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Kreisliga B Detmold

TuS Eichholz/Remmighausen – Umgekrempelt erfolgreich

Mehr als nur ein Gerücht: Der Aufstieg ist für den TuS absolut möglich. Coach Tim Hosch bezieht auch dazu Stellung im gründlichen Report über den Detmolder Traditionsverein.

Wohin fliegen die grün-weißen Himmelsstürmer?

Kreisliga B Detmold (hk). Das Perfekte war so nah. Dessen ist sich der TuS Eichholz/Remmighausen mit allen Sinnen bewusst. Wäre das finale Spiel vor der Winterpause gegen den FC Augustdorf II gewonnen worden, stünden die Grün-Weißen an der Tabellenspitze – mit einem Bonus von dann fünf Punkten auf einen Nichtaufstiegsrang. Klar, reichlich Konjunktiv nach einer Dreier-Drittelung, die so unnötig wie ein Kropf daherkommt. Ein kleiner Trost: Zumindest bis Ende Februar ist der Aufstiegsplatz drei der natürliche Lebensraum. Ebenfalls stimmungsfördernd: Da aber nur fünf von 16 Partien nicht als Sieger beendet wurden, auch fußballerisch eine klare Entwicklung erkennbar ist, möchte Chefcoach Tim Hosch keinen Ausflug zur Klagemauer nach Jerusalem veranstalten, sagt vielmehr voll versöhnt: „Ich bin sehr zufrieden mit unserer Hinrunde.“

 

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Von Henning Klefisch

 

Permanent ist das Maximale klar im Blick, verdeutlicht Hosch doch via Lippe-Kick: „Unser Anspruch ist es, in jedem Spiel unser volles Potenzial auszuschöpfen und alles auf den Platz zu bringen, was in uns steckt. Wenn das umgesetzt ist, gehen wir zufrieden vom Platz“, steigt folglich nämlich die Erfolgswahrscheinlichkeit rapide an. Der 33-jährige Coach führt mit eindringlicher Stimme fort: „Unabhängig vom Ergebnis. Ist das Spiel siegreich gestaltet, dann ist das für uns natürlich ein angenehmer Nebeneffekt. Haben wir das Spiel verloren, gehen wir sehr schnell in die Analyse und wollen aus unseren Fehlern lernen.“ Dann die richtigen Lehren zu ziehen, die Defizite abzustellen, zudem die nötige Motivation aus dem vorherigen Misserfolg zu erzielen, das ist wichtig für das Fortkommen vom TuS. Natürlich wurde beim 3:3 gegen die Augustdorfer Angriffs-Armada nach dem Motto agiert: ‚We love to entertain you‘, doch zugleich der Verteidigungsbereich zu sorglos behandelt. Allein die Tatsache, dass der Grad der Enttäuschung nach dieser hohen Punkteteilung so gravierend ausfällt, „zeigt, dass meine Idee vom Fußball, die mentale Grundhaltung und unser Anspruch sich in die richtige Richtung entwickeln“, funkeln seine Augen dabei wie Diamanten. Sich selbst unnötig verrückt zu machen, zu sehr zu verkrampfen, das ist nicht die Realität, streben vielmehr seine Zöglinge den größtmöglichen Erfolg an, was mit dem vorzeigbaren Aufstiegsrang auch bestätigt wird.

 

Kreis-Oberhaus als Herzenswunsch!

Je länger die Serie fortgeschritten ist, desto intensiver verstärkte sich das Bewusstsein bei allen Beteiligten, dass insbesondere der Fünfer-Pack an Sieglos-Spielen genügend Anschauungsmaterial liefert, wie es eben nicht laufen soll. Tim Hosch vertritt die Ansicht: „Wir haben es geschafft, aus jeder Enttäuschung etwas zu lernen und dies langfristig besser zu machen.“ Nach vielen Spielzeiten im Kreis-Unterhaus ist die Begierde groß, dass auch in Eichholz/Remmighausen endlich mal wieder A-Klassen-Fußball angeboten wird. Auf der Prioritätenliste ist dies aber nicht außer Konkurrenz. „Es geht und ging nach meinem Amtsantritt vielmehr darum, das Team zu entwickeln und den nächsten Schritt zu gehen. Dass unsere beziehungsweise meine Arbeit von außen als ‚umkrempelnd‘ wahrgenommen wird, ist ein großes Kompliment und zeigt, dass wir aktuell an den richtigen Schrauben drehen“, betont Hosch nicht ohne einen Hauch von Stolz in seiner Stimme. Der Blondschopf denkt nicht engstirnig, vielmehr visionär, verfolgt er schließlich ganz konsequent eine ganz klare Zielsetzung: „Der TuS Eichholz-Remmighausen ist als gesamter Verein – was also alle Sportarten betrifft – einer der größten Vereine in Lippe und daher sollte auch über kurz oder lang der Anspruch innerhalb des Vereins bestehen, eine Liga höher zu spielen und sich dort zu etablieren.“

