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Kreisliga B Detmold

BSV Müssen – Obmann Swoboda im Gespräch

Ein großes Interview mit der vollen Dosis BSV Müssen gibt es im folgenden Link zu erfahren. Bei Lippe-Kick haben wir Andre Swoboda im Interview.

“Langfristig ist die Integration des eigenen Nachwuchses das Entscheidende

Kreisliga B Detmold (hk). Grundsätzlich gilt: Der BSV Müssen ist immer ein Team, was man bei der Aufstiegsfrage mit auf der Rechnung haben muss. Dafür ist die Qualität an Spielern einfach zu gut und auch die exzellent arbeitende Jugendarbeit hat ihren Anteil an der spannenden Perspektive der Blau-Weißen. Auch in diesem Jahr kann dem BSV der Aufstieg in die A-Klasse zugetraut werden. Obmann und Keeper Andre Swoboda hat im ausführlichen Interview mit Lippe-Kick-Chefredakteur Henning Klefisch zu einigen Themen Rede und Antwort gestanden. Ob der Trainerwechsel, die Perspektive, Tabellensituation oder die neue eingleisige B-Liga. Swoboda sagt, was er denkt und dies besitzt zudem Substanz.

Lippe-Kick: Hallo Andre, nach dem Ende der Ära Markus Rüschenpöhler hat für den BSV Müssen nun eine neue Zeitrechnung mit dem neuen Coach begonnen. Was hat sich sichtbar bei euch verändert. Kannst du uns bitte die Veränderungen schildern?

Andre Swoboda (Bild rechts): “Ja, die Ära Rüschenpöhler ist mit der Mannschaftsfahrt im Juli beim BSV zu Ende gegangen. Allerdings sind viele von Markus aufgebaute Sachen natürlich so fortgeführt worden und wir haben uns dadurch nicht um 360 Grad verändert. Rainer Klein ist ein anderer Typus als Markus, dadurch ergeben sich automatisch Veränderungen. Die Mannschaft wurde zum Beispiel an vielen Stellen mehr in die Pflicht genommen, um einige Aufgaben im organisatorischen Bereich zu übernehmen, das hat prima geklappt. Seit Sommer wird das Training von Rainer und Co-Trainer Andreas Kruelkord zu gleichen Teilen gecoacht. Dadurch ist der Stellenwert unseres Co-Trainers nochmal mehr gewachsen. Aber auch unser Kapitän Niklas Ernst ist mehr in die Verantwortung genommen worden und hat auch schon in Abwesenheit der Trainer einige Trainingseinheiten eigenverantwortlich übernommen. Niklas hat durch seine Bezirksligaerfahrung auch und vor allem aus dem Dortmunder Raum auch viele Ideen, die die Trainer zu schätzen wissen und immer mal wieder darauf zurückgreifen. Wir haben nun auch einen Trainer, der die Geschicke von der Seitenlinie aus moderiert und so vor allem jüngeren Spielern zusätzliche Hilfestellung in einigen Spielsituationen geben kann, das gab es so vorher nicht. Trainingsinhalte und taktische Vorgaben haben sich etwas verändert oder wurden seit der Ära Klein etwas angepasst. Positiv ist der nun geschaffene ständige Austausch zwischen 2. Mannschaft und A-Jugend zu bewerten. Dadurch haben wir einen sehr breiten Kader, der Verletzungen oder Abwesenheiten qualitativ und quantitativ recht gut ausgleichen kann. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass mindestens 15 Personen bei jedem Training zur Stange halten und so auch ein ordentliches Training ablaufen kann. Die Stimmung in der Mannschaft ist im Grunde absolut positiv zu bewerten, auch wenn es für uns schon ein paar fußballerische Rückschläge hinzunehmen galt.”

Lippe-Kick: Mit 22 Punkten auf Rang fünf liegend, befindet ihr euch in Lauerstellung zum Führungsquintett, welche Zwischenbilanz kannst du zur bisherigen Serie ziehen?

