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Kreisliga A Detmold

SuS Pivitsheide – Die Fitz-Zwillinge bleiben sich treu

Prägende Figuren sind Thomas und Tobias Fitz im Spiel des Detmolder A-Ligisten SuS Pivitsheide. Den Hintergrundbericht zu ihrem Werdegang und vieles mehr liefert Lippe-Kick im folgenden Link für euch.

Die Fitz-Story – Die Brüdergeschichte von Thomas und Tobias

Kreisliga A Detmold (hk). Die Ein-Mann-Partnervermittlungsagentur „Christoph Zimmermann Co. KG GmbH und mit Hoffnung auf Partner“ hat alles gegeben. Mit dem Eifer eines senegalesischen Sonnenbrillenverkäufers am Strand vom Mallorca pries der eloquente Co-Trainer im Zuge eines Spielberichtes mit viel Verbalakrobatik seinen Mittelfeldspieler Thomas Fitz auf der Singlebörse bei der hiesigen Damenwelt an. Die Solotätigkeit auf privater Ebene ist vielleicht auch der größte Unterschied zum zweifachen Familienvater Tobias Fitz, der ebenfalls für den Detmolder A-Ligisten SuS Pivitsheide stürmt und launig, aber auch völlig treffend, anmerkt: „Das Besondere an unserer Bruderschaft ist sicherlich, dass wir Zwillinge sind und das schon ziemlich lange“, wecken solche Aussagen das Interesse an einer Brüderstory.

Von Henning Klefisch

Nicht nur wegen der gemeinsamen neun Monate im Bauch ist die Bindung der beiden anders und enger als zu den anderen vier Brüdern. Was für Thomas Fitz (Bild rechts) „besonders wichtig“ erscheint: Er ist der etwas ältere Zeitgenosse. Tobias Fitz plaudert aus dem Nähkästchen: „In vielen Konfliktsituationen fiel schon der Spruch: „Du hast mir nichts zu sagen, da ich älter bin. Das ist sicherlich immer mit einem Augenzwinkern gemeint, dennoch steckt da auch Wahrheit hinter“, kann der wuchtige Angreifer gegen solch eine stichhaltige Argumentation nichts einwenden. Schon seit frühester Kindheit jagt das Brüderduo dem runden Leder hinterher. Ein Verein kommt für die Fitz-Jungs zunächst nicht in Frage. Stattdessen wird mit Freunden auf dem Bolzplatz auf dem Abenteuerspielplatz in Heidenoldendorf nach Herzenslust geschossen, gedribbelt und geflogen, dass es eine echte Wonne ist. Nebenbei wird im Radio an Samstag die Bundesliga verfolgt, ehe abends gemeinsam der Konsum der Sportschau auf dem Programm steht. Ab der fünften Klasse agieren die Fitz-Brüder Seite an Seite in der Schulmannschaft und kommen zum ersten Mal mit dem ganzen Fußballfeld in Kontakt.

Erst ab C-Jugend im Verein tätig

Im Laufe der Zeit intensivierte sich die Lust, auch in einem Verein aktiv zu sein. Man war spürbar froh, dass man die Eltern endlich überzeugen konnte, ein Probetraining bei der C-Jugend des SuS Pivitsheide zu absolvieren, „wo die Verantwortlichen nicht glauben konnten, dass wir beide bisher noch nie im Verein gespielt haben“, ist ein gewisses Talent bei Thomas und Tobias schon damals trotz der fehlenden Grundausbildung unübersehbar gewesen. Es hat nicht viel gefehlt und die Fitz-Jungs wären beim Dorfrivalen FSV Pivitsheide gelandet. Letztlich ist der Umstand entscheidend, dass die aufmerksame und konsequente Mutter am vereinbarten Probetrainingstag das Brüderduo nicht zum Training gefahren hat, weil diese zu spät nach Hause gekommen sind. Die Folge ist, dass die Teenager zwei, drei Monate auf den nächsten Versuch warten mussten. Thomas Fitz erzählt: „Da sind wir dann beim SuS gelandet, was wir beide im Nachhinein auch als sehr positiv empfinden.“ So ähnlich die bisherige fußballerische Vita der Zwillinge verlief, desto unterschiedlicher war der Startschuss in die Vereinskarriere. Thomas hat als Kicker der Reservemannschaft eine empfindliche 1:10-Pleite gegen den FC Augustdorf kassiert, während Tobias mit der C1 per bemerkenswertem Weitschusstor eine sehr erfolgreiche Premiere erlebt hat. Seit rund einem Jahrzehnt spielt man bei den Pivitkern zusammen „und es macht uns auch viel Spaß“, betont der Jüngere, der verrät: „Ich behaupte sogar, dass Thomas einer der Hauptgründe ist, warum ich noch nie den Verein gewechselt habe“, gab es für den dynamischen, aber zugleich technisch starken Torjäger in der Vergangenheit die eine oder andere Offerte, die er aber stets ablehnte. SuS Co-Trainer Christoph Zimmermann (Bild rechts) lobt Tobias Fitz: „Tobi ist gut erzogen und weiß, was sich gehört. Ein Familienmensch, der in meinen Augen aus einem tollen Elternhaus kommt und seine Familie schätzt und die erhaltene Liebe an seine Frau und Töchter weitergibt. Ich kenne ihn und seine heutige Frau noch aus „Kindertagen.“ Die beiden haben sich menschlich nicht verändert, aber haben sich toll entwickelt“, schwärmt Zimmermann von dieser Konstanz. Sportlich lobt er den Goalgetter: „Er ist der typische Top-Stürmer, den jeder Verein sich wünscht. So ein Miro Klose-Typ, ein Mann, der die wichtigen Tore macht.“