 

Social-Media als verbindendes Element

Untätig war der Menschenfänger nicht, sind von ihm gewisse Stellschrauben gedreht worden. Jeder Stein wurde umgedreht, alles auf den Prüfstand gestellt, um Verbesserungen zu ermöglichen. Er verrät: „Damit dies gelingt, habe ich viel an sportlichen, taktischen, aber auch organisatorischen Aspekten gearbeitet.“ Natürlich, es sind verschiedene Umstrukturierungsmaßnahmen erforderlich, um – bildlich gesehen – neue Pflöcke zu setzen, ein neues Fundament zu gießen. Der Blondschopf spricht deshalb explizit von einem „engagierten Social-Media-Auftritt“, der in einem vitalen Gewand erscheint. Der logische Hintergrund: „Die Jungs kommen eben alle aus dieser Generation, ist dies ein Mittel, um den Zusammenhalt zu stärken.“ Was Tom-Silas Möller (Bild rechts) als Creative Direktor und Social-Media-Beauftragter so kredenzt, tituliert der Chefcoach mit den Worten „fantastisch“, sind die TuS-Jungs Feuer und Flamme für dieses professionelle Outfit, was Möller dem Verein somit verleiht. Tim Hosch muss sein Licht auch nicht zu sehr unter den Scheffel stellen, merkt der studierte Sportwissenschaftler doch völlig korrekterweise an: „Ich habe durch meine Ausbildung und meinen Karriereweg natürlich auch an der professionellen Struktur gearbeitet.“ Er wird etwas präziser in seinen Ausführungen: „Wir haben einen Leistungsgedanken implementiert und setzen auch auf Persönlichkeitsentwicklung der Spieler. Disziplin, Leistungsmotivation und gesunder Umgang gehört zu unserem täglichen Brot. Die Jungs sollen „wollen“. Sie sollen sich entwickeln und als Team taktischen Prinzipien und Vorgaben folgen. Dabei aber auch mündig sein und Ideen einbringen.“ In Gänze sind in Eichholz/Remmighausen ganz gezielt neue Reizpunkte gesetzt worden, freunden sich die Kicker mit diesen Veränderungen dementsprechend an. Auch zukünftig „innovativ“ zu sein, das ist für den Tabellendritten eine klar gesteckte Vorgabe.

 

„Wollen lernen, ein Spitzenteam zu sein“

Der Jugend eine Perspektive zu bieten, sie auch im Seniorenfußball mit wichtigen sportlichen Aufgaben zu betrauen, das ist die gewaltige Aufgabe, die der Turn- und Sportverein mit Leben gefüllt hat. Mit mehr Transparenz, auch für Außenstehende, ist dieser neue Weg für viele leicht nachvollziehbar, wirkt sympathisch, denn man bedient sich den eigenen personellen Ressourcen. Dadurch steigt automatisch die Identifikation zu den lokalen Helden. Der Fußballverrückte veranschaulicht: „Wir haben eine blutjunge Truppe, die aber nicht einfach ins kalte Wasser geworfen wurde, sondern sich schon über einige Zeit an Verantwortliche und Strukturen gewöhnen konnte.“ Diese Erfahrungswerte sind extrem wichtig, um in Stresssituationen die richtige Wahl zu treffen. Natürlich leisten sich junge Spieler grundsätzlich auch den einen oder anderen Fehler mehr als die älteren Recken. Dennoch sind die Youngster auch besser formbar, leichter zu führen, anpassungsfähiger. Tim Hosch hat im Hinterkopf: „Wir wollen lernen, ein Spitzenteam zu sein, ein Spiel zu lesen, es zu bestimmen, aber auch genauso zu verteidigen, wenn uns der Gegner vor Herausforderungen stellt.“ Nachhaltigkeit zu demonstrieren, sich fußballerisch zu straffen, für die Widersacher eine nervige Sperrigkeit zu bedeuten, das alles sind mögliche Inhaltsstoffe einer wahren Erfolgsrezeptur. Zugleich soll die gemeinsame DNA auch für die älteste Junioren-Mannschaft Gültigkeit besitzen, bringt der Lehrmeister klar zum Ausdruck: „In Zukunft soll auch die A-Jugend den gleichen Prinzipien und Maximen folgen, die wir zusammen entwickelt haben und entwickeln.“

