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Allgemeines

Fußballverletzungen – Teil 1: Leistenzerrung

Die Fußballverletzungen unterscheiden sich im Profifußball nicht sonderlich von denen aus dem Amateurbereich. Lippe-Kick schaut sich diese genauer an.

 

 

Leisten – und deren Beschwerden

 

 

Fußballverletzungen (bs). Natürlich, auch im Amateurfußball sind die Verletzungen äußerst vielschichtig. Diese sind von höchst unterschiedlicher Natur. Lippe-Kick ruft die nächste neue Serie ins Leben, guckt sich die unterschiedlichen Verletzungen on Detail an. Welche Art von Verletzungen gibt es, wie lange beträgt die Ausfallzeit? Wichtig: Welche Behandlungsmöglichkeiten sind am wirkungsvollsten? Auch im Fußballsport kann man sich besonders schwere Verletzungen zuziehen. Manche sind kleine, aber einige von denen können die Spieler um einige Monate zurücksetzen. Welche Verletzungen in welchem Ausmaß und wie man diese behandeln kann, zeigen wir Euch in unserer folgenden Rubrik: „Fußball – Die Gefahr der Verletzungen“. Wir starten mit der Leiste.

 

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Von Björn Schran

 

Leistenzerrung, Sportlerleiste/weiche Leiste

 

Besonders Fußballspieler haben sehr häufig mit Leistenproblemen zu kämpfen. Etwa 18 Prozent der Sportler sind von chronischen Leistenschmerzen betroffen. Eine Sportlerleiste (weiche Leiste) entsteht meist durch kleinste Risse in der Hüft-Muskulatur (Hüftadduktoren, Hüftbeuger und -strecker). Im Gegensatz zu einem Leistenbruch, wo meist eine Vorwölbung im Bereich der Leiste zu erkennen ist.

Die Schmerzen können je nach Schweregrad sehr unangenehm sein. In der Regel treten diese nach dem Sport im Bereich der Leiste und am Bauch auf und können stetig schlimmer werden. Gleichzeitig kann es auch zu Schmerzen beim Husten oder Niesen in der Leistengegend kommen. Wenn dann keine Behandlung erfolgt, kann sich aus einer Sportlerleiste sogar ein Leistenbruch entwickeln.

 

Wie fühlt sich eine Leistenzerrung an?

 

Ziehende Oberschenkelschmerzen auf der Innenseite können Anzeichen für eine Leistenzerrung oder Adduktorenzerrung sein.

Bei Schmerzen, die über längere Zeit in der Leiste auftreten, sollte durch einen Orthopäden oder Sportmediziner ein Leistenbruch (Leistenhernie) ausgeschlossen werden.

 

Was sind die Ursachen für eine Leistenzerrung?

 

Die häufigste Ursache für eine Leistenzerrung ist eine Überlastung oder Überdehnung der inneren Oberschenkelmuskulatur. Dies kann zum Beispiel bei einer Grätsche in einem Fußballspiel passieren. Eine Überdehnung entsteht meist durch eine plötzliche Seitwärtsbewegung,  zum Beispiel, wenn ihr unvorbereitet einem Hindernis ausweicht oder mit dem Fuß auf nassen, matschigem Rasen nach außen wegrutscht. Eine Überlastung der Adduktoren entwickelt sich erst über einen längeren Zeitraum durch eine Schwäche der äußeren Oberschenkelmuskulatur und der Gesäßmuskulatur.

 

Wie lässt sich eine Leistenzerrung behandeln?

 

Bei einer akuten Leistenzerrung beziehungsweise Adduktorenzerrung solltet ihr, auch hier soweit wie möglich, die PECH-Regel einhalten. PECH steht für Pause, ein bisschen Eis, Compression und Hochlagerung. Diese Regel sollte für die ersten 24 Stunden eingehalten werden. Das bedeutet, dass ihr das Bein mit einer Binde umwickelt und immer wieder für 15 Minuten Eiswasser darauf gebt oder einen mit Eiswasser getränkten Schwamm mit einwickeln. Eiswasser bekommt ihr am schnellsten, indem ihr Eiswürfel in kaltes Wasser gebt und dieses so lange stehenlasst, bis die Eiswürfel geschmolzen sind.

 

Doch eine direkte Eisbehandlung wird nicht empfohlen, da zu viel Kälte eine Hyperämie (Mehrdurchblutung) nach sich ziehen kann. Das Kühlen soll eigentlich durch Minderdurchblutung eine Einblutung in das Gewebe verhindern. Doch bei einer Mehrdurchblutung würde man genau das Gegenteil bewirken. Nach den 24 Stunden gilt es, die Adduktoren leicht und schmerzadaptiert zu dehnen und die Gesäßmuskulatur sowie die Wadenmuskulatur zu aktivieren und später zu kräftigen. Die Adduktoren können ab diesem Zeitpunkt zusätzlich mit Wärme (Heiße Rolle, Wärmflasche oder ähnliches) behandelt werden. Ultraschallbehandlungen oder Elektrotherapie bei einem Physiotherapeuten beschleunigen die Regeneration und Schmerzlinderung.

 

Vorbeugung einer Leistenzerrung

 

Gesäßmuskulatur und Wadenmuskulatur regelmäßig trainieren, so sorgt ihr  für ein gutes muskuläres Gleichgewicht zwischen Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur.

 

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