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Kreisliga A Lemgo

SG Ben/Hoh – Wann kommt der nächste Top-Neuzugang?

Was ist nur los? Die SG Bentorf/Hohenhausen möchte auch sportliche Themen nicht außer Acht lassen. Lippe-Kick liefert euch hier den großen Inside-Report. Checkt das aus.

„Mir wird jetzt schon schwindelig!“

Kreisliga A Lemgo (hk). Das Armageddon ist tatsächlich unwirklich, extrem in diesen Tagen. Wenn sogar außerordentlich wichtige Themen wie der Umweltschutz, die Flüchtlingskrise oder die Hungerkatastrophe so sehr in den Hintergrund rücken, dass kaum bis gar nicht in den Nachrichten darüber berichtet wird, ja dann wird das ganze Ausmaß der aktuell grassierenden Corona-Epidemie allen erst so richtig bewusst. Man benötigt keine Glaskugel, um zu erahnen: Die Rezession wird uns noch einige Jahre in Atem halten. Es wird immer offensichtlicher, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist. Um ein wenig von den massiven Problemen abzulenken, berichten wir jedoch weiterhin über die Vereine der Region, wie in diesem Fall über die SG Bentorf/Hohenhausen, die im Personalsektor zu einer rasanten Karussellfahrt eingeladen hat. Der wortgewandte Obmann Marco Evers visiert verschiedene Themen an im großen Inside-Report über die Spielgemeinschaft aus dem Kalletal.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

Von Henning Klefisch

 

Surreal wirkt in diesen Tagen die globale Szenerie, hat es so etwas seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr gegeben. Auch der lippische Fußball ruht, vorläufig bis zum 19. April 2020. Man muss die Entwicklung abwarten, ob tatsächlich nach den Osterferien wieder der Ligabetrieb Fahrt aufnimmt oder ob die Zwangspause eine Verlängerung erfährt. Evers ist nicht nur qua seiner kölschen Lebensader ein fröhlicher, lebensbejahender Mensch, doch auch er wirkt ziemlich konsterniert, sagt er bei Lippe-Kick zur aktuellen Thematik: „Ich wünsche mir jeden Morgen, dass man aus dieser prekären Lage einfach aufwacht und denkt, es ist nur ein Traum. Aber“, spürt man auch ohne Psychologie-Grundstudium die Niedergeschlagenheit in seiner Stimme, „leider ist dem nicht so. So etwas gabs noch nicht. Ich sage mir: Irgendwie kriegen wir das hin die nächsten paar Monate. Am Ende wird man sehen – für mich als Kölner gilt das Kölsche Grundgesetz: Et hätt noch immer jot jejange... Denn klar ist: Was in Italien passiert, macht einem Angst“, ist es wirklich besorgniserregend, welche Schreckensmeldungen aus dem Stiefelland  vermeldet werden.

„Spielabsagen eines Dreier-Heimspieltages tuen richtig weh“

 

Auch Evers (Bild rechts) mag nicht so recht glauben, dass am 19. April tatsächlich wieder die Kugel rollt. Viele Fragen gibt es, jedoch kaum Antworten, verzichtet auch die Spielgemeinschaft derzeit auf einen regulären, mannschaftlichen Trainingsbetrieb. Eine Regelung, die sämtliche Vereine im Lipperland getroffen haben. Was Evers, den passionierten 1. FC Köln-Anhänger, gewaltig gegen den Strich geht: „Man redet jedoch in den Medien oft nur von Ausfällen der DFL – aber auch einem kleinen Verein, der durch die Spielabsagen auf Einnahmen eines Dreier-Heimspieltages verzichten muss, tut das richtig weh.“ Um einschränkend fortzufahren: „Im Endeffekt ist das wohl aber das kleinere Übel, denn wichtig ist nur, dass wir uns solidarisch zeigen und das zusammen durchstehen.“ Ohne Corona-Zwangspause ist die finale Runde in der A Lemgo auf den 8. Juni 2020 datiert worden. Evers befürchtet: „Da kann man sicherlich die Serie noch drei, vier Wochen nach hinten aufschieben. Wobei mir jetzt schon schwindelig wird, wenn ich sehe, wie viele Nachholspiele unsere Zweite schon bis vor den Corona-Absagen hat.“ Klar sollte sein: Auch eine Verlängerung der Wechselfrist sollte in Betracht gezogen werden, ist diese doch aktuell bis zum 30. Juni datiert. Ob bis dahin tatsächlich sämtliche Entscheidungen gefallen sind, ist nur schwerlich vorstellbar.