 

„Für einen Aufstieg muss viel passen“

Die Ungeschlagen-Serie war vorzeigbar. Erst im neunten Saisonspiel kassierten die grün-weißen Himmelsstürmer eine Niederlage, gab man sich Ende September letzten Jahres vor heimischer Kulisse mit 3:4 der SG Hiddesen/Heidenoldendorf II geschlagen. Davor feierte man neben den beiden Pokal-Siegen über den Aufstiegs-Mitkonkurrenten SF Oesterholz/Kohlstädt (5:3 nach Verlängerung) und dem 3:2 über den Türkischen SV Horn die Liga-Siege beim FC Augustdorf II (3:1), SG Sabbenhausen/Elbrinxen (5:4), beim SV Diestelbruch/Mosebeck II (6:3) und zu Hause den Blomberger SV II (6:3) und den Hakedahler SV (8:1). Remis erfreuten sich einer allzu großen Unbeliebtheit, gab es bis dato einzig beim 3:3 im Meisterschafts-Match gegen Oesterholz/Kohlstädt diese einfache Teilung. Seit der ersten Saison-Pleite wurde man beim 1:7 im Pokal-Drittrunden-Spiel gegen Lügde mit viel Brimborium aus dem Wettbewerb befördert, zugleich durchgeschüttelt, schlossen sich in der Folge auch zwei Niederlagen beim SuS Lage (4:5) und gegen CSL Detmold (1:2) an. Der Erfolgsweg blieb aber dominant, wie die sechs Dreier gegen Belle-Cappel (8:3), Kachtenhausen/Helpup (8:1), Istrup-Brüntrup (2:0), Falkenhagen (4:0), BSV Müssen (2:0) und SuS Pivitsheide II (5:1) unterstreichen. Nicht gerade skandalös, dass der Blondschopf von einer „guten Ausgangslage“ spricht, dem Ligen-Wechsel eine Etage nach oben keineswegs ablehnend gegenüberstehen würde. Der smarte Coach ordnet die Verhältnisse allerdings in einem vernünftigen Maß ein: „Aber wir sind auch realistisch unterwegs und wissen, dass für einen Aufstieg auch viel passen muss über eine lange Saison.“

 

Spannende Tabellensituation ist hinderlich für Alleingänge

Fußball ist ein Konkurrenzprodukt, bemerkt Tim Hosch schließlich: „Insbesondere machen andere Trainer und Mannschaften auch einen verdammt guten Job und haben dieselben Chancen.“ Was er meint, wird durch das Tabellenbild bestätigt. Hypochonder sollten der B Detmold keine Beachtung schenken, denn der Aufstiegskampf trieft nur so vor Spannung. Ein Fünfkampf erscheint realistisch, rangieren die Sportfreunde Oesterholz/Kohlstädt mit 30 Zählern an fünfter Position, damit nur sieben Punkte hinter der Tabellenführung, die CSL Detmold innehat. Was nicht verschwiegen werden sollte: Die gierigen Sportfreunde haben im Vergleich zu den Aufstiegsrivalen noch zwei, im Fall vom SuS Lage sogar drei Spiele mehr in der Hinterhand. Also genügend Optionen, um Boden im Aufstiegsrennen gutzumachen. Folglich findet Hosch die derzeitige Tabellensituation „total spannend und ausgeglichen.“ Die Kracher-Duelle werden fast schon wöchentlich aufgeführt, sind in dieser Spielklasse auch überraschende Ergebnisse ein ständiger Begleiter. Dass das Teilnehmerfeld eng beisammen bleibt, davon zeigt sich der eloquente Coach absolut überzeugt, sagt er gegenüber

Branko Trailovic

Lippe-Kick doch im Brustton der Überzeugung: „Ich denke nicht, dass wir zu Anfang der Rückrunde wieder so einen Durchmarsch von einigen Teams sehen werden.“ Zwei Daumen nach oben: Wie SuS Lage im Sauseschritt mit dem Fortlauf der Spiele aufblühte, ist bemerkenswert. Hier ist die Handschrift vom Trainer-Fuchs Branko Trailovic auch ohne Sehhilfe leicht lesbar. Was grundsätzlich gilt: Das Führungs-Quintett hat glorreiche Perspektiven für die Realisierung vom Aufstiegsziel. Weil: Es ist eher abwegig, dass ein Team aus dem breiten Tabellenmittelfeld mit einer Serientäterschaft für Schnappatmung bei den Big Five sorgt.

