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Kreisliga B Detmold

Platzcheck Sabbenhausen/Elbrinxen – Erinnerungen an die gute, alte Zeit

Lang ist es her, da wurde in Elbrinxen und Sabbenhausen sogar Bezirksliga-Fußball zelebriert. Die Zeiten sind, vorübergehend, vorbei. Doch die Erinnerungen leben weiter.

 

Bastion Sabbenhausen – Rehhagel war in Elbrinxen zu Gast

Platzcheck (ab). Die SG Sabbenhausen/Elbrinxen verfügt über die komfortable Situation, gleich zwei Rasenplätze nutzen zu können. Sowohl in Elbrinxen als auch in Sabbenhausen schauen die Kicker der SG regelmäßig vorbei. Beide Plätze haben eine bewegte Geschichte hinter sich, so war unter anderem Trainer-Legende Otto Rehhagel bereits in Elbrinxen. Aber auch aktuell werden noch neue Stories geschrieben, die man sich noch in vielen Jahren erzählen wird. Unvergessen, wie die SG 2017 ins Kreispokal-Halbfinale stürmte, die Wörmke-Arena in den Runden zuvor zu einer Festung machte und mit dem TSV Horn und dem TuS Horn-Bad Meinberg einen Bezirks- und einen A-Ligisten eliminierte. Erst im Elfmeterschießen musste man sich dann dem SVE Jerxen-Orbke geschlagen geben. Doch auch in weit zurückliegenden Jahrzehnten gab es große Spiele. Die Vereinsvorsitzenden Jan Hundertmark (Sabbenhausen) und Wolfgang Siefert (Elbrinxen) stellen uns die Plätze und die dazugehörigen Geschichten vor.

 

 

Wörmke-Arena Sabbenhausen

„Die Wörmkearena (direkt gelegen am gleichnamigen Bach Wörmke), ehemals noch eine Gänsewiese, auf der noch der 1946 gegründete RSV Sabbenhausen seine Heimspiele austrug, bietet nun seit 1967 ein sattes Rasengeläuf. Seine sportlich beste Zeit erlebte die Arena zweifelsohne in den 90ern, als TSV Sabbenhausens Bezirksligaelf noch zu den Aushängeschildern des lippischen Südostens zählte und zwölf Jahre lang fester Bestandteil der Staffel 3 war. Aber der Reihe nach. Bis 1967 wurde eben auf einer Gänsewiese gekickt, zunächst als RSV, später als TSV Sabbenhausen, nachdem zwischen 1952 und 1956 mangels Spieler der Spielbetrieb ruhte. Der Platz entwickelte sich mit seiner Nutzung und der Entwicklung des Vereins. 1978 kam eine Flutlichtanlage hinzu, die bis heute ihren Dienst tut. Das Sporthaus mit Heim- und Gästekabine sowie Unterstellmöglichkeiten für Geräte, sowie später dann einem Gemeinschaftsraum, existiert seit 1982 und bildete den Auftakt einer Renaissance für den TSV. Eine Rekultivierung des Spielfeldes und des Geländes ab 1986 war 1987 möglicherweise der Grund für den Abstieg in die Kreisliga B, der direkte Aufstieg gelang den Ersten Herren dann jedoch im Folgejahr, was der Auftakt einer langen Erfolgsserie war und die Wörmkearena zu einer gefürchteten Bastion über die Kreisgrenzen hinaus machte. Das Geläuf erlebte in den 90ern seine beste Zeit, als Bezirksligagrößen wie Ralf-Oskar Warweg, Didi Wedegärtner, Holm Hänsgen oder eben die eigenen Hasse- oder Marx-Brüder unter der Leitung von Trainer-Ikone Wolfgang Wächter die Rasenspitzen zärtlich massierten. Seit 2011 spürten die gelegentlich unter der Grashaube weilenden Maulwürfe Frauenbeine über ihre Köpfe jagen. Die Wörmkearena ist seitdem unter der Leitung von Jürgen Hasse und Andreas „Opa“ Heptner Heimat der letzten „eigenen“ Fußballmannschaft des TSV Sabbenhausen, mittlerweile nicht mehr wegzudenkender Bezirksligist. Apropos Heptner. Der wahrscheinlich beste Greenkeeper des Fußballkreises sorgt beinahe täglich dafür, dass die Anlage zweifelsohne zu den schönsten seiner Region zählt. Opa Heptner dürfte jeden Grashalm beim Namen kennen. Die Arena bietet unzählige Stehplatzgelegenheiten (teilweise überdacht) in alle Himmelsrichtungen sowie 138 Sitzplätze, davon 46 überdacht (mit ausreichend Sicherheitsabstand davon ca. die Hälfte). Sieben Stehplätze sind für die Fangruppierung „Block 7“ fest reserviert, sie befinden sich auf der Haupttribüne direkt vor Sabbenhausens Wurstoase. Neben den zwei Kabinen mit Duschmöglichkeiten befindet sich zudem eine Sporthalle, in der es weitere Möglichkeiten zum Duschen und Umkleiden gibt, sollten z.B. an den beliebten Supersonntagen gleich drei Spiele hintereinander stattfinden. Seit 2016 trägt auch die SG Sabbenhausen-Elbrinxen mit ihren zwei Teams ihre Heimspiele im Wechsel mit dem Isenbergsportpark in Elbrinxen aus, sodass an der Wörmke mit den Jugendspielen der JSG immerhin noch rund 50 Spiele pro Jahr zu bestaunen sind, welche auch regelmäßig von vielen Zuschauern, darunter Dauerkarteninhabern, besucht werden. Es stehen ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Seit vielen Jahren ist freies WLAN nicht nur für Digital Natives selbstverständlich. Und in Sabbenhausen hat jeder Spieler seinen eigenen Torjingle. Für das Kulinarische Wohlsein aller Besucher ist ebenso bestens gesorgt. Neben Wurst- und Kartoffelspezialitäten wird auch ein großes Angebot verschiedener Kaltgetränke den Fans und Gästen vorgehalten. Der TSV Sabbenhausen sowie die SG freuen sich über jeden, der mal auf ein Spiel, ein Getränk, eine Wurst oder einfach nur mal, um Guten Tag zu sagen vorbei schaut. Die Reise lohnt sich…“

