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Historisch

Historisch – SV Alpen Schling

In den 20er- und 30er-Jahren existierte der SV Alpen Schling. Wir machen eine Zeitreise durch die kurze Geschichte.

 

Die Historie des SV Alpen Schling

Historisch (ab). Lang ist sie nicht, die Historie des SV Alpen Schling. In den frühen 1920er-Jahren gegründet konnte man den Fußballspielbetrieb nur bis 1932 durchführen. Doch auch diese kurze Phase liefert durchaus interessante Geschichten.

 

Die Jugendmannschaft des SV Alpen Schling 1929
Hintere Reihe (v.l.n.r) August Wächter, Richard Oberhaus, Hermann Oberhaus, Gustav Lükermann, Otto Bunte
Mittlere Reife (v.l.n.r.) Leopold Welge, Heinz Fischhaupt, Wilhelm Mahlmann
Untere Reihe (v.l.n.r.) Fritz Hahmeier, Fritz Bunte, Eduard Fischhaupt

 

1921 wurde der SV Alpen Schling gegründet, spielte in schwarzen Hosen und grünen Hemden und trat dem lippischen Rasensportverband bei. Vereinslokal war der Gasthof „Zur lippischen Schweiz“, den Georg König damals führte.

Bereits nur ein Jahr später trat der SV der Arbeitersportbewegung bei und verlegte sein Vereinslokal zum „Hangstein.“ Nicht, weil man sich mit Georg König überworfen hatte, sondern aus dem einfachen Grund, dass sich so das „Umkleidelokal“ näher am Sportplatz befand. Dieser besagte Sportplatz war zunächst „der zweite Kamp auf dem Winfeld, bis die Forstverwaltung dieses Gelände aufkündigte“, heißt es in der Chronik „100 Jahre Spvg Heiligenkirchen“. Danach spielte man auf der Berlebecker Heide.

 

Die Seniorenspieler der ersten Jahre waren:

Heinrich Kersting, Wilhelm Klopping (Douwel), Willi Freese, Adolf Brüning, Simon Brüning, August Möller (Hellberg), Heinrich Stecker, Fritz Grote (Hasenpauten), Heinrich Schönhage, Christian Rosenstock, Fr. Welge und August Rosenstock. Später ergänzte sich die Mannschaft durch Wilhelm Möller (Hellberg), Gustav Möller (Sprengerhof), Fritz Mörs, August Heger, Rud. Welge und Heinrich Brüning. Nachdem sich in Detmold der Arbeitersportverein aufgelöst hatte, kamen drei Spieler zum Schling, u. a. Karl Sieker als Torwart.

 

Eine der „stärksten Mannschaften der Arbeitersportbewegung im lippischen Raum“

Heute befindet sich im Schling nur noch dieser Bolzplatz…

Unter anderem mit dem Hinzustoßen der Detmolder Spieler wurde die Mannschaft so gut verstärkt, dass sie über ein „gutes spielerisches Können verfügte.“ Man maß sich mit Mannschaften aus dem lippischen Raum und mit Bielefelder Vereinen auf dem „Kesselbrink“ in der heutigen Bielefelder City. Die Fahrten nach Bielefeld wurden sogar mit dem Fahrrad unternommen, wenn seinerzeit das Geld für das Zugticket nicht reichte. 1930 kamen mit Gustav Klebba, W. Temme und Hermann Gröne weitere gute Spieler zum SV Alpen Schling, so dass man die folgenden beiden Jahre zu den „stärksten Mannschaften der Arbeitersportbewegung im lippischen Raum“ galt. Die letzten Zugänge waren 1931 Heinrich Wachter und Gustav Wolf.

 

Zu wenig Nachwuchs – Einstellung des Spielbetriebs 1932

Doch schon damals gab es Probleme, die noch heute Mannschaften dazu zwingen, ihren Spielbetrieb einzustellen. Die aktuellen Kicker werden zu alt und der Nachwuchs fehlt. Genau das war auch 1932 der Grund, weshalb man sich beim SV Alpen Schling dazu entschied, den Fußballbetrieb einzustellen.

…der wunderschön im Grünen liegend…

Die übrig gebliebenen Spieler schlossen sich der „Freien Sportgemeine Berlebeck-Heiligenkirchen“ an. Namentlich waren dies Fr. Bunte, R. Oberhaus und später G. Klebba und Ed. Fischhaupt (Stubb), die es dort in die erste Mannschaft geschafft haben. Doch auch damals waren die Sonntage bereits durch den Fußball ausgefüllt. Ein weiterer Auszug aus der Chronik: „Der An- und Abmarsch zur Berlebecker Heide ging ,,Am Draht“ entlang und lustige Lieder wurden von der Truppe mit kleinem Anhang als treue Zuschauer gesungen. Die Schlinger Männer waren als Bockhornsucherbekannt.“

 

Erst das Bockhorn, dann der Fußball

So erinnert sich der frühere Spieler des SV Alpen Schling, Gustav Lükermann, an folgende Anekdote:

…eine fantastische Aussicht liefert.

„Als noch auf dem Winfeld gespielt wurde, sprang kurz nach Beginn des Spieles der Ball an der Außenseite an den Tannen eigenartig hoch, und ein Stück Holz flog auch durch die Luft. Sofort hatten zwei bis drei Schlinger Spieler gesehen, dass es sich um ein Bockhorn handelte. Sie ließen Ball Ball sein und stürzten sich auf das Bockhorn, das jeder ergattern wollte. Nach kurzer fachmännischer Betrachtung wurde dasselbe zur Seite gelegt und das Spiel konnte weitergehen.“

Und einige Jahre später wusste Simon Brüning sen., ebenfalls Spieler des SV Alpen Schling, folgendes zu berichten: „Oes wui na upm Windfeile an Feotballsteuten worn, was et an eunen Sundage n’ betn niebelig. Do kreig eck den Ball eunmol se richtig up’m Pauten, dat hoe hauge inne Luft flaug. De Annern loepen ganz dürnanner up’n Windfeile herum un soechten den Ball, un de was na jümmer in’ Wolken.“

 

Der spätere Vorsitzende der Spvg Heiligenkirchen, Gustav Wolf, war im Übrigen Torhüter in der Jugendmannschaft des SV Alpen Schling. 1939 wurde der Verein endgültig aufgelöst.

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