 

Der Fleiß wird belohnt

Der passionierte Fußball-Freund ist fest davon überzeugt: Früher oder später trennt sich die Spreu vom Weizen. „Nichtsdestotrotz denke ich, dass

Sebastian Hüttmann

wir einen Spitzenreiter erleben werden, der sich durch eine Serie den ersten Aufstiegsplatz noch vor Ende der Saison sichern wird. Dahinter wird Form, Spielplan, Verletzungspech, Glück und Wille darüber entscheiden, wer die Plätze einnimmt.“ Welches Team von den Variablen am meisten begünstigt wird, gleicht einem Fischen im trüben Gewässer, da schwer erkennbar. Die Wahrscheinlichkeit wird wohl auch durch den Faktor Fleiß begünstigt. Bedeutet: Wer in der Winterpause akribisch seine Hausaufgaben erledigt, wird höchstwahrscheinlich am Saisonende die verdiente Ernte einfahren. Den beiden Führenden traut der Trainer-Newcomer so einiges zu, weil: „Generell spielen Müssen und CSL einen sehr strukturierten Fußball. Man merkt, dass beide Teams Erfahrung haben in den oberen Regionen und in entscheidenden Momenten einfach da sind“, applaudiert er für diesen Leistungsnachweis kurz. Auch die Jäger vom Paradies sind stetig auf der Pirsch, attestiert Hosch den Sportfreunden voller Anerkennung: „Oesterholz/Kohlstädt spielt einen tollen und powervollen Ball, scheint aber ab und zu sehr abhängig von der Form von Sebastian Hüttmann zu sein.“ Dieser Bomber hat bereits 20-Mal das Runde in das Eckige befördert, führt mit dieser vorzeigbaren Ausbeute das Torjäger-Ranking an. Davon unbeeindruckt verdeutlicht Tim Hosch: „Trotzdem gehören sie für mich zu den Teams, denen ich sehr große Chancen zurechne. Lage schwimmt auf einer Welle. Wenn sie die Euphorie oben halten können, dann werden sie ein entscheidender Faktor sein. Sie sind mitten im Aufstiegskampf.“ Die nicht zu unterschätzende Einschränkung: „Ich bin aber gespannt, was passiert, wenn sie mal wieder ein negatives Ergebnis haben oder sogar zwei Spiele in Folge verlieren. Sie haben großartige Einzelkönner und sind als Kollektiv sehr stark. Aber die Bürde der Saisonanfangsphase liegt noch auf ihnen und erlaubt kaum einen weiteren größeren Ausrutscher“, benötigen die Zuckerstädter ein nahezu perfektes zweites Halbjahr, um tatsächlich den direkten Wiederaufstieg zu verwirklichen. Der Eichholz/Remmighausen-Trainer liefert einen interessanten Einblick in seine Seelenwelt: „Mein Gefühl ist, dass wir je einen Zweikampf um Platz eins und zwei sowie dann um drei und vier erleben werden.“ Er hat eine hohe Meinung vom Führungs-Quintett, ist er davon überzeugt, dass diese Teams allesamt wettbewerbsfähig in der Detmolder Elite-Kreisklasse wären „und eben mindestens ein Team hinter sich lassen.“ Abwarten.

 

