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Kreisliga A Lemgo

TuS Brake – Ausweg aus dem Sieglos-Labyrinth

Noch ist alles möglich für den TuS Brake. Geschäftsführer Michael Berge verrät die Gründe, wie es mit dem Klassenerhalt klappt. Im Lippe-Kick-Insidereport gibt es dazu mehr Informationen.

„Die Mannschaft muss an sich glauben!“

Kreisliga A Lemgo (hk). Bereits im Historisch-Bericht über das Walkenfeld-Team haben wir es erwähnt. Dass es Babys gibt, die im Siegesrausch gezeugt wurden, als der TuS Brake das letzte Mal in der Liga gewonnen hat. Nach Adam Riese wäre der potenzielle Nachwuchskicker vier Monate auf der Welt. Wir schreiben den 20. Oktober 2019, da wurde im heimischen Walkenfeld der FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen mit 3:1 bezwungen. Seitdem hat der TuS Brake das Glücksgefühl eines Sieges nicht mehr auskosten dürfen. Unglaublich, aber harte Realität: Damit ist das Team von Trainer-Fuchs Andreas Ridder sogar noch länger als die Bundesliga-Durststreckenläufer FC Schalke 04 und 1. FC Köln sieglos, die seit Januar (Schalke) und März 2020 (Köln) auf einen dreifachen Punktgewinn warten. Brake-Geschäftsführer Michael Berge ist ein kluger Kopf, legt den Finger in die Wunde, übt konstruktive, nie polemisierende Kritik an der eigenen Performance.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

 

Äußerst ungeschickt haben sich die Braker in der Disziplin Punktejagd angestellt. Von 24 möglichen Zählern hat das Schlusslicht nur zwei gesammelt. Das Urteil von Berge (Bild links) ist klar: „Natürlich sind wir bisher mit der gespielten Saison nicht zufrieden, da unsere Punkteausbeute ja recht mager ist. Wir hätten gerne mehr Punkte auf dem Konto und es wäre auch möglich gewesen. Dennoch war auch Pech dabei.“ In so einigen Matches hingen die Trauben nicht zu hoch, doch es fehlte die letzte Reife in den entscheidenden Situationen. Dazu gesellte sich die Verletzungsproblematik von einigen echten Stützen. Die Probleme sind wahrlich vielschichtig, der Ausweg aus der Krise ist knifflig.

„Dürfen die Jugendlichen nicht zu sehr strapazieren.“

 

Mit einem Quartett an A-Jugend-Akteuren ging der TuS Brake in die neue Serie. Niklas Köhring (Bild links) und Fynn-Luca Webel (Bild rechts) haben den Sprung auf Anhieb in den Kader der 1. Mannschaft geschafft. Auf der linken defensiven Außenbahn hat sich Köhring einen Stammplatz als unermüdlicher Läufer gesichert. Richard Quest zeigt sich außerordentlich verletzungsgeplagt, weshalb er sein vollständiges Können nicht richtig abrufen konnte. Berge sieht eine Fürsorgepflicht für seine Schützlinge: „Wir dürfen die Jugendlichen natürlich nicht zu sehr strapazieren, da sie selbstverständlich auch noch in der A-Jugend zum Einsatz kommen. Nicht zu vergessen: Die schulischen Leistungen dürfen nicht vernachlässigt werden“, ist Wissen Macht in der derzeit und wohl auch zukünftig so komplizierten Epoche. Die Schule schleifen zu lassen, könnte sich als großes Eigentor für die Youngster erweisen. In Summe steht für ihn jedoch fest, dass sich alle Neuzugänge „gut integriert haben.“ Limitiert waren die Einsätze bisher von André Kirsch, hat er doch nur eine Partie über die komplette Spielzeit bestritten. Ein Muskelfaserriss setzte ihn außer Gefecht. Mit guten Leistungen wartete unterdessen Christopher Bertram auf. Der Fänger hat fünf Liga-Spiele in seiner persönlichen Statistik. Dazu gesellen sich die drei Neuen von der Bibelschule, Sascha Penner, Ramon Gil Kukula (Bild links unten) und Leonardo D’Aversa. Sie sind während der laufenden Spielzeit zum TuSB gewechselt. Defensivmann Stephan Bonacker ist bekanntlich mit einem Zweitspielrecht ausgestattet worden.

 

 

Fünf Zähler müssen aufgeholt werden

 

Die Braker dürfen sich durchaus zum Establishment im Lemgoer Kreisoberhaus zählen. Seit 2008 gehören sie dieser Spielklasse an, nachdem sie davor vier Spielzeiten in der B1 Lemgo ein Dasein gefristet hatten. Im Vergleich zur Vorsaison, die wegen Corona vorzeitig beendet wurde, registriert Berge mehr Ausgeglichenheit in der Spielklasse. Fünf Punkte Rückstand zum rettenden Ufer sind für ihn definitiv aufholbar. Er hat die Fantasie für den Klassenerhalt und die Puzzlestücke im Kopf, die zu einem erfolgreichen Gesamtkunstwerk zusammenfließen. Er benennt gegenüber Lippe-Kick die Gründe für die erhoffte Rettung: „Ich denke, aufgrund unserer mannschaftlichen Geschlossenheit und auch hinsichtlich der kämpferischen Willenskraft, sowie, wenn die Mannschaft ihre spielerischen Fähigkeiten abruft, können wir den Klassenerhalt schaffen. Die Mannschaft muss dagegenhalten und an sich glauben.“ Weil: „Das Potenzial ist vorhanden.“ Berge hat vor allem den entscheidenden Parameter Glück vermisst, wäre doch sonst noch der eine oder andere Zähler mehr auf der Habenseite greifbar gewesen.

 

Lemgo II-Derby als Maßgabe

 

Wie behält der TuS Brake während der abermaligen Corona-Pause denn seine Fitness? Michael Berge setzt hier vor allem auf Eigenverantwortung: „In der Corona-Pause sollten sich die Spieler schon eigenständig fit halten, da ist doch jeder für sich selbst verantwortlich. Unser Trainer Andreas Ridder wird den Jungs das richtige Fitnessprogramm während der zwangsläufigen Pause mit auf den Weg gegeben haben.“ Individuelle Läufe oder auch weitere Fitnessmaßnahmen sind dafür ursächlich, dass nach der Winterpause die Punktejagd beginnen kann. Um die Aufholjagd tatsächlich zu starten, ist eine mentale Ausgeglichenheit enorm wichtig. Positive Gedankengänge sind förderlich für den Erfolg. Da hilft es doch, etwa an das 1:1-Remis im Heimspiel gegen den TBV Lemgo II zu denken. Obwohl verletzungsbedingt auf einige Akteure verzichtet werden musste, daher sogar mehrere A-Junioren und Reserveakteure eingesetzt werden, wuchs der TuS Brake über sich hinaus. „Wir waren der Außenseiter. Das war schon eine starke Leistung“, attestiert Berge seinem Team. Was ihn regelrecht euphorisiert: „Die Jungs haben das alle wirklich klasse gemacht, gekämpft bis zum Umfallen und die eigenen Fans haben die Mannschaft toll unterstützt. Die Einstellung stimmte zu 100 Prozent.“ Es passte alles an diesem 10. September 2020. Fasziniert spricht das Urgestein von einer „tollen Kulisse“, boten doch etwa 150 Zuschauer einen würdigen Rahmen für dieses Hansestadt-Derby.

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