Swoboda: “Derzeit befinden wir uns mit Rang fünf auf einem Platz, der zwar sehr undankbar erscheint, aber punktetechnisch noch Anschluss nach oben hält. Wir haben leider mindestens sieben Punkte verschenkt in den ersten zwölf Spielen, was einfach zu viel ist und unnötig ist. Spiele wie gegen die Zweitvertretung aus Augustdorf, Hakedahl, FSV Pivitsheide und auch Istrup sind ehrlich gesagt nicht erwartungsgemäß gelaufen. Gegen Hörste kann man ruhig Unentschieden spielen. Wir haben eine gute Vorbereitung gespielt und waren guter Dinge. Fairerweise müssen wir uns aber auch eingestehen, dass ein neuer Trainer und einige neue Leute erst einmal ankommen müssen und ein System und gewisse Spielweisen auch umsetzen lernen müssen, um erfolgreich zu sein. Dieser Lernprozess ist noch nicht abgeschlossen. Wir sind also nicht vollauf zufrieden mit dem aktuellen Zwischenstand, wissen aber, dass die Saison noch sehr lang ist und alles möglich sein kann, gerade zum Ende der Rückserie. Also werden wir weiter arbeiten und alles dafür tun, erfolgreich zu sein. Ein erklärtes Aufstiegsziel ist dabei allerdings nicht ausgesprochen worden. Wir haben eine junge Truppe, ein neues System, einen neuen Trainer und Neuzugänge an Positionen, die elementar sind, aber sich auch erst einmal finden müssen.”

Lippe-Kick: Vor der Saison habt ihr euch umfassend auf dem Transfermarkt bedient, wie bewertest du die Entwicklung der neuen Spieler?

Swoboda: “Wir haben mit Lucas Kramer, Mehmet Karaca (Bild links), Felix Stabenow (Bild rechts) und Sebastian Röper vier Personen von extern geholt, die allesamt als Wunschspieler galten und ausschließlich für die erste Mannschaft geplant waren. Allesamt sind als Gewinn zu bezeichnen, sowohl fußballerisch, als auch menschlich, was eigentlich noch viel wichtiger ist. Was bringt es dir Leute zu holen, bei denen von vornherein klar ist, dass sie nicht in die Truppe passen. Das passt nicht zu unserer Strategie. Klar hast du dann noch mal mehr Qualität im Kader, wenn es aber nicht harmonisiert und im Zweifel zu Unruhen führt, bringt es dich auch nicht weiter. Lucas kenne ich schon aus der Jugend, er war schon immer ein talentierter Mittelfeldspieler mit einem guten Auge für seine Mitspieler, er ist in unserem Spiel maßgeblich beteiligt bei der Einleitung sämtlicher Torchancen und macht seine Aufgabe hervorragend, hoffentlich gelingt ihm bald auch sein erstes Ligator. Er hat sich sehr gut eingefunden und ist eine unbestrittene Position auf dem Feld. Mehmet ist der Stoßstürmer, der uns letztes Jahr in den entscheidenden Spielen gefehlt hat. Ein Typ, der immer arbeitet und ackert und uns schon einige Tore beschert hat. Mehmet kannte den Verein noch aus der eigenen Jugend und hat ein warmes “Welcome Back” erhalten. Ich glaube, beide Spieler sind der FSG Wa/Po recht schwer abgegangen, was ich absolut nachvollziehen kann und was sie bei uns auch schon mit guten Leistungen belegt haben. Mit Felix ist ein wohnhafter Müssener zu uns gestoßen, der im letzten Jahr noch in der A-Jugend des TuS Leopoldshöhe gespielt hat. Felix ist ein echter Fighter auf der Sechs und ringt mit jedem Gegenspieler um den Ball. Örtlich bedingt kannte Felix natürlich auch schon einige Leute aus der Mannschaft und die Integration ist denkbar einfach gewesen. Er hat sich im Laufe der ersten Spiele auch noch einmal deutlich weiter entwickelt, ist uns nun leider aber ein halbes Jahr abhanden gekommen für eine Auslandsreise mit Work&Travel in Australien, was wir vor der Saison aber auch schon wussten. Ich bin sicher, er wird sich aber im späten Frühjahr aber wieder nahtlos einfinden und da weiter machen, wo er aufgehört hat. Zu guter Letzt freue ich mich immer noch sehr, dass wir Basti Röper für uns gewinnen konnten. Basti ist ein Top-Typ und kannte aus der Schulzeit in Lage schon einige Jungs. Dafür, dass er fast ein Jahr nicht mehr an den Ball vor der Saison getreten hat, ist er ein extrem wichtiger Pol in unserer Hintermannschaft geworden und strahlt eine wichtige Ruhe aus. Basti hat sofort Aufgaben in der Mannschaft übernommen und es fühlt sich an, als ob er schon immer dabei gewesen wäre. Ich glaube sagen zu können, dass alle vier neuen Spieler ihren Platz bei uns gefunden haben und selbst vor allem auch glücklich sind, den Schritt zum BSV gegangen zu sein. In der Kreisliga gehört halt auch etwas mehr dazu, als nur der Sonntag auf dem Platz und dabei freue ich mich, dass alle vier auch neben dem Platz äußerst positiv aufgenommen worden sind. Desweiteren ist langfristig die Integration der eigenen Jugend das Entscheidende. In den nächsten 36 Monaten werden mit Sicherheit 20 bis 25 junge Spieler nachrücken, da wir derzeit als einzige Mannschaft im Kreis Detmold zwei ureigene A-Jugendmannschaften stellen. Das wird eine Mammutaufgabe. Alle Spieler sind talentiert und durchaus in der Lage, höherklassig Fußball zu spielen. Aktuell könnte es uns sogar ereilen, dass wir im nächsten Jahr eine A-Jugend Bezirksligamannschaft stellen, daran sehen wir, wohin die Reise aus der Jugend für uns geht. Mit einem durch die Stadt Lage endlich angestrebten Kunstrasenplatz in 2018, welcher aufgrund der aktuellen Platzverhältnisse auch bitter nötig wird, werden wir dann mittelfristig (ein bis drei Jahre) auch versuchen wollen ins Kreisoberhaus zu gelangen, um den Nachwuchskräften auch eine ordentliche Perspektive anbieten zu können. Etwas geplagt sind wir aktuell von Ausfällen einiger Spieler. Als Erstes ist dabei nach wie vor die wirklich schwere Verletzung von meinem stellv. Fußballobmann Timo Beining (Bild links) zu nennen. Nach einer großen OP ist bislang noch äußerst fragwürdig, ob Timo überhaupt noch einmal gegen den Ball treten wird. Jona Brinkmann, Nils Petersmeier und Manuel Pellkofer sind auch schon länger verletzt und fehlen aktuell. Max Habernoll, Robert Unruh und Felix Stabenow sind aufgrund der geographischen Entfernung derzeit nicht im engeren Kreis. Torsten Johanning ist derzeit auch immer wieder angeschlagen, wie zuletzt auch Michael Meyer und Benjamin Genz. Ich hoffe, dass wir recht zeitnah wieder mit allen Beteiligten planen können, um wieder mehr Möglichkeiten zu haben.”