„Wir brauchen uns nichts vorzumachen“

Auch wenn es viele Parallelen bei den Zwillingen gibt, so gibt es auf dem Spielfeld doch entscheidende Unterschiede. Tobias kann seine Stärken im Angriff voll entfalten. Bruder Thomas schwärmt: „Tobi hat seine Stärken ganz klar in der Offensive und es gibt in unserer Liga kaum jemanden, der ihm technisch und spielerisch da das Wasser reichen kann.“ Dagegen agiert Thomas als zentraler Mittelfeldspieler und glänzt mit seiner Ruhe und Übersicht, wodurch „er für uns als Team goldwert ist“, freut dem diesjährigen Auswahlspieler vom Team Detmold die beachtliche Entwicklung seines Bruders in den letzten beiden Spielzeiten enorm. Ein möglicher Grund nach Aussage von Tobias: „Das liegt sicherlich auch daran, dass er seit einigen Jahren nicht immer in der Winterpause seine Karriere beendet.“ Man vertraut sich und glaubt gegenseitig an sich. Schon häufiger liebäugelte Thomas mit einer vorzeitigen Demission im Vereinsfußball, doch Tobias überzeugte und motivierte ihn. Dazu fand und findet durch den Bruder stets eine kritische und hilfreiche Reflexion statt. „Da das auf Gegenseitigkeit beruht, sind wir ziemlich authentisch“, hat Thomas Fitz beobachten können. SuS-Cheftrainer Ralf Brokmann und sein Co-Trainer Zimmermann belohnen diese Leistungssteigerung mit der Übertragung der Kapitänsbinde, die Thomas vom aktuell verletzten Andre Selse übernommen hat. Der stellvertretende SuS Pivitsheide-Obmann Henning Diekmann hat bei Thomas Fitz beobachtet: Thomas ist für mich einer der besten Sechser in der Liga, spielt zwar meist unauffällig, aber immer solide. So sei er ein Super Team-Player, sehr zuverlässig und er strahlt Ruhe aus, beeindruckt ihn diese Tatsache. Dazu kommt: Er hat ein klasse Kopfballspiel und eine gute Übersicht. Der Zwillingsbruder jubiliert: „Das Zusammenspiel mit ihm macht mir natürlich viel Spaß und bei Toren, bei denen wir uns gegenseitig assistieren, ist die Freude noch etwas größer als sonst“, räumt Tobias ein, der beim Zusammenspiel mit Thomas „ausschließlich positive Aspekte“ erkannt hat.

Vorteile der Zwillingsschaft

In der jugendlichen Sturm- und Drangphase fiel die Kommunikation häufig deutlicher als bei anderen Mitspielern aus. Mit dem Alter kommt die Gelassenheit und so wird durch diese „Altersmilde“ die emotionale Ansprache durch eine konstruktive nach der Partie ersetzt, wie Tobias (Bild rechts) gegenüber Lippe-Kick erklärt, wenn er sagt: „Ein Vorteil ist sicherlich auch, dass wir nach Spielen immer eine ehrliche und unverblümte Rückmeldung voneinander bekommen. Wir brauchen uns schließlich nichts vorzumachen, da wir uns so gut kennen“, haben Lügen speziell bei Zwillingen äußerst kurze Beine. Thomas ergänzt: „Ein großer Vorteil ist schon einmal der, dass wir Zwillinge sind. Wir haben ziemlich viele gemeinsame Erlebnisse im Laufe unseres Lebens zusammen erleben können und das schweißt zusammen“, ist dieser Faktor auf dem Spielfeld ein ganz besonders wichtiger. Und Thomas weiß: „Außerdem sieht man sich so doch immer wieder und nimmt sich immer mal wieder zu den Einheiten oder Spielen mit.“ Durch diese enorme emotionale Nähe kann es auch schneller dazu kommen, „dass der eine auf den anderen eingeschnappt ist.“ Dieser Zustand ist aber meist nur von kurzer Dauer, wie Mittelfeldspieler Thomas bei Lippe-Kick auch begründen kann: „Allerdings haben wir beide gelernt, gut damit umzugehen und schon nach kurzer Zeit kann man sich trotz der Meinungsverschiedenheiten, die sich meistens als Banalität herausstellen, in die Arme nehmen und gemeinsam weitergehen.“ So kommt es auch öfter vor, dass eine große Versöhnung mit dem Spruch: „Du bist mein Lieblingszwillingsbruder“, zelebriert wird.

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