 

 

Isenbergsportplatz Elbrinxen

„Sportplätze sind seit jeher Treffpunkte mit emotionalen Ereignissen. Der Sonntag war früher geprägt von besonderen Fußballerlebnissen, von jubelnden Menschenmassen, von historischen Siegen oder auch Niederlagen. Jeder Verein, jedes Dorf, jede Platzanlage hat seine besonderen Geschichten zu erzählen.

Die Heimat des TSV Elbrinxen und der SG Sabbenhausen/Elbrinxen ist der Isenbergsportplatz. Ein Novum dabei im gesamten Kreisgebiet: die Umkleiden befinden sich im unmittelbar angrenzenden Freibad. Da darf man (mit Erlaubnis des Schwimmmeisters) auch schon mal baden gehen.
Eingegrenzt zwischen der Landesstraße und dem Ilsebach gab es nie eine Gelegenheit der Platzerweiterung. Im Gegenteil: 1963 wurde der Platz sogar um fünf Meter verkürzt wegen einer Sprunganlage für die Leichtathletik. Das änderte sich, als eine Wiese vom Vereinswirt Horst Lutter gepachtet und fortan als B-Platz ausgebaut werden konnte.
Eigenleistung war früher wie heute gefragt, nicht nur in Elbrinxen.
Die Spielfläche musste immer wieder „in Schuss“ gebracht werden. Größere Maßnahmen wie der Bau der 100-Meter-Aschenbahn (1974), der Bau einer Weitsprunganlage, die Verlegung neuer Drainage oder der Aufstellung einer Doppelgarage als Geräteraum zeigen, dass in den Dörfern immer angefasst werden musste.
Immer noch stolz erzählen die Ehemaligen von der ersten Lichtanlage bereits Ende der 60er Jahre. Mit einem Generator betrieben lockte das Flutlicht damals höherklassige Teams zu Freundschaftsspielen nach Elbrinxen.
Die hohe Zeit des Fußballs erlebte der Isenberg in den 70er und 80er Jahren, als der Fußball das Ereignis war, Zuschauermassen in der Kreisliga A und der Bezirksklasse begrüßt werden konnten. Insbesondere Derbys gegen Lügde, Rischenau, Lothe, Höxter, Bredenborn oder Stahle ließen das Fußballerherz höher schlagen.
Dabei musste der TSV 1976 um den Aufstieg in die Bezirksklasse lange Zeit bangen: die Drahtnetze hinter dem Tor mussten weichen und Alutore aufgestellt werden. Tagelang wurde mit der Stadt Lügde um die Bezahlung gerungen. Im Jahr danach bekamen alle Lügder Vereine diese Tore.
Nicht zu vergessen der lukrative Südost-Pokal, der den Sportplatz stets zu einem Treff der Fußball-Fans aus dem lippischen Südosten werden ließ. Die Mannschaften brannten auf den Pokalsieg, da wurden teilweise Spieler in der Meisterschaft geschont. Die Fans blieben einen ganzen Sonntag beim Ausrichter, klönten über jetzt und früher, sie lebten den Fußball.

Absoluter Höhepunkt für den TSV war das Freundschaftsspiel gegen den DSC Arminia Bielefeld im Jahr 1979 zum 70. Vereinsgeburtstag. Die Arminen mit Trainer Otto Rehhagel gewannen in Bestbesetzung bei strahlendem Wetter vor 1200 Zuschauern (Vereinsrekord) mit 9:1. Höhepunkt war das Geschoss von Werner Rissiek zum 1:4. Er donnerte das Leder am verdutzten Keeper Uli Stein ins Tordreieck.
Der Vertrag mit dem DSC wurde übrigens zwei Tage nach dem 4:0-Sieg beim FC Bayern München geschlossen. Danach verloren sie sämtliche Spiele und stiegen noch aus der Bundesliga ab, um das Jahr darauf wieder aufzusteigen.

Jetzt ist es ruhiger geworden auf dem Isenbergsportplatz. Geblieben aber sind die Erinnerungen an großen Fußball, geblieben ist die gute Bratwurst aus dem grünen Bomber, geblieben sind die treuen Fans, die allerdings weniger geworden sind.
Doch manchmal kommen die Fans wieder in Scharen, wenn der TSV hochrangige U-19-Bundesligisten zu einem Vergleich einlädt. Borussia Mönchengladbach (mit ter Stegen), Werder Bremen, Borussia Dortmund, Bayer 04 Leverkusen, HSV, Mainz 05, Hannover 96, SC Paderborn oder Eintracht Braunschweig waren bereits zu Gast.“

 

 

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