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Historisch

TuS Bexterhagen – Historisch: Endlich Kreis-Oberhaus

In kaum einem anderen Lemgoer Fußball-Verein wird der Fußball so sehr geatmet wie beim TuS Bexterhagen. Wir haben die Aufstiegs-Saison der „Reds.” Der ehemalige Co-Trainer Uwe Wehmeyer erzählt diese bei Lippe-Kick nach.

„Unser Kollektiv war der Erfolg!“

Historisch (hk). Ach herrje, dieser legendäre Sommer 2018. Möge diese Zeit doch bitteschön niemals vorbeigehen. Aus Sicht vom TuS Bexterhagen. Immerhin ergatterte das Team von Trainer-Methusalem Achim Wenzel die Meisterschaft in der Kreisliga B2 Lemgo, tauchte nach 38-jähriger Abstinenz hinein in die Erlebniswelt Kreisliga-Oberhaus. Für Hypochonder war der Aufstieg nichts. Weil: Am Ende rückte ihnen der BSV Leese doch noch verdächtig nah auf die Pelle, denn letztlich waren es nur vier Punkte Vorsprung, mit denen sich die Bexterhäger über die Ziellinie retteten. Wehmeyer wischt sich immer noch die Schweißperlen von der Stirn: „Unsere Aufstiegs-Saison war sicherlich nichts für schwache Nerven.“

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

Von Henning Klefisch

 

Die Verletzungsseuche hat die Bexterhäger heimgesucht. Vor allem der Ausfall von Wunderstürmer Ibrahim Sory Camara traf die „Reds” sehr empfindlich, musste dieser doch die vollständige Rückserie passen. Im Derby gegen den SV Wüsten erlitt der physisch starke Techniker einen Kreuzbandriss. „Mit bis dahin erzielten 19 Saisontreffern war er unser Faustpfand im Aufstiegsrennen. Mit ihm auf dem Platz kontrollierten wir weitestgehend die Hinrunde der B2 Liga“, so die Erinnerung vom ehemaligen Urgestein. Da auch weitere Korsettstangen verletzungsbedingt in den Folgewochen ausfielen, schmolz der Vorsprung wie ein Eis bei 30 Grad im Schatten. Die gierigen und aufopferungsvoll kämpfenden Leeser entfachten einen wahren Sturm-Tsunami frästen voller Angriffselan durch die gegnerischen Abwehrreihen, steigerten sich von Match zu Match. Sie kamen immer näher. Drei Runden vor dem Serienende war es nur noch ein mickriger Punkt, der als Bonus übrigblieb. Wehmeyer reibt sich die Hände, frohlockt: „Das Nervenspiel konnte beginnen!“

 

 

Charaktertest im Kurstadt-Käfig

 

In der Kurstadt Bad Salzuflen wurden die Nerven auf eine neue wie harte Probe gestellt. Das Ambiente war wenig romantisch, ging es beim kampfstarken SC Bad Salzuflen II auf Asche und im Käfig beherzt zur Sache. Nach einer Willensleistung setzten sich die Gäste knapp mit 3:2 durch. Uwe Wehmeyer rekapituliert: „Nach unserer frühen Führung gerieten wir nach gut einer halben Stunde nach einer berechtigten roten Karte gegen uns in Unterzahl. 60 Minuten mit einem Mann weniger und trotzdem gewinnen müssen. Das lähmte die Jungs. Schnell gelang Bad Salzuflen der Ausgleich und nach gut einer Stunde der Führungstreffer.“ Hitchcock führte Regie. Das Finish hatte es wahrlich in sich. Physisch, noch mehr psychisch. „Jetzt war der Zeitpunkt gekommen. Hop oder top! Offensiv wechseln und alles nach vorne. Und der Fußballgott war auf unserer Seite. In den letzten Minuten der Begegnung drehten wir die Partie und siegten noch mit 3:2“, erinnert sich Wehmeyer sehr gut an dieses Spiel zurück. „Da wussten wir, wer so ein Spiel noch gewinnt, kann eigentlich nur aufsteigen.“ Zum großen Finale gastierte der ewige Rivale TuS RW Grastrup/Retzen am Alten Postweg. „Was da abging, war der helle Wahnsinn“,  schwärmt Wehmeyer. Rappelvoll war die legendäre Sportanlage, einige Spieler der Reserve vielleicht auch, hatten diese doch kurz zuvor den Sprung in das Lemgoer Kreisunterhaus gefeiert.

 

„Was für ein Gefühl“

 

Der Druck stieg gewaltig an, denn ein Sieg war erforderlich, um aus dem Traum Realität werden zu lassen. In einer Sturm- und Drangphase suchten die Bexterhäger ihr Heil in der Offensive, überrannten die Gäste, siegten mit 7:3. Das 1:0 war äußerst spektakulär, als Innenverteidiger Marcel Diekmann (Bild rechts) nach einem Eckstoß sich am Elfmeterpunkt in die Luft hochschraubte, die Kugel mit Präzision und Schmackes in das Kreuzeck köpfte. Sofort war die Kulisse da, entfachte eine südländische Begeisterung. Wehmeyer hat es genau vor Augen: „Der Sportplatz explodierte regelrecht! Was für ein Gefühl.” Die Bexterhäger verwandelten sich in Lieferhelden. Zeitig gelang nämlich das zweite, dann das dritte Tor. Als Grastrup/Retzen verkürzte, hatten die Bexterhäger die prompte Antwort parat. Ekstase und Freude pur bei allen Beteiligten, das war das Resultat dieses 7:3-Erfolges. Aber seht selbst. Gönnt euch dieses Video:

 

Wenzel küsst die Bexterhäger wach

 

Klar, es war eine Mannschaftsleistung, ein Teamwork. Im Fußball herrscht bekanntlich das ungeschriebene Gesetz: Jeder Solist ist ohne ein gut funktionierendes Orchester aufgeschmissen. Man muss aber nicht zu Oliver Geißen in die Sendung pilgern, um herauszufinden, wer denn tatsächlich der Vater des Erfolges war. Für Uwe Wehmeyer gibt es da keine zwei Meinungen: „Wenn man mich fragt, ob es einen Vater dieses Erfolges gab, würde ich das klar bejahen! Unser Trainer, Freund und „Ersatzvater“ Achim Wenzel war der Architekt, der uns „wachgeküsst“ hat.“ Wehmeyer skizziert die Geschichte, die ebenso von wie mit ihm erzählt wurde: „Drei Jahre zuvor hat er uns als Tabellenletzter in der B-Liga übernommen und noch auf einen beachtlichen zehnten Platz geführt, im Folgejahr auf Tabellenplatz drei und nun in die Kreisliga A! Er war der Vater dieses Erfolges.“ Ein weiterer Trumpf war die enorme Ausgewogenheit in diesem Kader. Ausnahmekönner, die von den Kontrahenten in fürsorgliche Manndeckung genommen werden mussten, gab es nicht. Weshalb Uwe Wehmeyer final betont: „Unser Kollektiv war der Garant für den Aufstieg.“ Schaut mal hier, diese grenzenlose Freude:

 

Video-Quelle: Uwe Wehmeyer.

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