Hosch hadert mit der Überheblichkeit

Erst einmal dieser unberechenbaren Knochenmühle B-Liga zu entfliehen, wird viel Schweiß und Mühen beanspruchen. Der Trainer-Novize spekuliert: „Ich denke, dass ein Aufstieg vielleicht deutlich schwerer ist, als letztendlich dann die Klasse in der ersten Saison zu halten.“ Die Neuankömmlinge mit zu viel Druck zu belasten, könnte tatsächlich gefährlich werden. Der TuS-Dompteur der jungen Wilden erklärt voller Vorsicht: „Wir dürfen an dieser Stelle natürlich auch nicht vergessen, dass auch die ganz, ganz jungen Spieler – Altersschnitt 20,5 Jahre – mit einer höheren Erwartungshaltung umgehen und dies lernen müssen“, so sein gut gemeinter Ratschlag an die Adresse seiner Kicker. Ein Blick zurück auf oben genannte Partien könnte sich als hilfreich erweisen. Ganz speziell die unerwarteten, dennoch verdienten Pleiten gegen Hiddesen/Heidenoldendorf II und Lage, wo zu viel Überheblichkeit ursächlich war, verursachen Stirnrunzeln beim Chef-Trainer. „Gleich im zweiten Spiel gegen Osterholz/Kohlstädt hatten wir mit einer Führung zu kämpfen. Es ist uns schwergefallen, einen Vorsprung zu halten, und zu verkraften, dass der Gegner nochmal rankommt“, gab es bekanntlich letztlich ein 3:3. Auffällig ist: Die 71 erzielten Tore rühmen die TuS-Kicker mit weitem Abstand als die angriffslustigste Truppe der gesamten Spielklasse. Im letzten Spielfelddrittel riskieren die grün-weißen Offensivmonster enorm viel, doch sind im Abwehrbereich oft nicht rigoros genug. Gegen das Kellerkind Blomberger SV II etwa drei Gegentreffer zu schlucken, ist für solch ein ambitioniertes Team des Guten zu viel. Verbesserungswürdig: Mit 34 Einschlägen musste das Team aus dem Osten von Detmold mehr als dreimal so oft den Ball aus dem eigenen Netz fischen wie der unmittelbare Aufstiegskonkurrent BSV Müssen, der erst elf Gegentore hinnehmen musste.

 

„Perspektivisch muss der TuS aufsteigen“

Tim Hosch ist sich definitiv im Klaren, dass hier angesetzt werden muss, denn eine stabile Defensive bietet die Basis für den angestrebten Aufstieg. Er erklärt diesbezüglich: „Durch eine taktische Umstellung haben wir aber ein deutlich besseres Gleichgewicht geschaffen. Diesen Weg wollen wir auch erst einmal nicht mehr verlassen“, fühlt man sich in diesem neuen Taktik-Korsett exzellent aufgehoben. Das Anforderungsprofil ist gewaltig, illustriert der leitende Angestellte im Lippe-Kick-Gespräch: „Meine Spieler müssen viel investieren und ich verlange im Training auch sehr viel von ihnen.“ Wahrlich interessant: „Teile des Teams machen vor der Vorbereitung eine eigene Vorbereitung, um besser in Form zu sein, wenn es zur Sache geht. Es herrscht schon eine gewisse intrinsische Motivation innerhalb der Jungs vor. Keiner gibt sich gerne die Blöße.“ Als „besonders zielfördernd“ ist ganz bestimmt die Erkenntnis der Kicker, dass die Erlangung von solch einem Niveau gut für Körper und Geist ist. Immerhin musste der Aufstiegsaspirant schon des Öfteren die Hypothek von einem Rückstand erleiden, schaltete den einen oder anderen Gang höher, wenn man sich ergebnistechnisch gepiesackt gefühlt hat. Der Fußball kann auch kapriziös sein, dient hier als Beispiel die unerklärliche 1:2-Heimpleite gegen einen direkten Aufstiegskonkurrenten. Hosch kratzt sich immer noch etwas verdutzt die Stirn, konstatiert: „Gegen CSL haben wir eine unglaubliche zweite Halbzeit an den Tag gelegt und den Gegner absolut dominiert.“ Der große Widerspruch: „Ironischerweise haben wir dieses Spiel am Ende dann verloren, weil wir unsere Chancen nicht reingemacht haben.“ Bei ihm reift dadurch die Erkenntnis, dass seine talentierten Spieler noch viele wichtige Erfahrungswerte sammeln werden, um dann das große Sehnsuchtsziel zu realisieren, was da lautet: „Perspektivisch und auch in naher Zukunft muss der TuS aber aufsteigen. Das ist ganz klar“, möchte er daran keineswegs rütteln.

