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Kreisliga A Detmold

TSV Rischenau – Das Drossmann-Abschiedsinterview

Sebastian Drossmann hat sich im lippischen Fußball einen Namen machen können in den letzten Jahrzehnten. Nun hängt er seine Fußballschuhe an den Nagel. Im Exklusivinterview bei Lippe-Kick erzählt er einige spannende Dinge. Mit einem Klick gibt es mehr Klarheit.

„Das Spiel ist geblieben, aber die Schuhe sind bunter“

Kreisliga A Detmold (hk). Nach zwei Jahrzehnten wird Sebastian Drossmann seine aktive Fußballkarriere beenden, die ihn bis zur Verbandsliga gebracht hat. Im interessanten Interview mit Lippe-Kick-Chefredakteur Henning Klefisch blickt er auf diese Zeit zurück, verrät, welchen Trainern er dankbar ist und was sich in den letzten Jahren im lippischen Fußball geändert hat.

Lippe-Kick: Zunächst einmal recht herzlichen Dank für das uns entgegengebrachte Interesse. Ich möchte dich fragen, wie du dich nach dem Ende nach zwei Jahrzehnten des aktiven Fußballspielens fühlst, mental und körperlich?

Sebastian Drossmann: „Ich fühle mich wirklich ganz großartig, nicht zuletzt dem geschuldet, dass ich topfit und die letzten acht Jahre ohne Verletzung ausgekommen bin.“

Lippe-Kick: Wenn du auf deine Laufbahn zurückblickst, welche besonderen Erlebnisse bleiben dir in Erinnerung?

Drossmann: „Da waren ganz viele schöne Momente. Mein erstes Landesligaspiel für Werl-Aspe, die Aufstiegsrunde zur Verbandsliga mit Avenwedde, das Projekt Bustedt mit unter anderem Heiko Bonan neben mir auf dem Platz unter Stefan Braunschweig. Ganz besonders schön waren natürlich die beiden Aufstiege mit meinem Heimatverein Rischenau unter Uli Tölle, der den Verein aus den Tiefen der Kreisliga B geführt und als Topmannschaft etabliert hat. Nochmal Danke Uli für die unfassbar schöne Zeit. Aber wo Licht ist, ist bekannterweise auch Schatten. Die Abstiege mit Werl-Aspe aus der Landesliga und der total vermeidbare Abstieg im letzten Jahr mit Rischenau aus dem Bezirk, geschuldet einer unfassbaren Verletztenmisere, die bis diesen Sommer angedauert hat, waren echt bitter.“

Lippe-Kick: Es ist nun ein maßgeblicher Einschnitt in deinem Privatleben, immerhin hast du viel Freizeit auf und außerhalb des Platzes verbracht. Hast du schon Ideen, wie du diese „neue“ Zeit nun verwenden wirst ?

Drossmann: „Da wird mir bestimmt nicht langweilig, zumal ich noch für die Ü32 des DSC Arminia Bielefeld spiele und sonst sportlich total aktiv bin. Ferner habe ich eine ganz wunderbare Frau und zwei bezaubernde Töchter, die sich auf die freie Zeit am Sonntag zu Recht freuen.“

Lippe-Kick: Möchtest du Abstand vom TSV Rischenau gewinnen oder wird man dich regelmäßig am Sportplatz begrüßen können?

Drossmann: „Das wird schwierig, da ich ja aus Rischenau komme, auch wenn ich in Augustdorf lebe. Es ist wie gesagt mein Heimatverein, der mir grade in den letzten acht Jahren viel gegeben hat. Ferner habe ich dem Trainer Basaran meine Zusage gegeben, dass ich aushelfe, wenn es nötig ist. Das bedeutet aber nicht ab dem ersten Spieltag (lacht). Der Verein hat sich toll verstärkt, hat einen richtig guten Trainer und hat eine sensationelle Truppe auf dem Eis.“

Lippe-Kick: Oft wird darüber gesprochen, dass in den letzten Jahren vieles anders geworden ist. Was hat sich im Laufe der letzten 20 Jahren im Fußball verändert?

Drossmann: „Ich hatte das Glück mit wirklich außergewöhnlichen Spielern zusammen zu spielen, wie zum Beispiel Millkuhn, Wischnewski, Tölle, Kaplan, Biastoch und unter tollen Trainern wie Johannfunke, Sieweke, Braunschweig, Purkart und natürlich Uli Tölle. Sicherlich hat der Fußball sich verändert, aber alles hat seine Zeit. Natürlich war früher die Landesliga mit vier lippischen Vereinen sensationell und auch der Bezirk war natürlich interessanter, aber das Spiel ist geblieben, auch wenn die Schuhe bunter sind (lacht).“

Lippe-Kick: Immerhin sprechen stets viele Menschen davon, dass sich die Gesellschaft gewandelt hat und die Jugendlichen sich oft nicht mehr quälen wollen?

Drossmann: „Es ist wie überall im Sport und im Job, wenn ich was erreichen will muss ich Gas geben. Dass Spieler sich nicht mehr quälen wollen, kann ich nicht bestätigen, wenn ich alleine an die Bergläufe unter Uli Tölle in Schwalenberg denke (schmunzelt). Da wurde auch in der Verbandsliga nicht mehr gemacht.“

Lippe-Kick: Welches Gefahrenpotential siehst du auf den lippischen Fußball zukommen, viele Leute klagen über eine Schiedsrichtervakanz und Nachwuchsproblematik, wie ist deine Meinung?

Drossmann: „Das ist total schwer zu sagen. Die vielen Fusionen sind da ja schon ein deutliches Signal. Ich hoffe viele junge Menschen finden den Weg zum Fußball, da es wirklich ein fantastischer Sport ist. Die Schiedsrichter und die, die es werden wollen, haben meinen absoluten Respekt. Das ist sicherlich nicht die dankbarste Aufgabe. Eine Seite ist halt immer unzufrieden.“

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