoenix Contact Arena für sich entschied.

Das riecht nach einem wahren Leckerbissen. Die beiden besten Mannschaften treffen im Finale aufeinander, in dem der FC Donop/Voßheide von Anfang an das Kommando übernimmt. „Wir haben gut gespielt und Sabbenhausen nicht zur Entfaltung kommen lassen“, resümiert ein zufriedener Coach Mario Gottschalk, der sieht, wie sein Team, mit etwas Glück durch Tina Rother in Führung geht. Ihr Schuss rutscht durch die Hände der ansonsten stark agierenden Torhüterin der Sabbenhäuser. Im Anschluss macht Don/Voß weiter Druck, drückt Sabbenhausen in die eigene Hälfte und erspielt sich weitere Möglichkeiten. „Donop war in allen Belangen besser und wir waren in diesem Endspiel nur ein Sparringspartner“, zeigt sich Trainer Jürgen Hasse von der Leistung seiner Mannschaft im Finale etwas enttäuscht. Sabbenhausen kommt nur selten aus der eigenen Hälfte und ist damit beschäftigt, die Chancen von Voßheide zu vereiteln. Eine dieser Möglichkeiten nutzt Charlotte Meier zu ihrem dritten Turniertor in der Endrunde. Wer denkt, Voßheide hat genug, täuscht sich. Sie spielen weiter freudig nach vorne und setzen ihren Gegner weiter unter Druck. Den Abschluss in einer sehr einseitigen Partie setzt Milena Szymkowiak. „In diesem Jahr ein verdienter 3:0-Sieg für uns im Finale“, so ein glücklicher FC-Trainer Gottschalk, der aber auch angibt, dass Sabbenhausen durchaus hätte ein Tor erzielen können. Doch leider sorgt die Einzelaktion von TSV-Akteurin Anja Heptner nur für das Staunen der Zuschauer und nicht zum Torerfolg. Auch TSV-Trainer Jürgen Hasse sieht das Ergebnis „auch in dieser Höhe völlig verdient.” Ebenfalls einig sind sich beide in der Sache, dass es eine sehr gute Endrunde ist, wozu auch die beiden unterklassigen Halbfinalisten durch ihre couragierte Leistung beigetragen haben. Auch das Niveau hat sich ihrer Meinung deutlich verbessert. Als weiteren positiven Aspekt sieht vor allem Jürgen Hasse, dass „fast alle Zuschauer den Frauenspielen beiwohnten“ und somit der Leistung der Mädels ihren Tribut zollen.

Fazit: Ein eher einseitiges Finale findet am Ende einen verdienten Neu-Alt-Titelträger FC Donop/Voßheide. Sabbenhausen kann die Sensation von 2017 leider nicht wiederholen und kann Don/Voß in diesem Jahr leider nichts entgegensetzen. LIPPE-KICK gratuliert Voßheide zu einer wirklich beeindruckenden Leistung im gesamten Turnierverlauf mit nur einem (!!) Gegentor im Wettbewerb und einer somit verdienten Titelverteidigung.

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