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Kreisliga A Detmold

SG Brakelsiek/Wöbbel – Falk Weskamp im Interview

Die SG Brakelsiek/Wöbbel steigt als Meister der Kreisliga B in die A-Liga auf und sieht sich nun neuen Herausforderungen gegenüber. Wir haben mit Falk Weskamp gesprochen.

„Jetzt kommen andere Kaliber auf uns zu“

Kreisliga A Detmold (ab). Was für ein Erfolg für die SG Brakelsiek/Wöbbel, die vor zwei Jahren noch beinah in die C-Liga abgestiegen wäre. Nun spielt in der kommenden Spielzeit in der A-Liga, trifft dort auf die Nachbarn vom Blomberger SV oder den TuS WE Lügde. 125 erzielte Tore in 34 Spielen sind Bestwert in der Liga. Falk Weskamp und Manfred Schrenner haben die SG kontinuierlich nach oben geführt und wollen auch in der Kreisliga A eine gute Rolle spielen. Wir haben Falk Weskamp zur vergangenen und zur neuen Spielzeit befragt.

 

Hallo Falk und noch herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg. Die SG Brakelsiek/Wöbbel spielte im ersten Jahr nach ihrer Gründung im unteren Tabellendrittel der damals noch zweigleisigen Kreisliga B, konnte 15/16 erst spät den Abstieg in die C-Liga verhindern. Seitdem du und Manfred Schrenner das Kommando übernommen haben, geht es nur steil bergauf. Wie bewertest du die vergangenen zwei Jahre?

Falk Weskamp: „Die vergangenen zwei Jahre waren schon intensiv und verdammt anstrengend. Für Manni und mich war klar, dass wir die Mannschaft massiv verjüngen werden. Das war auch die Zielsetzung durch den Vorstand. Im ersten Jahr war es natürlich noch etwas holprig, aber das ist bei zehn neuen Spielern dann irgendwie auch normal. Die beiden Ligen wurden zusammengelegt und natürlich qualitativ besser.

Und dann treten wir mit einer A-Jugend dort gegen gestandene Seniorenteams an. Am Ende der ersten Saison wurden wir sensationeller Dritter hinter CSL Detmold und Hörste. Das war für mich persönlich ein großer Erfolg, die zusammengewürfelte Truppe hat damals einen riesigen Job gemacht, der mich bis heute stolz macht, weil uns niemand auf dem Zettel hatte.

Das zweite Jahr war für mich schwer einzuschätzen. Ich hatte Sabbenhausen, Müssen, Augustdorf, Pivitsheide, Hörste und uns auf dem Schirm für den Kampf um die ersten Plätze. Wir haben uns als Ziel gesetzt von Platz 7 – 18 jeden Gegner zu schlagen und das zweimal. Dann reden wir von 72 Punkten + 10 Spiele gegen die Top-Teams. Wir waren uns sicher, dass wir auch da was holen können. Und so kam es ja dann auch. Wir haben viele Spiele erst in der Schlussphase entschieden, aber auch in Pivitsheide und Hörste jeweils in der Nachspielzeit verloren. Daraus haben wir gelernt und konnten zum Ende sehr oft cleverer agieren als noch zu Beginn der Saison.“

Was hat dich an deiner Mannschaft am meisten beeindruckt?

Weskamp: „Diese Mannschaft ist extrem jung und willig. Die Jungs haben in den letzten Monaten einen Spirit entwickelt, der seinesgleichen sucht. Dennis Eichmann spielt die komplette Rückrunde angeschlagen, obwohl wir versucht haben ihn nur dosiert zu belasten. Aber er hat durchgehalten und durch diese Einstellung auch viele mitgezogen. In der Woche um den 1. Mai haben wir donnerstags, sonntags, dienstags, donnerstags und sonntags gespielt. Fünf Spiele in acht Tagen, darunter Pivitsheide und Hörste. Es gibt sicherlich angenehmere Sachen.