 

„Sind mit der Arbeit von Jens super zufrieden“

 

Tobias Kasper

Auch Evers befolgt die Schutzempfehlungen der Bundesrepublik, ist zum Stubenhocker mutiert, der im Home-Office seinem Job nachgeht. In Zeiten der modernen Medien kann vom “Ben/Hoh-Heldt” natürlich unkompliziert die Kaderplanung weiter vorangetrieben werden. In der Prä-Corona-Krise war Evers bereits eifrig. Mit Tobias Kasper kommt vom Liga-Konkurrenten BSV Leese ein neuer Chefcoach, dazu der spielende Assistenztrainer Severino-Valentino Westhoff und mit Ali Rahmati ein Fitness- und Athletik-Coach, der einst als iranischer Fußball-Profi fungierte. „Ich denke, dass wir damit ein starkes Trio im Trainerteam verpflichtet haben, das unser Konzept und unsere ambitionierten Ziele mitträgt.“ Dass Kasper verpflichtet wurde, lag am freiwilligen Verzicht vom aktuellen Cheftrainer Jens Böger, weiterhin das Amt zu bekleiden. Das Klettern auf den entspannenden achten Rang ist sein Verdienst, was auch Evers so deutlich kommuniziert: „Wir sind mit der Arbeit von Jens super zufrieden, der eine Mannschaft, die nach dem sechsten Spieltag auf einem Abstiegsplatz stand, übernommen hat und in ruhige Fahrwasser führte.“ Ein Schritt, der dem Verein wahrlich guttun wird: „Ein weiterer Baustein zur Schaffung professionellerer Strukturen im Verein ist gleichzeitig die Gründung des Fördervereins der SG Bentorf/Hohenhausen.“

 

Wann wird der sechste Neue öffentlich?

 

Das Spieler-Karussell ist mit ganz viel Schwung gedreht worden. Ein Fünfer-Pack an Neuzugängen ist verpflichtet worden, im Detail: 1. Yannick-Noah Dingemann (TBV Lemgo), 2. Julius Busch (TBV Lemgo U19), 3. Pascal Rentschler (Bild links; BVS Leese), 4. Servan Kartal (BSV Leese) und 5. Milan Hanke (eigene Jugend). Das halbe Dutzend macht ein „junger Kalletaler Hoffnungsträger“ voll, soll hier der Name bewusst verschwiegen werden. Der Hintergrund: „Er hat mit seinem derzeitigen Stammverein noch nicht gesprochen“, verrät Evers. Er führt weiter aus: „Auch stehe ich zurzeit aktuell mit einem höherklassigen Top-Torwart in Verhandlungen, da unsere derzeitigen Torhüter verletzungs- und

Noah Dingemann

berufsbedingt in Zukunft nicht immer zur Verfügung stehen werden.“ Er frohlockt mit glänzenden Augen: „Wenn das mit dem Keeper klappen würde, wäre das eine Ansage an die Liga und wir hätten auf dieser Position endlich Planungssicherheit.“ Auf der Fahndungsliste stehen zudem noch ein offensiver Mittelfeldmann und ein defensiver Schienenspieler. Schon jetzt wird deutlich, dass das Durchschnittsalter im Kader sich rapide senken wird, „wir in Zukunft genau dieses Konzept weiterverfolgen werden“, unterstreicht Marco Evers im Lippe-Kick-Gespräch.

 

Wettbewerbsfähigkeit durch Kunstrasenplatz

 

In der Bezirksliga – damit eine Spielklasse höher – versuchen sich ab der der neuen Serie die beiden Korsettstangen Niklas Brand, der Knall-König vom Dienst und Dominik Klemme (Bild rechts), der reihenweise Gegenspieler vernaschen kann, sich tänzelnd durch die gegnerischen Abwehrreihen hindurch schlängelt und geniale Pässe spielt. Sie kicken künftig in der Bezirksliga 1 für den SC Vlotho. Evers trauert diesen Verlusten sehr hinterher: „Diese Abgänge tun mir besonders weh, da wir beide nicht nur sportlich, sondern auch menschlich und als Typ vermissen werden, zumal sie langjährige Eigengewächse sind.“ Einen Trauermarsch veranstaltet Marco Evers nun allerdings nicht, findet er doch: „Ich denke aber, dass wir im offensiven Bereich nächste Serie mit Dingemann, Westhoff und Obaed überdurchschnittlich besetzt sind und bin daher guten Mutes.“ Wegen der ausgezeichneten Infrastruktur sind die Neuzugänge sicherlich nicht nach Nordlippe gewechselt. Zwar verfügt die Spielgemeinschaft aus Bentorf/Hohenhausen in Hohenhausen über einen Kunstrasenplatz, dient dieser für die Seniorenmannschaft allerdings ausschließlich zu Trainingszwecken. Dass traditionsreiche Vereine wie der SVA Heidelbeck und die Spielvereinigung Bavenhausen ihre schönen Sportplätze nicht mehr mit eigenen Teams bespielen lassen, ist ein Alarmsignal, kommt jedoch nicht völlig überraschend. Ebenso wie der Köln-Fan es vermeidet, ein Alt-Bier zu trinken, hält er sich gleichfalls hinsichtlich dieser Thematik zurück. Dennoch wirft er hoffnungsvoll ein: „Es werden Gespräche geführt und ich bin der Meinung: Will das Kalletal zukünftig sportlich attraktiv und wettbewerbsfähig sein und bleiben, führt dieser Weg nur über die Schaffung eines Kunstrasenplatzes, der einen witterungsunabhängigen Spielbetrieb gewährleistet!“ Wenn die schlimme Corona-Krise irgendwann beendet ist, wird dieses Thema sicherlich ganz weit oben auf die Agenda positioniert.

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