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Handball

Handball – TBV Lemgo Lippe: Schwungvoll weiter

Gegen den MT Melsungen steht für die Handball-Künstler vom TBV Lemgo Lippe die nächste Hürde an. NRW-Kick bietet hier die Vorschau.

 

Den Lauf fortsetzen

 

OWL-Sport. Allmählich nähern sich die TBV-Marathonläufer der Ziellinie: Auf den letzten Metern dieser aufreibenden und schon jetzt außergewöhnlich erfolgreichen Saison stellt sich den Lippern als nächstes die MT Melsungen (Anwurf 16 Uhr, live auf Sky Sport 5 HD) in den Weg. Und so, wie diese denkwürdige Spielzeit im Oktober begann, wird sie auch enden: mit 1000 zugelassenen Zuschauern in der Phoenix Contact-Arena. Nicht nur akustisch verspricht das 31. Bundesliga-Duell zwischen beiden Teams demnach einiges, auch der sportliche Reiz kommt keinesfalls zu kurz: Es ist die Wiederauflage des REWE Final4-Endspiels – und der direkte Zweikampf um Platz sieben.

 

Wohlwissend, „dass es bis zum Saisonende auch mental immer schwerer wird“, will TBV-Trainer Florian Kehrmann mit seiner Mannschaft alles daransetzen, den guten Lauf in der Bundesliga mit zuletzt vier Siegen in Folge aufrechtzuerhalten: “Riesiges Kompliment dafür, wie fokussiert sie bislang ist.” Doch Lemgos Coach rechnet auch mit erheblichem Widerstand: „Melsungen wird heiß darauf sein, die Pokalniederlage wettzumachen.“ Um diesem Vorhaben zu trotzen, müssten zunächst die Basics stimmen: „Es wird darauf ankommen, dass wir eine gute Abwehr spielen und ins Tempospiel kommen, was uns auch gegen Erlangen geholfen hat.“ Und dann wäre da noch das Lemgoer Publikum, von dem sich Kehrmann den letzten Push erhofft. Gleichzeitig müsse sich der Gastgeber erneut auf die verschiedenen Deckungssysteme der Melsunger einstellen: mal eher kompakt, mal sehr offensiv in der 6:0-Abwehr, vielleicht auch in der 5:1.

 

Während den Lippern im Juni nach wie vor kein einziger Punkt durch die Lappen gegangen ist, ließen die Nordhessen unter der Woche gegen den Pokal-Halbfinalkontrahenten aus Hannover Federn. Das klare 20:28 in eigener Halle rief vor allem wegen der Art und Weise reichlich Unmut bei den Fans hervor, die ihrer Enttäuschung in den sozialen Netzwerken Luft machten. Dass die MT zu ganz anderen Darbietungen fähig ist, bekam unter anderem auch der TBV in dieser Saison schon zu spüren. Bei der 27:21-Niederlage am 2. Spieltag war man ihr nur wenige Minuten gefährlich geworden, woraufhin die MT Melsungen in der ewigen Bilanz dieses Bundesliga-Duells gleichzog: Aus 30 Aufeinandertreffen gingen beide Teams jeweils 14 Mal als Sieger hervor. Vor allem aus den beiden jüngsten Heimspielen gegen die Nordhessen, wovon letzteres immerhin zweieinhalb Jahre zurückliegt, holte der TBV drei Punkte. Nach Sonntag könnte das Pendel also wieder in eine Richtung ausschlagen.

 

Mit neun Siegen und insgesamt 19 Punkten haben die Hessen exakt so viele Pluspunkte geholt, wie in der heimischen Rothenbach-Arena. Nach ihrem durchaus passablen Ligastart mit 9:3 Punkten aus den ersten sechs Partien mangelt es ihnen jedoch seit ihren Corona Turbulenzen zum Jahresende – insgesamt gab es vier positive Fälle – an Konstanz. Zwei aufeinanderfolgende Partien, in denen gepunktet wurde, gelangen im Jahr 2021 lange Zeit nicht. Erst die Mai-Duelle mit Leipzig, Göppingen, Minden und dem Bergischen HC – in dieser
Reihenfolge – stockten das Melsunger Punktekonto erheblich auf. Den eigenen Ansprüchen hinken die Melsunger, die sich im Sommer mit Silvio Heinevetter und Timo Kastening prominent verstärkten, jedoch hinterher. Immerhin hat man mit Julius Kühn, Kai Häfner, Tobias Reichmann und Finn Lemke noch vier weitere Akteure in seinen Reihen, die zum festen Repertoire der deutschen Nationalmannschaft zählen.

 

Kühn personifiziert mit über 194 Treffern den torgefährlichsten Rückraumschützen der Liga, zudem trafen Flügelflitzer Kastening und Häfner zusammen 345 Mal ins Schwarze, letzterer steuerte gar beachtliche 122 Assists bei. Überhaupt besticht in ihrer sehr offensiven Spielweise durch eine hohe Präzision aus dem Rückraum. Mit einer Quote von 47,5 Prozent brachten nur noch Flensburg, Wetzlar und Kiel ihre Wurfgeschosse aus der Distanz häufiger im Tor unter. Auch im 15. Pflichtspiel binnen sieben Wochen sind wachsame Lipper gefordert.

 

Schiedsrichter der Begegnung sind Steven Heine und Sascha Standke. Bezahlsender Sky stimmt wie gewohnt ab 15.25 Uhr auf die vier restlichen Partien des 36. Spieltags ein. Den Lemgoer Heimauftritt in voller Länge gibt es dann ab 15.55 Uhr auf Sky Sport 5 HD

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