Lippe-Kick: Welche Zielsetzung habt ihr euch für den weiteren Saisonverlauf vorgenommen?

Swoboda: “Wir werden von Spiel zu Spiel schauen und gucken, was dabei rum kommt, wollen aber oben so lange wie möglich mitmischen, um auch einen Anreiz zu haben. Das Schlimmste wäre sich frühzeitig aus dem oberen Kreis zu verabschieden, weil dann die restliche Saison um nichts weiter als die goldene Ananas gespielt wird. Es gilt daran zu arbeiten noch mehr Torchancen zu kreieren, mehr Tore zu erzielen und enge Spiele auch mal für uns zu entscheiden. Das ist uns zuletzt nicht gelungen. Die Mentalität und der Ehrgeiz im Rahmen einer Mannschaft, sowie der Kampfgeist und absolute Wille, muss dabei von einigen Spielern noch stärker in den Fokus gerückt werden, denn ohne die Grundtugenden des Kreisligafußballs, wird es immer schwer, Spiele, die auf der Kippe stehen, für uns zu entscheiden. Qualitativ, bei Abruf der Fähigkeiten jedes Einzelnen, gehören wir meiner Meinung nach definitiv zu den besten Mannschaften der Liga. Man muss es halt auch auf’s Parkett bringen.”

Lippe-Kick: Wie bewertest du insgesamt die Qualität und Quantität dieser neuen und eingleisigen B-Klasse, Fluch oder Segen?

Swoboda: “Die eingleisige B-Liga finde ich alles in allem recht gut und interessant. Ich denke, sie ist für Gesamt-Detmold auch interessanter geworden und ich weiß, dass sich einige A-Ligisten auch immer wieder mal mit der Liga beschäftigen und schauen, was dort so passiert. Qualitativ hat die Liga durch die Reform dazu gewonnen, der Abstand zwischen A- und B-Liga ist deutlich geringer geworden. Ich denke, zwei Mannschaften weniger würden allen Beteiligten gut tun, aber die Reform ist ja noch nicht abgeschlossen. Schade ist, dass dadurch aktuell nur eine Mannschaft von 18 aufsteigen kann, das war mit insgesamt vier Mannschaften im letzten Jahr noch deutlich komfortabler.” 

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