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Interviews

Detmolds-Kreisvorsitzender Gottfried Dennebier im Interview

Wann geht es endlich weiter? Und: Wie soll es weitergehen? Lippe-Kick hat nachgefragt, Gottfried Dennebier dazu Stellung bezogen. Klickt mal hinein.

„Werden nicht nachlassen, den Vereinen Angebote machen“

Allgemein (hk). Wie wilde Pferde in ihren Boxen, so fühlen sich die lippischen Fußballer zurzeit. Der Autor dieser Zeilen hat sogar schon begonnen, Spanisch zu lernen, zudem ein Wirtschafts- und Marketing-Studium aufgenommen. Stillstand ist derzeit auf den Fußballplätzen hierzulande anzutreffen. Der Ball rollt nämlich bis auf Weiteres nicht. Klar ist auch: der lippische Fußball lechzt nach Neuigkeiten. Die Lippe-Kick-Mitarbeiter Heinz und Henning Klefisch haben sich mit Detmolds Kreisvorsitzenden Gottfried Dennebier über die aktuelle Situation unterhalten, nachgefragt, welche Lehren aus der Corona-Krise gezogen werden, wie es weitergehen könnte. Lippe-Kick findet: Mehr gemeinsam statt gegeneinander, das könnte das neue Erfolgsrezept sein.

 

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Lippe-Kick: Hallo Herr Dennebier, leiden Sie auch schon als Vorsitzender des Fußballkreises Detmold unter Entzugserscheinungen?

 

Gottfried Dennebier: „Die Fußballspiele fehlen doch sehr. Aber unsere Gesundheit ist zurzeit wichtiger, darum fällt es momentan noch leicht, darauf zu verzichten. Wenn sich alle an die Anweisungen halten, können wir hoffentlich bald wieder auf unsere Fußballplätze. Auch fehlen mir die sozialen Kontakte. Das und die fehlenden Fußballspiele sind für mich das Schlimmste.“

Lippe-Kick: Wenn die Fußball-Saison bei den Amateuren fortgesetzt werden sollte, wie könnte das dann in der Praxis aussehen?

Dennebier: „Dies kann man jetzt noch nicht sagen. Zuerst muss die Politik sagen, wie und wann die Maßnahmen gegen die Pandemie gelockert werden und wir wieder auf die Sportplätze können. Erst dann können wir darüber diskutieren, wie es weitergehen kann. Einige Gedanken dazu haben wir uns schon im Kreisfußballausschuss gemacht, aber es hängt halt davon ab, wann es weitergeht. Entscheidend ist auch, dass erst alle Kommunen in unserem Kreisgebiet die Sportplätze wieder freigeben müssen.“

 

Lippe-Kick: Bei einer Entscheidung gegen eine Fortsetzung der Rückrunde in den Amateurligen sind Ihrer Meinung nach mit welchen Problemen zu rechnen?

Dennebier: „Hier sind zuerst die Vereine die Leidtragenden, die viel investiert haben, um aufzusteigen. Ich hoffe auch, dass die Sponsoren unseren Vereinen weiterhin treu bleiben. Wenn es keine Fortsetzung gibt, könnte es auch schwer werden für eine Meisterschaftswertung, da noch teilweise Spiele von der Hinrunde nicht gespielt sind.“

 

Lippe-Kick: Sehen Sie nach der Corona-Krise negative Auswirkungen in Bezug auf das Fußballinteresse in den Amateurligen?

Dennebier: „Ich habe eher die Hoffnung, dass etwas Positives für unsere Vereine dabei herauskommt. Jetzt haben alle die Zeit, mal darüber nachzudenken, wie wichtig der Vereinssport für unsere Gesellschaft ist. Ohne die vielen ehrenamtlichen Unterstützungen, die in den letzten Tagen entstanden sind, um die ältere Generation über diese schwere Zeit zu helfen, wäre es schwer. Das ist doch auch dem Vereinsleben zu verdanken. Hierfür möchte ich mich bei allen Vereinen bedanken, für ihre vielfältige Hilfe, wie zum Beispiel Einkaufen oder Bilder malen für Ostern. Auch würde ich mich freuen, wenn nach der Pandemie die Fußballspiele und die Vereine wieder einen größeren Zuspruch erfahren würden.“

 

Lippe-Kick: Viele Vereine haben schon seit Jahren Probleme bei den Anmeldezahlen für Jugend-Mannschaften. In welchem Maße könnte das Interesse für den Fußballsport wieder geweckt werden?

Dennebier: „Auch hier habe ich die Hoffnung, dass in dieser schweren Zeit erkannt wurde, wie wichtig uns der Sport ist und wir die sportliche Bewegung brauchen. Denn erst, wenn man etwas nicht mehr kann oder darf, merken wir, was uns fehlt und wichtig ist.“

 

Lippe-Kick: Die DFL verfügt über hohe Fußballeinnahmen. Inwieweit sollten die Amateurvereine von der DFL finanziell stärker unterstützt werden?

Dennebier: „Die Jugendförderung in den Vereinen ist sehr wichtig und daher sollte hier die größte Aufmerksamkeit liegen, denn davon profitiert letztendlich auch die DFL.“

 

Lippe-Kick: In den vergangenen Jahren sind immer mehr Kunstrasenplätze angelegt worden. Sind Sie der Meinung, dass in Zukunft die Amateurfußballspiele überwiegend auf Kunstrasenplätzen ausgetragen werden?

Dennebier: „Ja, auf Kunstrasenplätzen kann man in der Regel elf Monate trainieren und spielen, auf Rasenplätzen nur sechs Monate.“

 

Lippe-Kick: Es wird immer schwieriger, Vorstände für die Fußballvereine zu gewinnen. Wie sollte die ehrenamtliche Arbeit verstärkt gefördert werden?

Dennebier: „Hier wird vonseiten des Verbandes und des Kreises schon viel getan und auch dazu Angebote gemacht, nur ist das leider bei den Vereinen noch nicht so richtig erkannt worden. Wir werden aber nicht nachlassen und den Vereinen weiterhin Angebote machen und auch wenn Hilfe benötigt wird, werden wir nach unseren Möglichkeiten helfen.“

Lippe-Kick: Auch in den Amateurligen werden schon Ablösesummen gezahlt. Teilweise steigen auch in diesem Bereich die Beträge. Wie beurteilen Sie persönlich diese Entwicklung?

Dennebier: „Hier wird sich hoffentlich einiges verändern, denn die Sponsorengelder werden teilweise fehlen. Dies kann für unseren Sport nur gut sein, denn dann wird nicht mehr nur über Geld gesprochen, sondern über Fußball.“

Lippe-Kick: Anstand und Respekt haben in den vergangenen Jahren in unserer Gesellschaft abgenommen, auch bei Fußballspielen. Sind Sie der Auffassung, dass durch die Corona-Krise eine Verhaltensänderung eintreten wird?

Dennebier: „Da bin ich mir sicher, hierzu wird es eine positive Veränderung geben. Wenn nicht, dann haben wir in dieser schweren Zeit nichts dazugelernt. Zum Schluss möchte ich alle bitten, den Anweisungen zu folgen, damit wir wieder schnellstens unseren Sport ausüben können! Bleiben Sie alle Gesund!“

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