Aber wir haben auch Glück gehabt, kaum Verletzungen und keine rote und keine gelb-rote Karte. Das spricht für die Fairness unserer Truppe. Manni und ich trainieren den wahrscheinlich verrücktesten, wildesten aber auch geilsten Haufen der ganzen Liga. Charakterlich blitzsauber und untereinander echt harmonisch. Es macht Spaß mit den Jungs. Feiern können Sie hart am Limit, dass haben Sie nach dem Spiel gegen Augustdorf, auf Mallorca, bei unserer Meisterfeier und jetzt zum Abschluss in Willingen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ich musste für mich feststellen, dass ich in dieser Liga nicht mehr mithalten kann. Unter dem Strich sind es richtig gute Jungs!“

Nach Rang drei im Vorjahr kommt der Aufstieg nun also nicht wirklich überraschend. Ab wann hast du gemerkt, dass der Aufstieg in die Kreisliga A realisierbar ist?

Weskamp: „Naja, nicht wirklich überraschend klingt ziemlich überheblich. Bei dem Teilnehmerfeld um die Aufstiegsplätze muss alles passen, da reicht nicht nur der Fußball. Verletzungen, Karten, Studenten, Schichtarbeit und, und, und. Mir war von Anfang an klar, dass wir oben mitspielen können. Im Winter habe ich einmal etwas gezweifelt, weil wir durch Nachholspiele 15 Punkte Rückstand hatten. Als wir zuhause gegen Pivitsheide gewonnen haben, wusste ich, dass wir jetzt ein ganz dickes Ding landen können.“

Wie geht ihr nun die A-Liga an? Vorjahresaufsteiger CSL Detmold konnte sich nicht in der Liga halten, was spricht dafür, dass euch der Klassenerhalt gelingt?

Weskamp: „Wenn ich richtig informiert bin, hat CSL direkt nach dem Aufstieg auch wichtige Leute verloren. Das macht es natürlich schwierig. Denn CSL hat meiner Meinung nach als Team funktioniert. Wir haben in der vergangenen Saison viel gelernt. Mit dem Druck der letzten zehn Spiele musst du erst mal umgehen können. Dazu war die Truppe sehr jung und unerfahren, das wird etwas leichter in der kommenden Saison. Ich bin davon überzeugt, dass unsere unbekümmerte und mutige Spielweise uns zum Klassenerhalt führen wird.“

Wie schwer wird die Umstellung von B- auf A-Liga?

Weskamp: „Jetzt kommen natürlich andere Kaliber auf uns zu. Da gibt es jede Woche Gegner wie Hörste. Das Tempo wird zunehmen, körperlich geht es anders zur Sache und auch spielerisch wird es schwieriger. Dieser Herausforderung stellen wir uns, weil wir richtig Bock haben in der A-Liga zu spielen. Wir werden unsere Spielweise und unser System nicht ändern, sicherlich jedoch einige Sachen anpassen. Da es jetzt nicht darum geht unbedingt gewinnen zu müssen um oben zu bleiben, sondern die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Da wird es Niederlagen geben und dann musst du aufstehen und weitermachen. Dazu sind wir bereit. Wir wollen jeden Sonntag Gas geben und alles raushauen was geht.“

Mit welchem Kader geht ihr die neue Herausforderung an? Sind Verstärkungen geplant?

Weskamp: „Der Kader bleibt fast komplett zusammen, Pascal Hannibal, Lennard Neuschäfer und Jannik Nagel werden uns verlassen. Ein Dankeschön an die drei für Ihren Einsatz und natürlich sportlich maximalen Erfolg und eine verletzungsfreie neue Saison.

Mit Mahmut Abdioglu, Cakdar Faro und Rhys Dunning bekommen wir drei junge Spieler dazu, die charakterlich und sportlich sehr gut in unser Team passen.“

Du hast es bereits angesprochen, mit Pascal Hannibal verlässt euch euer Goalgetter in Richtung Bad Pyrmont. Wie kann der Abgang kompensiert werden?

Weskamp: „Den Abgang werden wir als Team auffangen. Einen Stürmer dieser Qualität werden wir ohne Geld nicht bekommen.  Also für uns keine Option, daher werden wir uns etwas anders aufstellen. Ich bin guter Dinge, dass wir den Wechsel von Pascal kompensieren, da wir viele Spieler in der Mannschaft haben, die auch Tore machen.

Wir wünschen „unserem Calla“ alles Gute in Pyrmont und er ist natürlich weiterhin zu den legendären „After-Show-Partys“ in Wöbbel herzlich eingeladen. Viel Erfolg, Junge!“

Vielen Dank und alles Gute für die neue Saison!

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