Barkowski hat das Vitamin B intus

Eine One-Man-Show ist es keineswegs, denn auch Assistenztrainer Marco Barkowski besitzt einen Anteil an dem prächtigen Aufschwung bei den Grün-Weißen. Sein Chef lobt: „Er macht auch eine unheimlich tolle Entwicklung durch, er lernt als Mensch und Trainer Tag für Tag hinzu und ich habe den Eindruck, dass dies auch über den Verein hinaus so gesehen wird“, hat der Ex-Jerxen/Orbke-Kicker einige positive Duftmarken gesetzt. Damit der so vorbildliche Entwicklungsschritt nicht verglüht wie eine Sternschnuppe ist man im Personalsektor tätig und fündig geworden. Bereits im Kreisoberhaus seine Meriten gesammelt hat Marcel Wagner, den Hosch aus Paderborn nach Eichholz/Remmighausen gelotst hat. Von der SG Hiddesen/Heidenoldendorf feiert Jan Lukas sein Comeback bei seinem Heimatverein, verstärkt künftig die Abteilung Attacke. Die Sonne scheint über den TuS Eichholz/Remmighausen, denn im Sommer wird es definitiv noch mehr Zuwachs geben, lässt dann vor allem Barkowski seine exzellenten Kontakte spielen. Die vorgegebene Personalpolitik wirkt vielversprechend: „Wir wollen den TuS jung und modern machen und dies soll sich auch sportlich widerspiegeln. Kompliment hier auch an den gesamten Verein, der voll hinter uns steht und selbst großen Anteil an der Entwicklung hat.“ Ein Beispiel gefällig? Tim Hosch gilt als Coach mit Visionen, hat immer wieder neue Trainingsmethoden im Blick, die oft einer Innovation ähneln. Vorbildlich. Die Vereinsführung geht diesen Weg mit, setzt die Wünsche in die Realität um.

„Kreisliga ist die ehrlichste und spannendste Basis“

Der Bock-Faktor wird großgeschrieben beim TuS Eichholz/Remmighausen, ist diese Einstellung zur mutmaßlich schönsten Nebensache der Welt auch bei den anderen Teams en vogue. Die von Lippe-Kick ins Spiel gebrachte These, dass im Amateurfußball im Allgemeinen und im lippischen Fußball im Speziellen das Interesse grundsätzlich nicht mehr so groß ist, möchte Tim Hosch keineswegs unterschrieben. Einige Hoffnungen verbalisiert er zum Jahresstart: „Dauerhaft wünsche ich mir, dass das Bewusstsein für den Sport im Allgemeinen wieder größer wird. Im Fußball wünsche ich mir im Ganzen, dass weniger dummes Verhalten von Profis adaptiert wird und auch ein bisschen, dass Zuschauer weniger lautstark Einfluss auf das Spiel nehmen wollen. Insbesondere den Schiedsrichtern gegenüber müssen wir einfach lernen, dass so etwas nicht geht.“ Absolut zutreffend: „Wir müssen froh und dankbar um jeden sein, der Lust auf dieses Amt hat. Insgesamt muss natürlich auch geschaut werden, dass auch in unteren Ligen ein Mindestmaß an ‚Anwesenheit‘ auf dem Platz möglich ist.“ Leider wurde in den letzten Wochen zu häufig und zu rabiat gegenüber Referees vonseiten Spielern, Zuschauern und Betreuern vorgegangen. Ein Match ohne einen Unparteiischen ist unmöglich, ist die Fair-Play-Regel aktuell nur im jüngeren Jugendfußball vernünftig umsetzbar. Dessen sollten sich stets alle Beteiligten bewusst sein. Der Mittdreißiger fordert in diesem Zusammenhang „mehr gegenseitigen Respekt.“ Alle über einen Kamm scheren, das möchte Hosch jedoch nicht, meldet er doch an: „Dabei will ich aber auch betonen, dass es hier viele sehr angenehme Vorbilder gibt.“ Das penetrante Streben nach neuen Rekorden, auch Bestwerten, mehr Likes und Fame-Status wirkt fast schon inflationär, macht den gesamten Sport im Spitzenbereich unsympathisch. Mehr Demut, ein höheres Maß an Bescheidenheit und Nähe zur Basis. Für all das steht der Volkssport Fußball, insbesondere in den Niederungen des Amateursports. Hosch sieht dies ähnlich: „Insgesamt ist es ein tolles Hobby und bei dem Ganzen höher, schneller, weiter und Rechtevergabe in den oberen Ligen, ist die Kreisliga immer noch die ehrlichste und spannendste Basis. Das sollten wir uns bewahren und nicht über fünf Euro Eintritt meckern, wenn wir uns für 90 Euro ein in Bangladesch gefertigtes Trikot der Nationalelf kaufen“, vermisst er hier ausdrücklich die Relation. Für ihn, den Fußball-Verrückten, der sich mit dieser Materie seit frühester Kindheit beschäftigt, ist das Wichtige vor allem auf dem Platz entscheidend. Am liebsten auf dem Kunstrasenspielfeld in Remmighausen.

 

 

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